Pallade Veneta - G7 "zutiefst besorgt" wegen Gefahr einer nuklearen Katastrophe in der Ukraine

G7 "zutiefst besorgt" wegen Gefahr einer nuklearen Katastrophe in der Ukraine


G7 "zutiefst besorgt" wegen Gefahr einer nuklearen Katastrophe in der Ukraine
G7 "zutiefst besorgt" wegen Gefahr einer nuklearen Katastrophe in der Ukraine / Foto: SERGEY BOBOK - AFP

Nach den Angriffen rund um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja wächst international die Angst vor einer nuklearen Katastrophe. Die G7-Gruppe sieben wichtiger Industrieländer forderte Russland nachdrücklich auf, seine Armee vom Gelände des Kernkraftwerkes zurückzuziehen. "Es ist Russlands fortdauernde Herrschaft über das Kernkraftwerk, die die Region gefährdet", erklärten die Außenminister der G7-Staaten am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung.

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Die G7-Gruppe, darunter auch Deutschland, sowie der EU-Vertreter für Außenpolitik, äußerten sich "zutiefst besorgt angesichts der ernsten Bedrohung" durch das russische Vorgehen in Hinsicht auf ukrainische Atomanlagen und warnte vor dem "Risiko eines nuklearen Unfalls oder Zwischenfalls" über die Grenzen der Ukraine hinaus.

Saporischschja im Süden der Ukraine ist das größte Akw Europas und verfügt über sechs der insgesamt 15 ukrainischen Atomreaktoren. Es liegt nicht weit von der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim entfernt.

Das Akw ist seit Anfang März von der russischen Armee besetzt. In den vergangenen Tagen geriet es wiederholt unter Beschuss, wobei Russland und die Ukraine sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich machten.

Zuletzt hatte die ukrainische Betreibergesellschaft Energoatom der russischen Seite vorgeworfen, sie wolle das Akw an die von Russland besetzte Krim anschließen. Dazu würden Stromleitungen des Akw beschädigt, die mit dem ukrainischen Netz verbunden seien.

Die G7 unterstützten in ihrer Erklärung auch die Bemühungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) "zur Stärkung der nuklearen Sicherheit und Sicherung in der Ukraine". Nach Saporischschja sollten Experten entsandt werden, "um Bedenken in Bezug auf nukleare Sicherheit und Sicherung sowie diesbezügliche Maßnahmen zu klären", hieß es in der Erklärung weiter.

Ukrainische Behörden meldeten am Mittwoch, dass in der Nähe des Akws bei russischen Bombardements mehr als ein Dutzend Zivilisten getötet und mehr als zehn verletzt worden seien. "Es war eine schreckliche Nacht", schrieb der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Valentin Resnitschenko, auf Telegram. Resnitschenko rief die Einwohner eindringlich auf, auf Sirenen zu hören und Schutz zu suchen.

Die meisten der Todesopfer wurden demnach in der Stadt Marganez gezählt, die auf der anderen Seite des Flusses Dnipro gegenüber des Akws von Saporischschja liegt, wie der Regionalratsvorsitzende Mykola Lukschuk mitteilte.

Einen russischen Angriff in der Region Saporischschja, die bereits teilweise von Russland kontrolliert wird, vermeldete auch deren ukrainischer Gouverneur Oleksander Staruch bei Telegram. Bei der Attacke auf das Dorf Kuschuhum sei eine Frau getötet worden.

Im Süden der Ukraine, wo Russland zu Beginn des Krieges auch die Region Cherson in der Nähe von Saporischschja und der Halbinsel Krim besetzt hatte, bereitet die ukrainische Armee derzeit eine Gegenoffensive vor. Auf der Krim war es am Dienstag auch zu heftigen Explosionen auf einem russischen Militärflugplatz gekommen. Dabei wurde nach Angaben der Behörden ein Mensch getötet, weitere wurden verletzt. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass Munition auf der Militärbasis explodiert sei und dass es sich nicht um einen ukrainischen Angriff gehandelt habe.

Die Ukraine verfügt seit wenigen Wochen über Artillerie-Geschütze mit längerer Reichweite, die auch russisches Gebiet erreichen können. Auch ukrainische Sabotage-Aktionen auf russischem Gebiet hat es bereits gegeben. Zu den Explosionen auf der Krim äußerte sich Kiew zunächst nicht.

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj bekräftigte am Dienstagabend in seiner täglichen Video-Ansprache aber den Anspruch seines Landes auf die Krim. "Der russische Krieg gegen die Ukraine und das gesamte freie Europa begann mit der Krim und sollte mit der Krim enden, durch ihre Befreiung", sagte der Präsident. "Die Krim ist ukrainisch und wir werden sie niemals aufgeben."

R.Zarlengo--PV

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