Pallade Veneta - Rentenkommission legt Reformvorschläge am Dienstag vor - Warnungen vor Kürzungen

Rentenkommission legt Reformvorschläge am Dienstag vor - Warnungen vor Kürzungen


Rentenkommission legt Reformvorschläge am Dienstag vor - Warnungen vor Kürzungen
Rentenkommission legt Reformvorschläge am Dienstag vor - Warnungen vor Kürzungen / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Nach monatelangen Beratungen legt die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission am Dienstag ihre Reformempfehlungen vor. Der Bericht des Expertengremiums werde dann an Kanzler Friedrich Merz (CDU) und Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) übergeben, sagte ein Regierungssprecher am Freitag. Gewerkschaften und Sozialverbände warnten die schwarz-rote Koalition im Vorfeld vor der Umsetzung von Maßnahmen, die zu Rentenkürzungen oder einem späteren Renteneintrittsalter führen.

Textgröße ändern:

Die 13-köpfige Kommission zur Alterssicherung hatte seit Januar für die Reform des deutschen Rentensystems beraten, dessen Finanzierbarkeit durch den demografischen Wandel vor großen Herausforderungen steht. Laut "Handelsblatt" konnten die Experten mehrheitlich rund 30 einzelne Empfehlungen beschließen. Details wurden bisher nicht bekannt.

Die Übergabe ihres Berichts an die Regierung erfolgt am Dienstagvormittag (9.00 Uhr) im Kanzleramt, wie der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer sagte. Merz und Bas wollen demnach danach vor den Presse treten. Die beiden Vorsitzenden der Kommission, Frank-Jürgen Weise und Constanze Janda, würden dann ihrerseits in einer eigenen Pressekonferenz über Details der Vorschläge informieren.

Meyer wollte sich noch nicht zum weiteren Vorgehen der schwarz-roten Koalition bei der Rentenreform äußern. Die Vorlage des Kommissionsberichts sei "ein ganz wesentlicher Meilenstein" auf dem Weg zur Alterssicherung der Zukunft, sagte er. "Alle weiteren Schritte gehen wir dann danach an."

"Die Empfehlungen der Rentenkommission werden wir in der kommenden Woche zuallererst gemeinsam mit unserem Koalitionspartner besprechen", sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe). Dann würden CDU, CSU und SPD "die Sommerpause dafür nutzen, entsprechende Gesetzentwürfe zu erarbeiten".

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hatte Ende Mai angekündigt, falls die Rentenkommission ihre Empfehlungen einstimmig beschließen würde, werde die Koalition diese auch "so umsetzen". Da es bei Einzelempfehlungen kein einstimmiges Votum gab, blieb am Freitag die Frage offen, ob zumindest der Bericht als Ganzes einstimmig verabschiedet wurde.

Gewerkschaften und Sozialverbände wandten sich vorab gegen mögliche Einschnitte bei der gesetzlichen Rente. Verdi-Chef Frank Werneke forderte "die Stabilisierung des Rentenniveaus über das Jahr 2031 hinaus". Denn "über die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland besitze keine andere Absicherung im Alter", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. In Ostdeutschland seien es sogar drei Viertel. Ein mögliches späteres Renteneintrittsalter lehnte Werneke als "Rentenkürzung durch die Hintertür" ab.

Der Gewerkschaftschef wandte sich auch dagegen, Beitragseinnahmen in der gesetzlichen Rente abzuzweigen, um darüber eine Kapitaldeckung aufzubauen. Richtig sei, "die betriebliche Altersversorgung auszubauen", auch in kleineren Betrieben und zwar "mit ausreichend hohen Arbeitgeberanteilen".

Eine "echte Stärkung" der gesetzlichen Rente forderte die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele. Die Reformvorschläge der Rentenkommission müssten "sozial gerecht und zukunftssicher" sein, sagte sie ebenfalls den Funke-Zeitungen. Bentele warnte, derzeit hätten viele Menschen "große Angst vor Rentenkürzungen, einer höheren Regelaltersgrenze oder einer Verschlechterung der Witwenrente".

Die Reformvorschläge der Rentenkommission sollten vor allem darauf zielen, "das Vertrauen der Menschen in die Alterssicherung zu sichern", forderte die SoVD-Vorsitzende Michaela Engelmeier gegenüber den Funke-Zeitungen. Sie forderte ebenfalls "ein stabiles Rentenniveau, eine verlässliche Finanzierung und wirksame Maßnahmen gegen Altersarmut". Reformansätze, die einseitig auf längere Lebensarbeitszeiten setzen, lehnte Engelmeier ab.

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Aus Furcht vor fremdenfeindlicher Gewalt: Südafrika unterstützt Malawier bei Ausreise

Aus Furcht vor einer Eskalation bei fremdenfeindlichen Protesten unterstützt Südafrika mehr als 15.000 Malawier bei der Ausreise aus dem Land. Es werde befürchtet, dass für kommende Woche angekündigte migrantenfeindliche Proteste in Gewalt umschlagen könnten, erklärte Südafrikas Justizministerin Mmamoloko Kubayi am Freitag. Inzwischen seien insgesamt 15.162 malawische Staatsangehörige "zur Abschiebung und Rückführung" registriert worden. Weitere durchliefen derzeit noch das Überprüfungsverfahren.

Nach Vorwürfen: Pantisano bedauert Ablehnen seiner Entschuldigung durch CDU

Der neue Linken-Chef Luigi Pantisano bedauert, dass die CDU seine Entschuldigung für den Faschismus-Vorwurf nicht akzeptiert. "Ich finde es schade, dass die Union diese Entschuldigung nicht annimmt", sagte Pantisano am Freitag der ARD. Er betonte, dass er einen Fehler gemacht habe: "Das meine ich auch so wie ich es gesagt habe – ehrlich."

Schifffahrtsorganisation: 115 Schiffe und 2500 Seelaute aus Straße von Hormus evakuiert

Aus der Straße von Hormus sind in den vergangenen dreieinhalb Tagen insgesamt 115 Schiffe und 2500 festsitzende Seeleute evakuiert worden. Die Schiffe und die Seeleute hätten die Meerenge nun "sicher" verlassen, erklärte am Freitag der Generalsekretär der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), Arsenio Dominguez. Er habe aber nach Beratungen mit "einigen Ländern, insbesondere in der Region", beschlossen, die Evakuierung vorübergehend auszusetzen.

Trumps Ex-Berater und Kritiker Bolton bekennt sich in Dokumentenaffäre schuldig

Der frühere Sicherheitsberater und heutige Kritiker von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, hat sich in einer Dokumentenaffäre schuldig bekannt. Der 77-Jährige gestand am Freitag vor einem US-Bundesgericht im Bundesstaat Maryland den unrechtmäßigen Umgang mit vertraulichen Regierungsdokumenten ein, wie die "Washington Post" und andere Medien berichteten. Zugleich willigte er in die Zahlung einer hohen Geldbuße ein und entging so einer drohenden mehrjährigen Haftstrafe.

Textgröße ändern: