Pallade Veneta - Merz: Iran darf nicht länger auf Zeit spielen

Merz: Iran darf nicht länger auf Zeit spielen


Merz: Iran darf nicht länger auf Zeit spielen
Merz: Iran darf nicht länger auf Zeit spielen / Foto: Odd ANDERSEN - AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Führung in Teheran aufgefordert, sich in den Verhandlungen mit den USA über ein Ende des Iran-Krieges zu bewegen. Der Iran müsse "aufhören, auf Zeit zu spielen", sagte Merz am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit dem Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin in Berlin. "Er darf nicht länger die Region und die ganze Welt zur Geisel nehmen. Und vor allem das militärische Nuklearprogramm muss beendet werden."

Textgröße ändern:

Angesichts der vom Iran blockierten wichtigen Schifffahrtsstraße von Hormus verwies Merz auf die Abhängigkeit Deutschlands und der Schweiz von Exporten. Beide Länder lebten daher "von offenen Handelswegen und niedrigen Zöllen auf der Welt". Die iranische Blockade der Straße von Hormus sei deswegen für beide Länder "ein großer Schaden", sagte Merz. Die Durchfahrt der Seewege müsse "so schnell wie möglich" wiederhergestellt werden.

Wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt seien, werde Deutschland auch bereitstehen, "sich mit militärischen Fähigkeiten dafür zu engagieren". Dafür müsse aber der Iran "an den Verhandlungstisch kommen".

Merz empfing Parmelin am Dienstag zu dessen Antrittsbesuch in Berlin. In einem gemeinsamen Gespräch erörterten die beiden Politiker sowohl Themen der bilateralen Zusammenarbeit als auch europapolitische, außen- und sicherheitspolitische Fragen, darunter der Ukraine-Krieg.

Unter dem Vorsitz der Schweiz habe sich auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erstmals seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf einen Haushalt einigen können, sagte Merz weiter. Dies sei "eine beachtliche diplomatische Leistung" des Alpenlandes.

Die Schweiz bemühe sich wie Deutschland "um ernsthafte Verhandlungen auch über ein Ende des russischen Krieges gegen die Ukraine". "Wir teilen miteinander die Überzeugung, dass ein tragfähiger Frieden nur gemeinsam erreicht werden kann, mit der Ukraine, mit Russland, mit den USA und mit den Europäern", betonte Merz. "Bis es soweit ist, bleibt für uns die konsequente Unterstützung der Ukraine von höchster Bedeutung." Dies gelte für militärisches Gerät und Ausrüstung ebenso wie für zivile Hilfsgüter. Kiew könne sich "auf Deutschland und Europa verlassen".

Der Bundeskanzler äußerte sich auch zum Besuch von Russlands Präsident Wladimir Putin in China ab Dienstag. Deutschland beobachte Putins Besuch in Peking "sehr genau". "Wir erwarten jetzt nicht einen grundlegenden Wechsel in den strategischen Beziehungen zwischen Russland und China, aber wir verbinden natürlich mit diesem Besuch die Hoffnung, dass Präsident Xi auch auf Präsident Putin einwirkt, diesen Krieg in der Ukraine zu beenden, den er nicht gewinnen kann", sagte Merz.

Hinsichtlich der Herausforderungen durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine verwies der Schweizer Bundespräsident Parmelin auf Diskussionen in seinem Land über mehr Kooperation mit der EU. Das Parlament und der Bundesrat seines Landes "wollen, dass wir besser kooperieren in Europa", sagte er.

"Natürlich sind wir neutral, aber es gibt Möglichkeiten, diese Kooperation zu verbessern", betonte Parmelin. Denn sein Land sei zwar neutral, aber auch "Teil der europäischen Sicherheitsarchitektur". Das Parlament und der Bundesrat hätten etwa schon entschieden, "mehr Mittel für die Verteidigung einzubringen". Die Zeichen gingen "klar in diese Richtung".

C.Grillo--PV

Empfohlen

Iranische Verhandlungsdelegation für Gespräche in der Schweiz angekommen

Vor den geplanten Gesprächen zwischen dem Iran und den USA in der Schweiz ist die iranische Delegation in der Alpenrepublik angekommen. "Wir begrüßen die Ankunft der iranischen Delegation in der Schweiz", erklärte das Schweizer Außenministerium am Samstagabend im Kurzbotschaftendienst X. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, die Delegation sei in der Schweiz angekommen.

Vance zu Gesprächen mit dem Iran in die Schweiz aufgebrochen

US-Vizepräsident JD Vance ist zu Gesprächen mit dem Iran in die Schweiz aufgebrochen. Bei den bevorstehenden Verhandlungen werde es vorrangig um das iranische Atomprogramm und die Waffenruhe im Libanon gehen, sagte Vance am Samstag bei seiner Abreise vom Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews zu Journalisten. Er selbst könne "nur ein oder zwei Tage dort bleiben".

Nach neuen abfälligen Bemerkungen: Meloni verschärft Ton gegenüber Trump

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat ihren Ton gegenüber US-Präsident Donald Trump nach dessen erneuten herablassenden Bemerkungen über sie verschärft. "Diese ständigen, unprovozierten Angriffe sind sinnlos", erklärte Meloni am Sonntag im Onlinedienst Instagram, nachdem Trump sich erneut abfällig über die einstige enge Vertraute geäußert hatte. "Ihre Freundin zu sein, hat meiner Beliebtheit sicherlich nicht geholfen", schrieb Meloni. Sie fügte hinzu: "Ich schlage vor, Sie konzentrieren sich auf Ihre eigene."

Schwerdtner und Pantisano führen künftig die Linke an - Dämpfer für neuen Chef

Die Linke hat mit Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano ein neues Führungs-Duo. Schwerdtner wurde beim Bundesparteitag in Potsdam mit knapp 86 Prozent deutlich im Amt bestätigt, Pantisano wurde neu gewählt. Dem 46-Jährigen verpassten die Delegierten aber gleich einen Dämpfer: Nur gut 53 Prozent stimmten am Samstag für ihn, rund 30 Prozent gegen ihn. Pantisano tritt nun die Nachfolge von Jan van Aken an, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte.

Textgröße ändern: