Pallade Veneta - Schlag gegen rechtsextremistische Szene: Razzia in zwölf Bundesländern

Schlag gegen rechtsextremistische Szene: Razzia in zwölf Bundesländern


Schlag gegen rechtsextremistische Szene: Razzia in zwölf Bundesländern
Schlag gegen rechtsextremistische Szene: Razzia in zwölf Bundesländern / Foto: Volker Hartmann - AFP/Archiv

Durchsuchungen in zwölf Bundesländern, 600 Polizeikräfte im Einsatz: Mit einer Großrazzia ist der Generalbundesanwalt am Mittwoch gegen 36 junge mutmaßliche Rechtsextremisten vorgegangen. Sie sollen wichtige Mitglieder der kriminellen Gruppen "Jung & Stark" (JS) oder "Deutsche Jugend voran" (DJV) sein, wie die Karlsruher Behörde mitteilte. In sozialen Medien und bei Treffen der Gruppen wird demnach zu Gewalttaten gegen politische Gegner und vermeintlich pädophile Menschen aufgerufen.

Textgröße ändern:

Einige Beschuldigte sollen Angehörige der linken Szene oder Menschen angegriffen haben, die sie für pädophil hielten. Die Opfer wurden jeweils von mehreren Angreifern geschlagen und verletzt, wie die Bundesanwaltschaft ausführte. Bei den Beschuldigten soll es sich teils um Jugendliche oder Heranwachsende handeln. Der jüngste von ihnen ist nach Angaben einer Sprecherin 17 Jahre alt. Am Mittwochnachmittag liefen vereinzelt noch Durchsuchungen.

Beide bundesweit organisierten Gruppen existieren den Angaben zufolge seit Mitte 2024 und haben in den Ländern Regionalgruppen. Die DJV soll sich auch "Neue Deutsche Welle" nennen. Den meisten Beschuldigten wirft die Bundesanwaltschaft vor, Rädelsführer der Gruppen zu sein. Gegen acht von ihnen werde auch wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Festgenommen wurde am Mittwoch niemand. Die Durchsuchungen sollten die bestehenden Verdachtsmomente aufklären. Durchsucht wurden etwa 50 Objekte in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Ausgenommen waren also nur Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg und Thüringen.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) erklärte: "Militante rechtsextreme Gruppen haben Zulauf – erschütternderweise gerade auch unter jungen Menschen." Ihre Aktionen richteten sich "gegen alle Menschen, die sie in ihrem rechtsextremen Weltbild als Feinde identifiziert haben - und zugleich gegen unsere Demokratie", führte die Ministerin aus. "Rechtsextremismus ist die größte Gefahr, die Deutschland von innen droht", ergänzte sie.

"Wir akzeptieren keine Gewaltaufrufe und gewalttätige Angriffe, sondern gehen entschieden dagegen vor", erklärte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zu den Durchsuchungen.

Einem "Spiegel"-Bericht zufolge warnt der Verfassungsschutz vor Angriffen gegen Andersdenkende durch Gruppen von Neonazis. Es bestehe eine "abstrakte Gefährdung" für queere Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund und politische Gegner. Mitglieder von DJV und JS seien in den vergangenen Monaten wiederholt bei Veranstaltungen der rechtsextremen Partei Die Heimat und ihrer Jugendorganisation festgestellt worden. Dort werde versucht, sie zum Eintritt zu bringen.

Vor einem Jahr war mit der "Letzten Verteidigungswelle" bereits eine mutmaßliche Zelle von jugendlichen Rechtsextremisten zerschlagen worden. Diese Gruppe stuft die Bundesanwaltschaft als terroristisch ein; sie soll potenziell tödliche Anschläge auf Linke und Geflüchtete verübt und weitere bereits geplant haben. Acht mutmaßliche Mitglieder oder Unterstützer müssen sich aktuell vor dem Hamburger Oberlandesgericht verantworten.

A.Fallone--PV

Empfohlen

Französischer Flugzeugträger bringt sich für Hormus-Einsatz in Stellung

Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle ist am Mittwoch durch den Suezkanal gefahren, um sich für einen möglichen Einsatz zur Absicherung der Straße von Hormus in Stellung zu bringen. "Es soll zeigen, dass wir nicht nur bereit sind, die Straße von Hormus abzusichern, sondern auch fähig", erklärte das französische Präsidialamt. Der Flugzeugträger sei auf dem Weg ins südliche Rote Meer, um die Zeit für einen Einsatz zu verkürzen, "sobald die Umstände dies erlauben", fügte das französische Verteidigungsministerium hinzu.

Gesetzesänderung soll Schutz vor Diskriminierung verbessern - Aber weiter Kritik

Bürgerinnen und Bürger sollen besser vor Diskriminierung geschützt werden. Das sieht ein Gesetzentwurf der Ressorts für Justiz und für Inneres vor, der am Mittwoch vom Kabinett beschlossen wurde. Die Antidiskriminierungsbeauftragteder Bundesregierung, Ferda Ataman, kritisierte die Neuregelung allerdings als unzureichend.

US-Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" verlässt Mittelmeer in Richtung Heimathafen

Der aus dem Iran-Krieg abgezogene US-Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" hat das Mittelmeer nach Angaben der Website MarineTraffic und laut Augenzeugenberichten über die Straße von Gibraltar verlassen. Bilder in Onlinenetzwerken vom Mittwoch zeigten, wie der weltweit größte Flugzeugträger mit Dutzenden Kampfjets an Bord die Meerenge in Richtung Westen durchquerte. Das Schiff hatte die Golfregion vergangene Woche verlassen, nachdem es zuvor an Militäreinsätzen gegen den Iran beteiligt war.

Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte vorerst weiter in Gewahrsam - UNO fordert Freilassung

Zwei Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte sind vor einem israelischen Berufungsgericht damit gescheitert, ihre Freilassung aus dem verlängerten Gewahrsam zu erreichen. Das Bezirksgericht in Beersheba habe die Entscheidung der unteren Instanz bestätigt, wonach der Spanier Saif Abu Keshek und der Brasilianer Thiago Ávila bis Sonntag festgehalten werden dürften, sagte ihr Anwalt am Mittwoch. Die UNO hatte Israel aufgefordert, die beiden Männer "unverzüglich und bedingungslos" freizulassen.

Textgröße ändern: