Pallade Veneta - US-Abgeordnete verweigern Trump Spionagerechte gegen Ausländer

US-Abgeordnete verweigern Trump Spionagerechte gegen Ausländer


US-Abgeordnete verweigern Trump Spionagerechte gegen Ausländer
US-Abgeordnete verweigern Trump Spionagerechte gegen Ausländer / Foto: Brendan SMIALOWSKI - AFP/Archiv

Debakel für US-Präsident Donald Trump im Kongress: Das Repräsentantenhaus hat seiner Regierung am Donnerstag verlängerte Spionagerechte gegen mutmaßliche Terroristen oder Agenten aus dem Ausland verweigert. Die Befugnis aus dem Gesetz zur Auslandsaufklärung (Fisa) dürfte nun in der Nacht zu Samstag auslaufen. Trump hatte in diesem Fall vor möglichen Sicherheitsrisiken etwa bei der Fußball-WM gewarnt.

Textgröße ändern:

Ein zentraler Passus aus dem Fisa-Gesetz von 1978 ermöglicht es der US-Regierung, anlasslos und ohne richterliche Genehmigung verdächtige Ausländer zu überwachen. Trump hatte die Abgeordneten aufgerufen, die Vorkehrung vorerst um drei Wochen zu verlängern. Dagegen stimmten jedoch eine Mehrheit der oppositionellen Demokraten sowie 19 Republikaner aus dem Präsidentenlager.

Hintergrund ist ein Streit um den designierten Geheimdienstkoordinator Bill Pulte. Trump hatte den in Spionagedingen völlig unerfahrenen Immobilienexperten Pulte zum kommissarischen Nachfolger von Tulsi Gabbard ernannt, die wegen einer Krebserkrankung ihres Mannes ihren Rücktritt erklärt hatte. Die Demokraten äußerten sich empört und warnten vor Gefahren für die nationale Sicherheit, sollte Pulte das Amt wie geplant am 19. Juni antreten. Aber auch Republikaner äußerten Bedenken.

Im Ringen um einen Kompromiss bat Trump die Abgeordneten daher vorerst um eine Verlängerung der Fisa-Befugnis um drei Wochen, bis er einen ständigen Nachfolger für Gabbard gefunden habe. Die Spionagerechte seien "sehr wichtig" für das Militär und für die Sicherheit der US-Bürger, "besonders während der Fußball-Weltmeisterschaft und den 250-Jahr-Feiern der USA", erklärte Trump. Mit seinem Appell hatte er jedoch keinen Erfolg.

Der republikanische Sprecher des Repräsentantenhaus, Mike Johnson, nannte das Abstimmungsergebnis "gefährlich" für die nationale Sicherheit und gab den Demokraten die Schuld. Die Abweichler in den eigenen Reihen erwähnte er nicht.

Die Fußball-WM wird bis zum 19. Juli gemeinsam von den USA, Mexiko und Kanada ausgerichtet. Anpfiff ist am Donnerstag in Mexiko-Stadt. Am 4. Juli feiern die USA zudem landesweit den 250. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Dazu werden Millionen Besucher alleine in Washington erwartet.

Vor der WM hatte die Trump-Regierung einem somalischen WM-Schiedsrichter sowie mehreren iranischen Delegationsmitgliedern die Einreise verweigert und dies mit Sicherheitsbedenken begründet. Fans aus dem Iran, Haiti, der Elfenbeinküste und Senegal erhalten nach Angaben der Nichtregierungsorganisation American Immigration Council ebenfalls keine Visa.

P.Colombo--PV

Empfohlen

Fehlalarm am Pentagon: Keine "gefährlichen Substanzen" gefunden

Fehlalarm am Pentagon: Das US-Verteidigungsministerium ist nach einem Verdacht auf "gefährliche Substanzen" am Donnerstag zeitweise abgeriegelt worden. Kurze Zeit später gab das Ministerium Entwarnung: "Tests haben bestätigt, dass keine Gefahr besteht, und der normale Betrieb wurde wieder aufgenommen", erklärte Pentagon-Sprecher Sean Parnell.

Trump sagt Angriffe auf Iran ab und deutet Verhandlungserfolg an

US-Präsident Donald Trump hat die noch für Donnerstag angedrohten Angriffe auf den Iran wieder abgesagt. Nach Gesprächen mit "der höchsten Ebene der iranischen Führung" zeichne sich eine Verhandlungslösung ab, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Zeitpunkt und Ort der Unterzeichnung des Abkommens würden "in Kürze bekanntgegeben", fügte er hinzu. Der Ölpreis gab daraufhin deutlich nach.

Pentagon nach Fund "gefährlicher Substanzen" abgeriegelt

Das US-Verteidigungsministerium ist nach dem Fund "gefährlicher Substanzen" teilweise abgeriegelt worden. Die Feuerwehr erklärte am Donnerstag im Onlinedienst X, ein Gefahrstoffteam und weitere Einheiten seien im Einsatz. Pentagon-Sprecher Sean Parnell sprach von "einem Problem mit der Luftqualität". Das Ministerium habe deshalb für einen Bereich des Gebäudes Schutzprotokolle in Kraft gesetzt.

EU-Ratspräsidentschaft legt Entwurf für EU-Haushalt vor - Kritik von Nettozahlern

Eine Woche vor dem EU-Gipfel in Brüssel hat die zyprische Ratspräsidentschaft einen ersten Entwurf für die Position der Mitgliedstaaten in den Verhandlungen um den nächsten mehrjährigen EU-Haushalt vorgelegt. Der am Donnerstag veröffentlichte "Verhandlungsrahmen" sieht im Vergleich zum im vergangenen Sommer vorgestellten Vorschlag der EU-Kommission eine Kürzung der Ausgaben um rund zwei Prozent vor. Dabei handele es sich um einen "Kompromiss, der allen Stimmen im Rat Rechnung trägt", sagte die stellvertretende zyprische Europaministerin Marilena Raouna.

Textgröße ändern: