Pallade Veneta - Innenminister wollen Ausbau ziviler Verteidigung bis 2029 deutlich stärken

Innenminister wollen Ausbau ziviler Verteidigung bis 2029 deutlich stärken


Innenminister wollen Ausbau ziviler Verteidigung bis 2029 deutlich stärken
Innenminister wollen Ausbau ziviler Verteidigung bis 2029 deutlich stärken / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP

Die Innenminister von Bund und Ländern wollen die zivile Verteidigungsfähigkeit in Deutschland deutlich stärken. Dafür soll ein "gemeinsamer Fahrplan" erarbeitet werden, mit dem die zivile Verteidigungsfähigkeit bis 2029 "möglichst umfassend" erreicht werden soll, sagte Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) zum Abschluss der Frühjahrstagung der Innenministerkonferenz (IMK) am Freitag in Hamburg. Wegen einer hohen Intensität hybrider Angriffe und russischer Destabilisierungsversuche komme der Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft eine zentrale Bedeutung zu, betonte Grote.

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Im Mittelpunkt der Beratungen unter dem Vorsitz Hamburgs standen neben der Stärkung der zivilen Verteidigungsfähigkeit die Abwehr hybrider Bedrohungen wie Cyberangriffe, Sabotage und Desinformation. Bund und Länder wollen dafür künftig enger zusammenarbeiten und auch das Bundesverteidigungsministerium sowie die Bundeswehr stärker in die IMK-Arbeit einbinden.

Deshalb nahm erstmals auch der Bundesverteidigungsminister, Boris Pistorius (SPD), an den Beratungen teil. Pistorius hob hervor, dass es angesichts hybrider Kriege entscheidend sei, "resiliente Strukturen auf allen Ebenen" der Gesellschaft aufzubauen. Dazu zählten neben staatlichen Stellen auch Zivilgesellschaft und Wirtschaft, die in der Lage sein müssten, "mit jeder Krise, jedem Konflikt und Katastrophenfall am Ende auch umgehen zu können".

Die Innenminister forderten zugleich mehr Geld für den geplanten Ausbau der zivilen Verteidigung. Der zehn Milliarden Euro schwere "Pakt für den Bevölkerungsschutz" des Bundesinnenministeriums sei ein "sehr substanzieller erster Schritt", der uns aber "noch nicht bis ins Ziel tragen wird", sagte Grote.

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hob die Notwendigkeit weiterer Mittel laut Mitteilung des Innenministerium in Erfurt ebenfalls hervor. Demnach fordert die Innenministerkonferenz weitere 20 Milliarden Euro für Aufgaben der zivilen Verteidigung.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte dazu, dass der Ausbau des Bevölkerungsschutzes mit den vorgesehenen zehn Milliarden Euro nicht abgeschlossen sei. "Wir sind mit zehn Milliarden nicht am Ende", sagte Dobrindt. Die Investitionen würden auch über das Jahr 2029 hinaus fortgesetzt. Zudem stünden für das Technische Hilfswerk (THW) zusätzliche Mittel in Höhe von etwa drei Milliarden Euro zur Verfügung.

Die Mittel sollen vor allem in Ausrüstung und Technik fließen, die anschließend an die Länder "ausgereicht" werden. Zudem werde in die Einsatzfähigkeit von Hilfsorganisationen investiert, sagte Dobrindt.

Nötig sei zudem, die rechtliche Grundlagen für den Spannungs- und Verteidigungsfall "neu zu definieren", fügte Dobrindt hinzu. Dabei gehe es auch darum, die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen besser zu organisieren.

Dobrindt stellte zudem klar, dass Investitionen in klassische Bunkeranlagen für die Bundesregierung keine Priorität hätten. "Das ist auch nicht unsere Vorstellung", sagte Dobrindt. Entsprechende Überlegungen seien "Ideen der 1980er Jahre", wie Zivilschutz organisiert worden sei.

Der Linken-Abgeordnete Jan Köstering kritisierte den Umgang der Länder mit dem Zivil- und Katastrophenschutz. Die Innenminister der Länder nähmen den Zivilschutz offensichtlich weiterhin "nicht ernst", erklärte Köstering. Die geplanten Milliardeninvestitionen reichten bereits jetzt "vorne und hinten nicht". Zudem sei über Jahre hinweg zu wenig in den Katastrophenschutz investiert worden, der nun den Zivilschutz stärken solle. "Das kann nicht funktionieren", betonte Köstering.

A.Fallone--PV

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