Pallade Veneta - Merz: Große Zustimmung bei EU, EU-Staaten und Westbalkanländern für neue Erweiterungspläne

Merz: Große Zustimmung bei EU, EU-Staaten und Westbalkanländern für neue Erweiterungspläne


Merz: Große Zustimmung bei EU, EU-Staaten und Westbalkanländern für neue Erweiterungspläne
Merz: Große Zustimmung bei EU, EU-Staaten und Westbalkanländern für neue Erweiterungspläne / Foto: SAVO PRELEVIC - AFP

Der Vorschlag von Deutschland und Frankreich für eine Umstrukturierung des EU-Beitrittsprozesses ist nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei der EU, den EU-Mitgliedstaaten und den Westbalkanländern auf "große Zustimmung" gestoßen. "Wir werden jetzt einen schrittweisen Prozess einleiten", sagte Merz am Freitag im Rahmen eines Treffens zwischen Staats- und Regierungschefs der EU und der Westbalkanstaaten in Tivat in Montenegro.

Textgröße ändern:

Der schrittweise Prozess werde darin bestehen, "dass wir zunächst einmal den Weg öffnen, auch in die Institutionen, zum Beispiel als Beobachter an den Sitzungen des Europäischen Rates, vielleicht auch des Europäischen Parlaments teilzunehmen". Dies müsse aber das EU-Parlament in eigener Zuständigkeit entscheiden.

"Es wird jetzt keine Ausreden mehr geben, sondern es wird jetzt sehr konkrete, allerdings individuelle Prozesse geben auf die einzelnen Staaten des Westbalkans bezogen", fuhr der Bundeskanzler fort.

Merz stellte "konkrete Schritte" zur praktischen Umsetzung in Aussicht. Als Beispiele nannte er die Teilnahme der Staaten am europäischen Zahlungssystem Sepa, am Studentenaustauschprogramm Erasmus+ und am Mobilfunkroaming. "Das sind konkrete Schritte, die wir jetzt einleiten können, ohne dass die Vollmitgliedschaft sozusagen zur Voraussetzung gemacht wird", sagte Merz.

Zum Westbalkan gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, das Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Alle sechs bewerben sich seit vielen Jahren um eine Mitgliedschaft in der EU. Montenegro ist bei den Bemühungen um einen Beitritt am weitesten fortgeschritten.

Merz betonte, das nun geäußerte Angebot gelte auch für Serbien. Die Beziehungen zwischen dem nach Einwohnern größten Balkanland und der EU sind allerdings angespannt. Extrem kritisch sieht die EU etwa das enge Band Serbiens zu Russland.

Merz sagte am Freitag, Serbien müsse sich entscheiden, wo es steht. "Eine Schaukelpolitik zwischen Russland, China und Europa, die kann es nicht geben", betonte der Bundeskanzler.

Deutschland und Frankreich hatten vor dem Gipfeltreffen in Tivat ein Papier in Umlauf gebracht, in dem sie "neuen Schwung" für die EU-Erweiterung forderten. Um eine "wahrhaft europäische Union" zu erreichen, müssten "zusätzliche Anreize im Rahmen eines auf Leistung beruhenden, schrittweisen Integrationsprozesses" geschaffen werden, heißt es in dem Papier. Konkret soll Beitrittskandidaten etwa schon vor Vollzug des Beitritts unter bestimmten Umständen voller Zugang zum europäischen Binnenmarkt gewährt werden.

Es gehe darum, das "überformalistische, bürokratische Verfahren" zu vereinfachen und den Prozess der Beitrittsverhandlungen zu beschleunigen, hieß es aus Regierungskreisen. Im Wesentlichen sehe der Vorschlag einen "leistungsbasierten, schrittweisen Integrationsansatz" vor. So soll den Beitrittskandidaten eine Art Beobachterstatus in den EU-Institutionen gewährt werden.

T.Galgano--PV

Empfohlen

Gewaltsame Zusammenstöße bei rechtsextremer Demonstration in den Niederlanden

Rechtsextreme Demonstranten haben sich am Samstag in den Niederlanden gewaltsame Zusammenstöße mit der Polizei geliefert. Laut Polizei versammelten sich rund 500 Rechtsextreme im Zentrum von Den Haag, skandierten antisemitische Parolen und bewarfen Polizisten mit Feuerwehrkörpern und anderen Wurfgeschossen. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein und ging mit Hunden und Wasserwerfern gegen die rechten Demonstranten vor. 24 Menschen wurden demnach festgenommen.

Weißes Haus verweigert Journalisten von CNN und weiteren US-Medien den Zutritt

Einen Tag nach einem von US-Präsident Donald Trump Hausverbot hat das Weiße Haus Ernst gemacht und Journalisten des Nachrichtensenders CNN und zweier weiterer Medien den Zutritt verwehrt. Mitarbeiterinnen von CNN, des Senders MS NOW und des Nachrichtenportals Politico wurden am Samstag an den Zugängen zum Weißen Haus abgewiesen, ihre Zutrittsausweise wurden ihnen abgenommen. Der Verband der White-House-Korrespondenten verurteilte den Schritt als verfassungswidrig.

US-Journalistenverband kritisiert Trumps Hausverbot gegen Reporter scharf

Der Verband der über den US-Präsidenten berichtenden Journalisten hat ein von Donald Trump verkündetes Hausverbot gegen den Nachrichtensender CNN und zwei weitere Medien scharf kritisiert und dessen sofortige Aufhebung gefordert. Der Schritt verstoße gegen den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der die Pressefreiheit garantiert, erklärte der Verband der White-House-Korrespondenten am Samstag. Er forderte die Trump-Regierung auf, "den Zugang unserer Kollegen sofort wiederherzustellen".

Huthis melden Angriffe auf saudiarabische Hauptstadt und Ölanlagen am Roten Meer

Die Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben "wichtige" Ziele in der saudiarabischen Hauptstadt Riad sowie Ölanlagen am Roten Meer angegriffen. Huthi-Kämpfer hätten mithilfe "einer großen Anzahl ballistischer Raketen und Marschflugkörper sowie Drohnen" zwei erfolgreiche Militäreinsätze ausgeführt, erklärte Huthi-Sprecher Jahja Saree am Samstag im Onlinedienst Telegram. Augenzeugen hatten zuvor von Explosionen in Riad sowie von schwarzem Rauch und Flammen in der Nähe des internationalen Flughafens berichtet.

Textgröße ändern: