Pallade Veneta - Papst: "Wir sind alle Migranten"

Papst: "Wir sind alle Migranten"


Papst: "Wir sind alle Migranten"
Papst: "Wir sind alle Migranten" / Foto: Stefano RELLANDINI - AFP

Papst Leo XIV. hat das Thema Migration zum Abschluss seiner einwöchigen Spanien-Reise als gesamtgesellschaftliche Aufgabe bezeichnet. "In gewisser Weise sind wir alle Migranten", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Freitag beim Besuch eines Aufnahmezentrums für Flüchtlinge auf der spanischen Insel Teneriffa. "Wir sind alle Pilger auf dem Weg in unsere himmlische Heimat", sagte er in San Cristóbal de La Laguna.

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"Machen wir diese Reise für alle menschlicher, indem wir auf jede uns mögliche Weise dazu beitragen", sagte der Papst am letzten Tag seiner Spanien-Reise. Er sprach vor hunderten Bewohnern der Flüchtlingseinrichtung Las Raices, einer früheren Kaserne, die in der Vergangenheit wegen Überbelegung in den Schlagzeilen gewesen war.

Die Integration von Flüchtlingen in Gesellschaften sei ein "wechselseitiger Weg", den beide Seiten gemeinsam beschreiten müssten, sagte Leo XIV.. Migranten rief er auf, die Sprache des jeweiligen Aufnahmelandes zu lernen, dessen Gesetze zu respektieren und seine Bräuche kennenzulernen, ohne dabei "ihre eigene Geschichte auszulöschen". Die aufnehmenden Gesellschaften wiederum seien in der Pflicht, anderen zu helfen.

Später wollte der Papst im Hafen von Santa Cruz de Tenerife eine Freiluftmesse halten, zu der zehntausende Menschen erwartet wurden.

Der Besuch auf den Kanarischen Inseln bildet den Abschluss der einwöchigen Spanien-Reise des Papstes. Am Donnerstag hatte Leo XIV. auf Gran Canaria der Migranten gedacht, die bei dem Versuch starben, auf dem Seeweg die zu Spanien gehörende Inselgruppe im Atlantik zu erreichen. In Arguineguín beklagte er zudem die "Gleichgültigkeit" gegenüber dem Schicksal von Migranten.

Mehr als 46.000 Menschen hatten 2024 die vor Nordwestafrika gelegene Inselgruppe erreicht, oft in überfüllten, seeuntüchtigen Booten. Im vergangenen Jahr waren es fast 18.000. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen auf dieser langen und gefährlichen Seeroute im vergangenen Jahr etwa 1200 Migranten ums Leben oder werden vermisst.

Mit dem Besuch auf den Kanaren erfüllt Leo einen lang gehegten Wunsch seines Vorgängers Franziskus, dem das Schicksal der Migranten ebenfalls am Herzen lag. Er fällt in eine Zeit, in der viele Länder ihre Migrationspolitik verschärfen, wobei Spanien eine Ausnahme bildet. Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte kürzlich ein Legalisierungsprogramm beschlossen, welches hunderttausenden Menschen ohne Aufenthaltserlaubnis einen legalen Verbleib in Spanien ermöglichen soll.

Der Papst hatte zum Auftakt seiner einwöchigen Spanien-Reise am Sonntag mit 1,5 Millionen Menschen eine Freiluftmesse in der spanischen Hauptstadt Madrid gefeiert. Als erster Papst hielt er am Montag eine Rede vor dem spanischen Parlament, in der er zu "sicheren und legalen Wegen" für Migration aufrief. Migranten verdienten einen "respektvollen Empfang und echte Integrationschancen".

Am Mittwoch feierte das Oberhaupt der Katholiken dann eine Messe in der Basilika Sagrada Família in Barcelona und weihte den 172,5 Meter hohen Jesus-Christus-Turm. Von Teneriffa aus will der Papst nach Rom zurückfliegen.

A.Rispoli--PV

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