Pallade Veneta - 85-jähriger Deutscher in Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde ICE gestorben

85-jähriger Deutscher in Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde ICE gestorben


85-jähriger Deutscher in Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde ICE gestorben
85-jähriger Deutscher in Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde ICE gestorben / Foto: SUZANNE CORDEIRO - AFP/Archiv

Ein 85-jähriger Deutscher ist im Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde ICE gestorben. Der Mann starb am 24. Juni in einem Krankenhaus der texanischen Stadt Harlingen, wie ICE am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. Adrian Andreas F. war dort den Angaben zufolge seit November wegen möglicher Demenz, Wahrnehmungsstörungen, hohen Blutdrucks und Geschwüren behandelt worden. Zur Feststellung der Todesursache seien noch die Ergebnisse der Obduktion abzuwarten, erklärte die Behörde.

Textgröße ändern:

F. hatte den ICE-Angaben zufolge im August vergangenen Jahres versucht, von Mexiko aus in die USA einzureisen. Er wurde dann von der Einwanderungsbehörde in Gewahrsam genommen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin sagte am Freitag, seinem Ministerium sei der Fall bekannt. Mitarbeitende des deutschen Generalkonsulats im texanischen Houston hätten den Mann betreut. Aus "Gründen des Persönlichkeitsschutzes" könne sich das Auswärtige Amt aber nicht zu Details des Falles äußern.

Laut ICE war F. am 28. August an einem US-Grenzposten im texanischen Laredo angelangt. "Er hatte keine gültigen Dokumente und ihm wurde die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert", teilte die Behörde mit. Sein Fall sei dann an einen Einwanderungsrichter übergeben und F. am 29. August in ICE-Gewahrsam überstellt worden. Am 1. Oktober habe ICE den Deutschen in eine Einrichtung für Rehabilitation und betreutes Wohnen überstellt, am 4. November sei er dann in die Klinik in Harlingen eingeliefert worden.

F. habe "bis zu seinem Tod engmaschige medizinische Betreuung empfangen", erklärte ICE. Auch seien das deutsche Generalkonsulat sowie Verwandte oder andere private Kontakte des Mannes über seinen Gewahrsam unterrichtet worden.

Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen hat die Zahl der Todesfälle im ICE-Gewahrsam seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump neue Höchststände erreicht. Zwischen Januar 2025 und Juni 2026 seien 52 solcher Todesfälle gemeldet worden, hieß es in einem am 25. Juni veröffentlichten Bericht von Human Rights Watch und Physicians for Human Rights. Die Organisationen erhoben den Vorwurf, dass viele dieser Todesfälle auf eine unzureichende medizinische Versorgung zurückzuführen seien.

In ihrer Mitteilung zum Fall des 85-jährigen Deutschen versicherte ICE jedoch, alle von ihr festgehaltenen Menschen erhielten "umfassende medizinische Betreuung" von Anfang bis Ende ihres Gewahrsams. Auch werde "keinem festgenommenen Ausländer zu irgendeinem Zeitpunkt seiner Haft eine Notfallversorgung verweigert".

M.Jacobucci--PV

Empfohlen

UNO ruft wegen "Katastrophe" in al-Obeid im Sudan "rote Alarmstufe" aus

Angesichts einer sich abzeichnenden "Katastrophe" in der Stadt al-Obeid im Sudan hat der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk eine "rote Alarmstrufe" ausgerufen. "Die Zeichen aus El-Obeid sind klar und unmissverständlich: In Sudan entfaltet sich eine weitere menschenrechtliche Katastrophe", sagte Türk am Freitag in einer Dringlichkeitsdebatte vor dem UN-Menschenrechtsrat. Er rief die Staats- und Regierungschefs dazu auf, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um Gräueltaten zu verhindern.

Litauen will Teil der atomaren Abschreckung der Nato gegenüber Russland werden

Litauens Präsident Gitanas Nauseda hat bei seinem Besuch in Berlin bekannt gegeben, dass sein Land Teil der atomaren Abschreckung der Nato gegenüber Russland werden möchte. Eine Verfassungsänderung solle die "bestehende Beschränkung über die mögliche Nutzung von Atomwaffen in Litauen" beseitigen, sagte Nauseda bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Estlands Regierungschef Kristen Michal und Lettlands Präsident Edgars Rinkevics am Freitag in Berlin.

Nach massiver Attacke auf Kiew: Tote bei neuen russischen und ukrainischen Angriffen

Nach dem massiven russischen Angriff auf Kiew mit mindestens 30 Todesopfern hat die Ukraine mit Attacken auf verschiedene Ziele in Russland und in den von Moskau besetzten Gebieten reagiert. Dabei wurden nach Angaben der örtlichen Behörden vom Freitag mindestens zehn Menschen getötet. Auch Russland griff die Ukraine erneut an, Behördenangaben zufolge wurden in der Ukraine fünf Menschen getötet, darunter ein Kleinkind.

Vor AfD-Parteitag in Erfurt: Angespannte Stimmung und Aufrufe zu Gewaltverzicht

Zehntausende Demonstranten, ein Großaufgebot der Polizei - und hunderte AfD-Parteitagsdelegierte: Der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt steht ein turbulentes Wochenende bevor. Die in Teilen rechtsradikale AfD will bei ihrem Bundesparteitag in den Erfurter Messehallen am Samstag und Sonntag die Parteiführung neu wählen. Die Behörden erwarten bis zu 50.000 Gegendemonstranten, unter ihnen auch gewaltbereite Linksextremisten. Ein Teil der Protestteilnehmer hat sich zum Ziel gesetzt, den Parteitag durch Blockaden zu verhindern.

Textgröße ändern: