Pallade Veneta - Lindner stärkt Scholz vor Aussage in Cum-Ex-Untersuchungsausschuss den Rücken

Lindner stärkt Scholz vor Aussage in Cum-Ex-Untersuchungsausschuss den Rücken


Lindner stärkt Scholz vor Aussage in Cum-Ex-Untersuchungsausschuss den Rücken
Lindner stärkt Scholz vor Aussage in Cum-Ex-Untersuchungsausschuss den Rücken / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat Kanzler Olaf Scholz (SPD) vor dessen erneuter Befragung im Hamburger Untersuchungsausschuss zum sogenannten Cum-Ex-Skandal den Rücken gestärkt. "Der Bundeskanzler hat unser volles Vertrauen", sagte Lindner der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Freitag. "Ich habe Olaf Scholz zu jedem Zeitpunkt - ob in der Opposition oder jetzt in der Regierung - als integre Person wahrgenommen und es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln."

Textgröße ändern:

Scholz wird am Freitag in der Affäre um die in den Cum-Ex-Skandal verstrickte Warburg-Bank erneut als Zeuge in einem Untersuchungsausschuss der Hamburger Bürgerschaft befragt. Der Ausschuss geht der Frage nach, ob 2016 bei einem Verzicht der Hamburger Finanzbehörde auf eine Rückforderung an die Warburg-Bank von 47 Millionen Euro politische Einflussnahme im Spiel war.

Scholz war damals Erster Bürgermeister der Hansestadt. Der Untersuchungsausschuss arbeitet bereits seit Ende 2020 und befragte zahlreiche Zeugen. Scholz sagte bereits zuvor ebenfalls vor dem Gremium aus.

Vor der erneuten Befragung von Scholz forderte Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß vom Kanzler klare Aussagen über dessen Rolle in dem Finanzskandal. "Es stinkt zum Himmel, wenn sich Olaf Scholz jetzt angeblich an nichts erinnern kann", sagte Ploß den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Freitag. "Wir brauchen endlich Klarheit, in welchem Umfang die SPD von der Cum-Ex-Affäre profitiert hat." Neben Scholz müsse auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) "endlich zur Aufklärung beitragen".

Der Vorsitzende der Linken-Fraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, sieht Scholz ebenfalls in der Pflicht. "Wir brauchen Klarheit, statt fragwürdiger Erinnerungslücken", sagte Bartsch den Funke-Zeitungen. "Als aufrechter Hanseat sollte Scholz 'Butter bei die Fische geben' und endlich einen Schlusspunkt setzen."

Der Vizevorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Mathias Middelberg (CDU), sagte der "Rheinischen Post", die Indizien, "dass in Hamburg manipuliert wurde", würden sich derzeit "massiv" verdichten. "Die Erinnerungslücken von Olaf Scholz wirken immer unglaubhafter angesichts der zahlreichen belastenden Fakten, die aus seinem Umfeld bekannt werden."

"Scholz' Strategie, nichts zu wissen und nichts zu erinnern, ist schon jetzt belastend für einen Kanzler, der doch sonst kenntnisreich und souverän erscheinen will", sagte Middelberg weiter. "Hinzu kommt für ihn das Risiko, dass Personen, gegen die bereits Ermittlungen laufen, bei den Vernehmungen auspacken."

In der jüngsten Zeit hat der seit Jahren bekannte Skandal um Cum-Ex-Zahlungen wieder verstärkt Wellen geschlagen. Dabei geht es auch und insbesondere um die Rolle von Scholz.

Mit sogenannten Cum-Ex-Geschäften wird das Verschieben von Aktien rund um einen Dividendenstichtag bezeichnet, um sich Kapitalertragsteuer erstatten zu lassen, die nicht gezahlt wurde. Der Staat verlor durch diese Praktiken von Banken Milliarden.

D.Bruno--PV

Empfohlen

Trump zieht nach Blockade von Briefwahleinschränkungen vor Oberstes Gericht

US-Präsident Donald Trump sucht erneut Hilfe beim Obersten Gerichtshof: Nach der Blockade seiner Pläne zur erschwerten Briefwahl durch ein Bundesgericht hat Trump den Supreme Court angerufen. Mit einem am Donnerstag eingereichten Eilantrag will die US-Regierung die Umsetzung eines Dekrets erwirken, mit dem die Briefwahl zwei Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress strenger geregelt werden soll. Damit spitzt sich der Rechtsstreit wenige Tage vor dem Versand der ersten Briefwahlunterlagen an die Wähler in einigen Bundesstaaten zu.

CDU-Politiker Müller wegen Spekulierens über Regierungsauftrag für AfD in der Kritik

Unions-Fraktionsvize Sepp Müller hat mit Äußerungen für scharfe Kritik gesorgt, er sehe auch ohne eigene Mehrheit einen Regierungsauftrag für die AfD in Sachsen-Anhalt. "Sollten die Umfrageergebnisse Wahlergebnisse werden, dann hat Ulrich Siegmund mit der AfD einen Regierungsbildungsauftrag", sagte Müller am Donnerstagabend in einem Podcast des Portals Politico. Die Grünen forderten CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz deswegen zum Eingreifen auf.

Angriff auf Youtuber und Polizisten bei AfD-Bundesparteitag: Anklage erhoben

Wegen eines Angriffs auf einen Youtuber und einen Polizeibeamten am Rande des AfD-Bundesparteitags im Januar 2025 im sächsischen Riesa ist gegen einen 29-Jährigen Anklage erhoben worden. Dem Beschuldigten wird gefährliche Körperverletzung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung in zwei Fällen vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Dresden am Freitag mitteilte.

Polizeieinsatz an Umspannwerk bei Aachen - Entwarnung für Anlage in Niedersachsen

Nach einem möglichen Anschlagsversuch an einem Umspannwerk in Dormagen ist die Polizei in Nordrhein-Westfalen zu einer weiteren Anlage bei Weisweiler nahe Aachen ausgerückt. Einsatzkräfte gingen dort "Hinweisen" nach, sagte ein Sprecher der Polizei in Köln am Freitag. Einzelheiten zu dem Einsatz und den Hintergründen nannte er nicht.

Textgröße ändern: