Pallade Veneta - Bundesrat stoppt geplante 1000-Euro-Entlastungsprämie

Bundesrat stoppt geplante 1000-Euro-Entlastungsprämie


Bundesrat stoppt geplante 1000-Euro-Entlastungsprämie
Bundesrat stoppt geplante 1000-Euro-Entlastungsprämie / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Der Bundesrat hat die von der Bundesregierung geplante steuer- und abgabenfreie 1000-Euro-Entlastungsprämie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zunächst gestoppt. Das zustimmungspflichtige Gesetz erhielt am Freitag nicht die notwendige Mehrheit. Mehrere Länder kritisierten in der Debatte damit verbundene zusätzliche Belastungen für Länder und Gemeinden.

Textgröße ändern:

Um das parlamentarische Verfahren zu beschleunigen, war die Gesetzesänderung für die Einmalprämie an einen Gesetzentwurf zur Änderung des Steuerberatungsrechts angehängt worden. Formal zurückgewiesen wurde also dieses Gesetz, dass die Regelungen für die Prämie enthält. Bundesregierung oder der Bundestag, der dem Gesetzentwurf zugestimmt hatte, könnten nun den Vermittlungsausschuss anrufen. Im Bundesrat gab es dafür keinen Antrag.

Durch die Gesetzesänderung sollten Unternehmen die Möglichkeit erhalten, ihren Beschäftigten eine steuer- und abgabenfreie Prämie von 1000 Euro zu zahlen. Die Koalition hatte sich auf dieses Modell verständigt, um Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angesichts der hohen Energiepreise zu entlasten, ohne Zahlungen aus Haushaltsmitteln tätigen zu müssen.

Zahlen sollen die Prämie die Arbeitgeber, die diese denn auch vielfach kritisch sehen. Viele weisen darauf hin, sie seien dazu in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation nicht in der Lage. Doch auch für die Länder und Kommunen wäre diese mit Einnahmeausfällen verbunden, was der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) in der Debatte kritisierten. Eine Gegenfinanzierung hatte die Bundesregierung lediglich für den Bund in Form einer höheren Tabaksteuer vorgesehen.

Neben den Arbeitgebern stößt die Prämie auch auf Seiten der Gewerkschaften auf große Vorbehalte. Letztere argumentieren, dass es sich lediglich um eine Einmalzahlung handelt, die nicht zu einer dauerhaften Gehaltssteigerung für die Beschäftigten führt, sondern möglicherweise in Konkurrenz zu einer linearen Anhebung der Bezüge steht.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Kommunalwahl in England: Labour-Partei von Premier Starmer erleidet schwere Verluste

Massiver Druck auf den britischen Premierminister Keir Starmer: Seine regierende Labour-Partei hat bei der als Stimmungstest geltenden Kommunalwahl in England ersten Ergebnissen zufolge schwere Verluste erlitten. Die Rechtsaußen-Partei Reform UK von Nigel Farage konnte hingegen deutliche Gewinne verbuchen. Die Ergebnisse dürften die Rücktrittsforderungen gegen Starmer befeuern, der aber als Regierungschef weitermachen will.

Reform privater Altersvorsorge nimmt letzte parlamentarische Hürde

Die Reform der privaten Altersvorsorge hat die letzte parlamentarische Hürde genommen. Der Bundesrat stimmte der Neuregelung am Freitag mehrheitlich zu. Vorgesehen ist, die Riester-Rente 2027 durch ein neues, staatlich gefördertes Vorsorgemodell abzulösen.

US-Handelsgericht erklärt Trumps globalen Zoll von zehn Prozent für rechtswidrig

Erneuter Rückschlag für US-Präsident Donald Trump und seine Zollpolitik: Ein US-Handelsgericht hat die temporären weltweiten Zölle in Höhe von zehn Prozent für rechtswidrig erklärt. Trump könne sich dafür nicht wie geschehen auf ein Handelsgesetz von 1974 berufen, hieß es zur Begründung. Der globale Zoll war eingeführt worden, nachdem der Supreme Court im Februar den Großteil seiner Sonderzölle für unzulässig erklärt hatte.

Bundesrat billigt Erleichterungen für "Überkreuz-Spenden" von Nieren

Nierenspenden durch lebende Personen sollen künftig leichter möglich sein. Nach dem Bundestag billigte am Freitag auch der Bundesrat eine Gesetzesänderung, wonach Lebendspenden von Nieren hierzulande künftig auch zwischen zwei unterschiedlichen Paaren "überkreuz" im Regelfall zugelassen werden. Dies soll den Kreis möglicher Organspenderinnen und -spender erheblich vergrößern.

Textgröße ändern: