Pallade Veneta - Frankreich debattiert erneut über die Wiederzulassung von Bienenkillern

Frankreich debattiert erneut über die Wiederzulassung von Bienenkillern


Frankreich debattiert erneut über die Wiederzulassung von Bienenkillern
Frankreich debattiert erneut über die Wiederzulassung von Bienenkillern / Foto: Christophe ARCHAMBAULT - AFP/Archiv

In Frankreich ist erneut eine Debatte über die Wiederzulassung von Insektengiften entbrannt, die als Bienenkiller gelten. Der Senat befasst sich seit Montag mit einem Gesetzentwurf, der den Forderungen von Landwirten entgegenkommen soll. Im Gegensatz zu der von der Nationalversammlung im Juni verabschiedeten Fassung hat der Senat die Zulassung bestimmter Insektizide wieder in das Gesetz hineingeschrieben.

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Die Wirkstoffe Acetamiprid und Flupyradifuron sind in Frankreich derzeit verboten, in anderen EU-Ländern aber zugelassen. Entsprechende Mittel werden vor allem eingesetzt, um den Anbau von roter Beete, Kirschen und Haselnüssen zu schützen.

"Das Gift wirkt nicht nur gegen die Insekten, gegen die es eingesetzt wird, sondern bewiesenermaßen auch gegen Bienen und andere Insekten, die Pollen übertragen", betonte eine Gruppe von Wissenschaftlern und Umweltschützern in einem Beitrag in der Zeitung "Le Monde" am Montag. Der Stoff verbreite sich in der Umwelt und beeinträchtige die menschliche Gesundheit. So gebe es Hinweise auf Entwicklungsstörungen bei Embryos und auf eine Verringerung von Eizellen. Die Wissenschaftler warnen außerdem vor einem "Cocktail-Effekt", wenn die Wirkstoffe mit anderen Mitteln zusammen eingesetzt werden.

Vor etwa einem Jahr war ein ähnlicher Versuch gescheitert, den Wirkstoff Acetamiprid wieder unter Auflagen zuzulassen. Das Gesetz hatte eine Protestwelle ausgelöst, mehr als zwei Millionen Menschen unterzeichneten eine Petition dagegen. Das Gesetz wurde letztlich vom französischen Verfassungsrat teilweise gekippt.

Die Regierung ist mit Blick auf das Insektengift gespalten. Umweltministerin Monique Barbut lehnt die Wiederzulassung ab, Landwirtschaftsministerin Annie Genevard will den Landwirten helfen, fürchtet aber, dass die Debatten sich deswegen so lange hinziehen, dass das Gesetz nicht mehr vor der Sommerpause verabschiedet werden kann.

Das Gesetz umfasst weitere umstrittene Regelungen zum Umgang mit Wasser und zu Wölfen. Ein Vermittlungsausschuss soll am 16. Juli einen Kompromiss vorlegen.

L.Barone--PV

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