Pallade Veneta - Bauprojekt von Trump-Familie in Albanien: Zehntausende fordern Regierungsrücktritt

Bauprojekt von Trump-Familie in Albanien: Zehntausende fordern Regierungsrücktritt


Bauprojekt von Trump-Familie in Albanien: Zehntausende fordern Regierungsrücktritt
Bauprojekt von Trump-Familie in Albanien: Zehntausende fordern Regierungsrücktritt / Foto: Adnan Beci - AFP

Die Proteste gegen ein geplantes Luxus-Bauprojekt von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner in Albanien weiten sich aus: Bei der bisher größten Kundgebung seit Beginn täglicher Demonstrationen Ende Mai haben zehntausende Menschen am Samstag neben dem Stopp des Projekts auch den Rücktritt der Regierung gefordert.

Textgröße ändern:

"Was als 'Flamingo-Revolution' angefangen hat, entwickelt sich zu einer breiten Unzufriedenheit in der Bevölkerung", sagte die Demonstrantin Alketa Ademi bei der Kundgebung am 35. Tag der Proteste in Tirana. "Mangelnde Transparenz, Arroganz - es reicht! Der Ministerpräsident muss gehen", forderte die 40-Jährige. "Albanien ist nicht zu verkaufen!" verkündeten Transparente von Protestteilnehmern, Demonstranten trugen große pinkfarbene Papp-Flamingos.

Die sogenannten Flamingo-Proteste hatten als Umweltbewegung gegen den Bau eines Ferienresorts im als Flamingo-Brutgebiet bekannten Naturschutzgebiet Zvernec an der Südwestküste Albaniens begonnen. Mittlerweile richten sich die täglichen Proteste auch gegen die albanische Regierung. Die Demonstranten prangern die Korruption in dem Land an und fordern den Rücktritt von Regierungschef Rama.

Am Donnerstag hatte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen Demonstranten vor dem Parlament in Tirana eingesetzt. Demonstranten warfen Eier, Steine und andere Gegenstände und versuchten, die Polizeiketten zu durchbrechen. Nach Polizeiangaben wurden 25 Demonstranten festgenommen und 15 Polizisten verletzt. 19 der Festgenommenen waren am Sonntag weiterhin in Haft.

Die Menschenrechtsorganisation Albanisches Helsinki-Komitee (AHK) zeigte sich am Samstag besorgt über die zunehmende Eskalation der Lage bei den Protesten. Gewalttaten Einzelner könnten nicht die unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt durch die Polizei rechtfertigen, erklärte das AHK. Die Polizei habe ohne Warnung Tränengas eingesetzt und am Boden liegende Menschen geschlagen, erklärten die Menschenrechtsaktivisten. "Das ist nicht hinnehmbar und erfordert eine sofortige, unabhängige und wirksame Untersuchung."

Vorgestellt worden war das Bauprojekt für ein Luxushotel im Naturschutzgebiet Zvernec, an dem ein Unternehmen von Trumps Tochter Ivanka und deren Ehemann Jared Kushner beteiligt ist, bereits 2024. Die Proteste gegen den Tourismuskomplex begannen, als Ende Mai Stacheldraht und Bulldozer an Stränden in Zvernec auftauchten. Zudem sprach US-Präsidententochter Ivanka in einem Video über das Projekt.

Dem Plan zufolge ist auch die Umwandlung der bislang unbewohnten Insel Sazan - einst eine geheime kommunistische Militärbasis - in einen glanzvollen Urlaubsort vorgesehen. Die Lagune Vjosa-Narta an der südlichen Adriaküste ist ein bedeutendes Rastgebiet für Zugvögel und Flamingos.

Die albanische Regierung versucht seit langem, die Wirtschaft durch Tourismus anzukurbeln. Die Familie von US-Präsident Donald Trump hat weltweit vielfach in Luxusprojekte investiert. Kritiker werfen nicht nur Trumps Söhnen, sondern auch Kushner und seiner Frau vor, Trumps Präsidentschaft für eigene Geschäfte zu nutzen.

H.Ercolani--PV

Empfohlen

Bundeswehr-Generalinspekteur Breuer wird neuer Vorsitzender des Nato-Militärausschusses

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, wird neuer Vorsitzender des Nato-Militärausschusses. Die Generalstabschefinnen und -chefs der Nato-Mitgliedstaaten wählten Breuer am Samstag einstimmig, wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte. Er wird damit Mitte kommenden Jahres die Nachfolge von Giuseppe Cavo Dragone auf dem Posten antreten. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sprach von einer "ausgezeichneten Nachricht" für das Verteidigungsbündnis.

Zusammenstöße zwischen Polizei und Rechtsradikalen in Den Haag

Im niederländischen Den Haag ist es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und hunderten Rechtsradikalen gekommen. Trotz eines Verbots zogen am Samstag rund 500 Demonstranten durch das Stadtzentrum, skandierten antisemitische Parolen und attackierten die Beamten mit Feuerwerk und Wurfgeschossen. Es gab mehrere Festnahmen, die Polizei setzte Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.

US-Abkommen mit Dänemark zu Grönland wird von jeder Seite als Erfolg verbucht

Die Einigung zwischen den USA und Dänemark zur Sicherheit Grönlands hat jede Seite für sich als Erfolg verbucht. Die Vereinbarung sei "gut für die Nato und für Europa", erklärte die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen am späten Freitagabend. US-Präsident Donald Trump betonte seinerseits, die Vereinbarung über die Zukunft der autonomen dänischen Arktisinsel übertrage die "dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange in Grönland" an Washington. Um die Zukunft Grönlands hatte es lange ein erbittertes Ringen mit Drohungen von Trumps Seite gegeben.

Trump setzt neues Sanktionspaket gegen Russland in Kraft

US-Präsident Donald Trump hat verschärfte Sanktionen gegen Russland in Kraft gesetzt. Er unterzeichnete am Freitag ein nach langen Verhandlungen vom US-Kongress beschlossenes Gesetz, das den Druck auf Russland zur Beendigung des Ukraine-Kriegs erhöhen soll. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte Trump für das Sanktionspaket, aus Moskau kamen neue Drohungen.

Textgröße ändern: