Pallade Veneta - Israel fliegt nach Evakuierungsanordnung erneut Luftangriffe auf den Libanon

Israel fliegt nach Evakuierungsanordnung erneut Luftangriffe auf den Libanon


Israel fliegt nach Evakuierungsanordnung erneut Luftangriffe auf den Libanon
Israel fliegt nach Evakuierungsanordnung erneut Luftangriffe auf den Libanon / Foto: Abbas FAKIH - AFP

Israels Armee hat erneut Angriffe auf Ziele der Hisbollah-Miliz im Süden des Libanon geflogen. Die libanesische Armee und ein AFP-Reporter meldeten am Samstag israelische Angriffe nahe Nabatije. Zuvor hatte Israels Armeesprecher Avichay Adraee die Bewohner von 24 Ortschaften in der Umgebung und im Norden der Stadt zur "sofortigen" Evakuierung aufgerufen. Der libanesische Präsident Joseph Aoun rief die Bevölkerung derweil zur Einheit auf.

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"Für Ihre Sicherheit sollten Sie sich in das Gebiet nördlich des Sahrani-Flusses begeben", erklärte Armeesprecher Andraee auf Arabisch in Onlinediensten. Die israelische Armee werde "mit aller Härte vorgehen".

Am Vormittag hatte Israels Armee mitgeteilt, ein "feindliches Fluggerät" abgefangen zu haben, das vom Libanon aus in den Norden Israels eingedrungen war. Am Freitag hatte es vier solche Vorfälle gegeben, bei denen einige der Geschosse zwar nicht abgefangen werden konnten, aber auch keine nennenswerten Schäden verursachten.

Libanesische Medien berichteten von israelischen Angriffe im Süden des Landes. Gebiete, für die zuvor von Israel eine Evakuierungsanordnung herausgeben worden war, seien bombardiert worden, darunter die Dörfer Rihan und Sudschud, berichtete NNA. In Rihan im südlichen Bezirk Dschesin sei ein Mensch getötet worden.

Ein AFP-Reporter in Nabatije erklärte, die Stadt sei beinahe verlassen. Er berichtete von Artilleriefeuer in der Nacht sowie am Samstag.

Bereits am Freitagabend hatte NNA von Artillerieangriffe in der Nähe von Nabatije berichtet. Die proiranische Hisbollah-Miliz berichtete ihrerseits von Kämpfen mit israelischen Streitkräften, die in Richtung der Ortschaft Madschdal Sun vorrückten und teilte mit, ihre Kämpfer hätten im Süden Drohnenangriffe auf israelische Militärfahrzeuge geflogen.

Eigentlich gilt im Libanon seit dem 17. April eine Waffenruhe. Israel und die Hisbollah-Miliz greifen sich dessen ungeachtet weiter täglich an. Anfang Juni einigten sich Israel und der Libanon in einem neuen Vorstoß auf eine Umsetzung der Waffenruhe. Die Hisbollah lehnte dies jedoch ab.

Israel erklärt, die Hisbollah vernichten zu wollen, die Angriffe gegen israelische Soldaten im Süden des Libanons sowie aufs Nachbarland Israel fliegt. Libanesischen Angaben zufolge sind bei den israelischen Einsätzen im Libanon seit Anfang März mehr als 3700 Menschen getötet worden.

Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuert die Hisbollah seither immer wieder Raketen auf Israel ab. Israel fliegt seinerseits Luftangriffe auf zahlreiche Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Die israelischen Angriffe im Libanon sind einer der Kernpunkte bei den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zur Beendigung des Kriegs in der Golfregion. Der Iran fordert, dass ein Waffenruhe-Abkommen den Libanon einschließt.

Nach den Angaben eines hochrangigen US-Beamten umfasst das derzeit diskutierte Abkommen tatsächlich auch den Libanon - obwohl die USA zuvor erklärt hatten, diese Frage separat behandeln zu wollen.

Der libanesische Präsident Aoun erklärte am Samstag, der Libanon stehe vor einer "Bewährungsprobe". Am Samstag rief er im Onlinedienst X die Libanesen dazu auf, sich "um einen souveränen Staat zu scharen, der das Waffenmonopol innehat", um nicht "Geisel der Logik der Milizen" zu bleiben. Die im Libanon agierende Hisbollah lehnt eine Waffenruhe ab.

Der Abgeordnete der Hisbollah im libanesischen Parlament, Ali Fajad, forderte am Samstag, jede Vereinbarung zur Beendigung der Kämpfe zu nutzen. Der Libanon müsse davor jedoch "die Politik der Unterordnung gegenüber den Israelis und des Gehorchens gegenüber den Amerikanern" aufgeben.

C.Grillo--PV

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