Pallade Veneta - IW-Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft kommt 2026 kaum von der Stelle

IW-Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft kommt 2026 kaum von der Stelle


IW-Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft kommt 2026 kaum von der Stelle
IW-Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft kommt 2026 kaum von der Stelle / Foto: Sina Schuldt - POOL/AFP/Archiv

Die Folgen des Iran-Kriegs schmälern die deutsche Wirtschaftsleistung in diesem Jahr nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erheblich. Statt wie im Dezember angenommen um 0,9 Prozent legt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2026 voraussichtlich nur noch um 0,4 Prozent zu, wie das IW am Donnerstag in Köln mitteilte. Die erhoffte Erholung nach drei Jahren Rezession und Stagnation falle damit "erneut aus".

Textgröße ändern:

Wie das IW ausführte, sinken die deutschen Exporte 2026 der aktuellen Konjunkturprognose zufolge um 0,3 Prozent und damit das vierte Mal in Folge. Zugleich komme auch der private Konsum in diesem Jahr nicht vom Fleck: "Steigende Energie- und Lebensmittelpreise treiben die Inflation auf gut drei Prozent und entziehen den Haushalten Kaufkraft", erläuterte das Institut.

"Die Krisen prasseln schneller auf die deutsche Wirtschaft ein, als sie sich erholen kann", erklärte IW-Konjunkturchef Michael Grömling. Es sei dennoch verfehlt, wenn die Politik mit Tankrabatten suggeriere, die zwangsläufigen Wohlstandsverluste auffangen zu können. Die Politik müsse sich "auf das konzentrieren, was sie beeinflussen kann" - nötig seien Verbesserungen bei der Wettbewerbsfähigkeit und den Investitionsbedingungen für Unternehmen.

Insgesamt ist die Prognose dem IW zufolge "mit hoher Unsicherheit behaftet". Die tatsächlichen Auswirkungen hingen auch von der Dauer des Konfliktes ab, erläuterte das Institut. Die Bundesregierung erwartet laut ihrer Frühjahrsprojektion vom April derzeit ein BIP-Wachstum von 0,5 Prozent für das laufende Jahr - Ende Januar hatte sie noch 1,0 Prozent angenommen.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Neuer Anlauf im Bundestag für Widerspruchslösung bei Organspende

Eine fraktionsübergreifende Gruppe von Bundestagsabgeordneten nimmt einen neuen Anlauf, um bei der Organspende die sogenannte Widerspruchslösung zu verankern. Ziel ist dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Gesetzentwurf zufolge, die derzeit zu geringe Zahl von Organspenderinnen und -spendern zu erhöhen. Derzeit gilt der Grundsatz, dass Spenderorgane nach dem Tod eines Menschen nur entnommen werden können, wenn eine ausdrückliche Zustimmung dafür vorliegt.

US-Außenminister Rubio zu Besuch bei Papst Leo XIV. im Vatikan eingetroffen

US-Außenminister Marco Rubio ist zu Gesprächen mit Papst Leo XIV. im Vatikan eingetroffen. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sahen Rubios Autokonvoi am Donnerstag die Via della Conciliazione in Richtung Petersdom fahren, bevor sie im Vatikan eintraf, wo Rubio von Leo empfangen werden soll.

Partei: Französischer Rechtspopulist Bardella traf deutschen Botschafter in Paris

Der französische Rechtspopulist Jordan Bardella hat nach Angaben seiner Partei Rassemblement National (RN) vor einigen Wochen den deutschen Botschafter in Paris getroffen. Bardella treffe "als Vorsitzender des RN und als Fraktionschef im Europäischen Parlament zahlreiche Botschafter", hieß es nun in seinem Umfeld. Er halte Deutschland für einen "unverzichtbaren Partner Frankreichs" und schätze die deutsch-französischen Beziehungen. Bei dem Treffen im Februar sei es auch um "Haushaltsdisziplin" gegangen, die den Deutschen wichtig sei. Bardella liegt derzeit mit rund 34 Prozent in Umfragen zur Präsidentschaftswahl 2027 in der ersten Runde vorn.

Scharfe Kritik im Bundestag an Gesetz zu Behindertengleichstellung

Nach längerem Streit in der Koalition hat der Bundestag erstmals über die Neuregelung des Behindertengleichstellungsgesetzes beraten. Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD) sprach in der Debatte am Donnerstag von "Fortschritten", auch wenn "ich mit mehr gewünscht hätte". Rednerinnen und Redner der Opposition kritisierten die Vorlage als ungenügend, wenn nicht sogar als Verschlechterung für Menschen mit Behinderungen. Auch aus den Reihen der Koalition gab es Kritik.

Textgröße ändern: