Pallade Veneta - Dobrindt will Zivilschutz mit zehn Milliarden Euro stärken

Dobrindt will Zivilschutz mit zehn Milliarden Euro stärken


Dobrindt will Zivilschutz mit zehn Milliarden Euro stärken
Dobrindt will Zivilschutz mit zehn Milliarden Euro stärken / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will den Zivilschutz in Deutschland massiv ausbauen. Das Ministerium werde dafür zehn Milliarden Euro bis 2029 investieren, sagte ein Sprecher des Innenressorts am Montag in Berlin. Mit den Mitteln soll unter anderem in Ausrüstung, Personal und Technik des Technischen Hilfswerks (THW) investiert werden. So ist ein Bauprogramm geplant, um die THW-Gebäude krisensicher zu machen. Zudem sollen 1000 Spezialfahrzeuge beschafft werden.

Textgröße ändern:

Den dazugehörigen Gesetzentwurf will das Bundeskabinett am Mittwoch beschließen. Zuerst hatte die "Bild" über das Vorhaben Dobrindts berichtet. Demnach sollen auch 110.000 neue Feldbetten beschafft sowie öffentliche Zufluchtsräume wie Bunker, Tunnel und Tiefgaragen in einem Kataster erfasst werden. Diese sollen anschließend in die Warn-App NINA des Bundes integriert und dort angezeigt werden.

Beim Bundesinnenministerium soll dem Bericht zufolge eine neue Stabsstelle "Kommando zivile Verteidigung" geschaffen werden. Diese würde im Verteidigungsfall die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr koordinieren.

"Wir rüsten auf beim Bevölkerungsschutz und der zivilen Verteidigung", sagte Dobrindt der "Bild". Es gehe um eine "klare Kante gegen hybride Bedrohungen" und um "konsequente Unterstützung der ehrenamtlichen Kräfte". Militärische und zivile Verteidigung würden für mehr Sicherheit und Widerstandsfähigkeit vernetzt.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) begrüßte die Pläne "sehr". Nicht nur in die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands, sondern auch in den Zivilschutz sei in den vergangenen 30 Jahren nicht genug oder fast nichts mehr investiert worden, sagte Pistorius in Berlin.

"Endlich soll das Thema Bevölkerungsschutz konkret angegangen werden", erklärte auch der Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, Christian Reuter. Dies sei dringend nötig, die Finanzierung im Zivil- und Katastrophenschutz sei bisher unzureichend gewesen. Reuter forderte allerdings, dass "die Zeitenwende im Bevölkerungsschutz" auch die anerkannten Hilfsorganisationen deutlich stärker umfasse - "sonst bleibt ein entscheidender Teil ausgeklammert".

Kritisch sieht hingegen die Linke das Vorhaben des Bundesinnenministers. "Also im Prinzip ist es gut, für einen modernen Bevölkerungsschutz zu sorgen", sagte Linken-Chef Jan van Aken in Berlin. Mehr Geld für das THW, Feuerwehr oder Krankenhäuser sei "wichtig und richtig". Wenn Dobrindt aber nur das Land kriegsfähiger machen wolle, habe dies wenig mit modernem Bevölkerungsschutz zu tun.

F.Abruzzese--PV

Empfohlen

Iranische Verhandlungsdelegation für Gespräche in der Schweiz angekommen

Vor den geplanten Gesprächen zwischen dem Iran und den USA in der Schweiz ist die iranische Delegation in der Alpenrepublik angekommen. "Wir begrüßen die Ankunft der iranischen Delegation in der Schweiz", erklärte das Schweizer Außenministerium am Samstagabend im Kurzbotschaftendienst X. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, die Delegation sei in der Schweiz angekommen.

Vance zu Gesprächen mit dem Iran in die Schweiz aufgebrochen

US-Vizepräsident JD Vance ist zu Gesprächen mit dem Iran in die Schweiz aufgebrochen. Bei den bevorstehenden Verhandlungen werde es vorrangig um das iranische Atomprogramm und die Waffenruhe im Libanon gehen, sagte Vance am Samstag bei seiner Abreise vom Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews zu Journalisten. Er selbst könne "nur ein oder zwei Tage dort bleiben".

Nach neuen abfälligen Bemerkungen: Meloni verschärft Ton gegenüber Trump

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat ihren Ton gegenüber US-Präsident Donald Trump nach dessen erneuten herablassenden Bemerkungen über sie verschärft. "Diese ständigen, unprovozierten Angriffe sind sinnlos", erklärte Meloni am Sonntag im Onlinedienst Instagram, nachdem Trump sich erneut abfällig über die einstige enge Vertraute geäußert hatte. "Ihre Freundin zu sein, hat meiner Beliebtheit sicherlich nicht geholfen", schrieb Meloni. Sie fügte hinzu: "Ich schlage vor, Sie konzentrieren sich auf Ihre eigene."

Schwerdtner und Pantisano führen künftig die Linke an - Dämpfer für neuen Chef

Die Linke hat mit Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano ein neues Führungs-Duo. Schwerdtner wurde beim Bundesparteitag in Potsdam mit knapp 86 Prozent deutlich im Amt bestätigt, Pantisano wurde neu gewählt. Dem 46-Jährigen verpassten die Delegierten aber gleich einen Dämpfer: Nur gut 53 Prozent stimmten am Samstag für ihn, rund 30 Prozent gegen ihn. Pantisano tritt nun die Nachfolge von Jan van Aken an, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte.

Textgröße ändern: