Pallade Veneta - Spionage und Sabotage: Zentrum zur Abwehr hybrider Gefahren nimmt Arbeit auf

Spionage und Sabotage: Zentrum zur Abwehr hybrider Gefahren nimmt Arbeit auf


Spionage und Sabotage: Zentrum zur Abwehr hybrider Gefahren nimmt Arbeit auf
Spionage und Sabotage: Zentrum zur Abwehr hybrider Gefahren nimmt Arbeit auf / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Desinformation, Spionage, Sabotage: Bund und Länder wollen ihre Kompetenzen bei der Abwehr hybrider Gefahren bündeln und haben dazu am Dienstag in Berlin ein gemeinsames Zentrum eröffnet. "Deutschland befindet sich nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel einer hybriden Kriegsführung", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) zum Start des Gemeinsamen Zentrums zur Abwehr hybrider Bedrohungen (GAZ Hybrid). Es nahm bereits seine Arbeit auf.

Textgröße ändern:

In dem neuen Zentrum gehe es darum, die Fähigkeiten der Sicherheitskräfte von Bund und Ländern, der Polizei, des Verfassungsschutzes und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu bündeln und hybride Gefahren "zu erkennen, zu analysieren und abzuwehren", fuhr der Innenminister fort. Das Zentrum sei keine neue Behörde, sondern baue auf einem Arbeitsbereich zu Spionage im bereits existierenden Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum auf. Es soll demnach als gemeinsame Plattform für die nationalen Sicherheitsbehörden dienen.

Daneben gibt es bereits das Nationale Cyber-Abwehrzentrum und das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum. Reibungsverluste oder Überschneidungen fürchtet Dobrindt nicht: Vielmehr werde ein "erfolgreiches, bewährtes Konzept weiterentwickelt", sagte er mit Verweis auf die Arbeit des Terrorabwehrzentrums. "Hier geht es darum, Behörden miteinander zu vernetzen, um erfolgreicher zu arbeiten."

Verfassungsschutzpräsident Sinan Selen warnte vor der Gefahr "hybrider Aggressoren". Sie verübten "reale Angriffe auf unsere Gesellschaft, auf unsere freiheitliche Demokratie und die Sicherheit Deutschlands", sagte er in Berlin. Die Angreifer nutzten dabei Mittel wie Spionage, Sabotage, Cyberoperationen und Informationsmanipulationen sowie kombinierte Aktionen, um Politik und Gesellschaft zu beeinflussen. Sie kombinierten außerdem digitale und analoge Angriffe und setzten dafür "eigene Operateure, Low-Level-Agents oder auch kriminelle Gruppen" ein.

"Hybride Angriffe sind keine vorübergehende Gefahr", warnte der Verfassungsschutzpräsident. "Sie sind das Mittel der Wahl in internationalen Konflikten unserer Gegenwart, weit im Vorfeld klassischer bewaffneter Konflikte." Daher müssten die Bedrohungen erkannt, bewertet und abgewehrt werden.

Das neue Zentrum soll nach Angaben des Innenministeriums in fünf Arbeitsgruppen agieren: AG Lage, AG Operativer Informationsaustausch, AG Desinformation und Einflussnahme, AG Wirtschaft und schließlich AG Analyse und Berichtswesen. Die einzelnen Gruppen sammeln und bewerten alle relevanten Infos, besprechen sich zu den Maßnahmen, werten Angriffe im Vorfeld von Wahlen aus und vernetzen sich mit Unternehmen und Verbänden.

Der Digitalverband Bitkom erklärte, das neue Lagezentrum komme "genau zur richtigen Zeit". Eine bessere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden sei ebenso wichtig wie ein schnellerer Informationsaustausch und ein gemeinsames Lagebild. "80 Prozent der deutschen Unternehmen erwarten einer Bitkom-Studie zufolge bei der Abwehr hybrider Angriffe verlässliche Informationen von staatlichen Stellen, aber nur 22 Prozent fühlen sich derzeit ausreichend informiert", hieß es. " Genau diese Lücke muss das neue Zentrum schließen."

B.Fortunato--PV

Empfohlen

Weißes Haus verweigert Journalisten von CNN und weiteren US-Medien den Zutritt

Einen Tag nach einem von US-Präsident Donald Trump Hausverbot hat das Weiße Haus Ernst gemacht und Journalisten des Nachrichtensenders CNN und zweier weiterer Medien den Zutritt verwehrt. Mitarbeiterinnen von CNN, des Senders MS NOW und des Nachrichtenportals Politico wurden am Samstag an den Zugängen zum Weißen Haus abgewiesen, ihre Zutrittsausweise wurden ihnen abgenommen. Der Verband der White-House-Korrespondenten verurteilte den Schritt als verfassungswidrig.

US-Journalistenverband kritisiert Trumps Hausverbot gegen Reporter scharf

Der Verband der über den US-Präsidenten berichtenden Journalisten hat ein von Donald Trump verkündetes Hausverbot gegen den Nachrichtensender CNN und zwei weitere Medien scharf kritisiert und dessen sofortige Aufhebung gefordert. Der Schritt verstoße gegen den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der die Pressefreiheit garantiert, erklärte der Verband der White-House-Korrespondenten am Samstag. Er forderte die Trump-Regierung auf, "den Zugang unserer Kollegen sofort wiederherzustellen".

Huthis melden Angriffe auf saudiarabische Hauptstadt und Ölanlagen am Roten Meer

Die Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben "wichtige" Ziele in der saudiarabischen Hauptstadt Riad sowie Ölanlagen am Roten Meer angegriffen. Huthi-Kämpfer hätten mithilfe "einer großen Anzahl ballistischer Raketen und Marschflugkörper sowie Drohnen" zwei erfolgreiche Militäreinsätze ausgeführt, erklärte Huthi-Sprecher Jahja Saree am Samstag im Onlinedienst Telegram. Augenzeugen hatten zuvor von Explosionen in Riad sowie von schwarzem Rauch und Flammen in der Nähe des internationalen Flughafens berichtet.

Französische Rechtspopulistin Le Pen spricht sich gegen russische Einflussnahme aus

Gut sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich ist die Kandidatin des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN), Marine Le Pen, auf Distanz zur russischen Regierung gegangen. Diese könne nicht darauf hoffen, durch "Einschüchterung, Drohungen, Destabilisierung oder psychologischen Druck direkt oder indirekt die Politik Frankreichs zu diktieren", hieß es in einer am Samstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung mit RN-Parteichef Jordan Bardella.

Textgröße ändern: