Pallade Veneta - Rotes Kreuz und Kommunen halten zusätzliche Zivilschutzmittel für unzureichend

Rotes Kreuz und Kommunen halten zusätzliche Zivilschutzmittel für unzureichend


Rotes Kreuz und Kommunen halten zusätzliche Zivilschutzmittel für unzureichend
Rotes Kreuz und Kommunen halten zusätzliche Zivilschutzmittel für unzureichend / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP/Archiv

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sowie Spitzenverbände der Kommunen halten die geplante massive Aufstockung der Bundesmittel für den Zivilschutz für richtig, jedoch für unzureichend. Die von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) angekündigten Investitionen in Höhe von zehn Milliarden Euro bis 2029 seien "natürlich ein erster guter, aber kein ausreichender Schritt", sagte DRK-Generalsekretär Christian Reuter am Dienstag im Sender RBB.

Textgröße ändern:

"Uns fehlt eigentlich alles", beschrieb Reuter die aktuelle Situation. "Uns fehlt Ausstattung und Ausrüstung, uns fehlen Hygienemittel und Medikamente, uns fehlt Infrastruktur, um Menschen unterzubringen." Gerade Letzteres, nämlich Menschen in Konfliktsituationen unterzubringen, "ist sicherlich eines der realistischsten Szenarien, auf die wir uns vorbereiten müssen" sagte der DRK-Generalsekretär.

"Wir müssen Mosaikstein für Mosaikstein dafür sorgen, dass die Bevölkerung in Deutschland im Zivilschutzfall wirklich geschützt ist", verlangte Reuter. Dies sei derzeit definitiv nicht der Fall. Das DRK fordere "schon seit vielen Jahren, dass mindestens 0,5 Prozent des Bundeshaushaltes dauerhaft in den Bevölkerungsschutz investiert werden müssen", sagte er weiter. Dies wären 2,5 bis drei Milliarden Euro jährlich.

Die von Dobrindt angekündigten Investitionen in Schutzräume seien "ein wichtiger erster Schritt", reichten aber "bei Weitem nicht aus", sagte auch der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, André Berghegger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Erforderlich ist eine dauerhafte und auskömmliche Finanzierung der zivilen Verteidigung auf allen staatlichen Ebenen – ausdrücklich auch für laufende Kosten", forderte er.

Die Funktionsfähigkeit des Bevölkerungsschutzes entscheide sich vor Ort in den Städten und Gemeinden. "Ohne leistungsfähige Kommunen bleibt jede nationale Sicherheitsstrategie unvollständig", hob Berghegger hervor. Daher sei es wichtig, die kommunale Ebene verbindlich in neue Strukturen wie die geplante Stabsstelle "Kommando Zivile Verteidigung", den angekündigten Pakt für Bevölkerungsschutz und die zivil-militärische Zusammenarbeit einzubinden. Sicherheitsarchitektur dürfe nicht "top-down" organisiert, sondern müsse gemeinsam mit den Kommunen entwickelt werden.

Der Städte- und Gemeindebund forderte zudem, die Kommunen auch aus den neuen finanziellen Spielräumen für Verteidigung zu unterstützen. Der Bund müsse diese nutzen, "um insbesondere die sogenannte Dual-Use-Infrastruktur wie Straßen und Brücken gemeinsam mit den Kommunen zu finanzieren", sagte Berghegger. "Wer von den Kommunen mehr Verantwortung im Bevölkerungsschutz erwartet, muss ihnen dafür auch dauerhaft die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen."

Eine echte "Zeitenwende" auch im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes forderte die Senioren-Union. Spätestens seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sei deutlich geworden, dass Deutschland die Vorsorge gegen hybride Bedrohungen, Angriffe auf kritische Infrastruktur und mögliche Krisenszenarien massiv verbessern müsse.

Dobrindt plant ein Sonderprogramm von zehn Milliarden Euro für den Zivilschutz. Die Mittel sollen unter anderem in Ausrüstung, Gebäude, Personal und Technik fließen. Darüber soll das Bundeskabinett an diesem Mittwoch entscheiden. Unter anderem sollen 1000 neue Spezialfahrzeuge und 110.000 neue Feldbetten beschafft werden.

Mit Unterstützung für das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und das Technische Hilfswerk (THW) allein sei es beim Bevölkerungsschutz nicht getan, sagte allerdings Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) dazu dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Auch die Länder müssten mehr Mittel für den Zivilschutz erhalten, "damit sie ihren Aufgaben gerecht werden können". Bremens Innensenatorin Eva Högl (SPD) forderte im RND, dass "der Bund die Länder nun an einen Tisch holt".

U.Paccione--PV

Empfohlen

Iranische Verhandlungsdelegation für Gespräche in der Schweiz angekommen

Vor den geplanten Gesprächen zwischen dem Iran und den USA in der Schweiz ist die iranische Delegation in der Alpenrepublik angekommen. "Wir begrüßen die Ankunft der iranischen Delegation in der Schweiz", erklärte das Schweizer Außenministerium am Samstagabend im Kurzbotschaftendienst X. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete, die Delegation sei in der Schweiz angekommen.

Vance zu Gesprächen mit dem Iran in die Schweiz aufgebrochen

US-Vizepräsident JD Vance ist zu Gesprächen mit dem Iran in die Schweiz aufgebrochen. Bei den bevorstehenden Verhandlungen werde es vorrangig um das iranische Atomprogramm und die Waffenruhe im Libanon gehen, sagte Vance am Samstag bei seiner Abreise vom Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews zu Journalisten. Er selbst könne "nur ein oder zwei Tage dort bleiben".

Nach neuen abfälligen Bemerkungen: Meloni verschärft Ton gegenüber Trump

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat ihren Ton gegenüber US-Präsident Donald Trump nach dessen erneuten herablassenden Bemerkungen über sie verschärft. "Diese ständigen, unprovozierten Angriffe sind sinnlos", erklärte Meloni am Sonntag im Onlinedienst Instagram, nachdem Trump sich erneut abfällig über die einstige enge Vertraute geäußert hatte. "Ihre Freundin zu sein, hat meiner Beliebtheit sicherlich nicht geholfen", schrieb Meloni. Sie fügte hinzu: "Ich schlage vor, Sie konzentrieren sich auf Ihre eigene."

Schwerdtner und Pantisano führen künftig die Linke an - Dämpfer für neuen Chef

Die Linke hat mit Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano ein neues Führungs-Duo. Schwerdtner wurde beim Bundesparteitag in Potsdam mit knapp 86 Prozent deutlich im Amt bestätigt, Pantisano wurde neu gewählt. Dem 46-Jährigen verpassten die Delegierten aber gleich einen Dämpfer: Nur gut 53 Prozent stimmten am Samstag für ihn, rund 30 Prozent gegen ihn. Pantisano tritt nun die Nachfolge von Jan van Aken an, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte.

Textgröße ändern: