Pallade Veneta - USA greifen "massiv" den Iran an - Teheran attackiert Bahrain und Kuwait

USA greifen "massiv" den Iran an - Teheran attackiert Bahrain und Kuwait


USA greifen "massiv" den Iran an - Teheran attackiert Bahrain und Kuwait
USA greifen "massiv" den Iran an - Teheran attackiert Bahrain und Kuwait / Foto: NAVCENT Public Affairs - DVIDS/AFP/Archiv

Eigentlich gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe, doch nun scheint die Lage erneut zu eskalieren: Die USA haben nach eigenen Angaben in der Nacht zum Mittwoch "massive Angriffe" ausgeführt und dabei mehr als 80 Ziele im Iran angegriffen. Teheran drohte umgehend mit Vergeltung - und griff nach eigenen Angaben US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain an.

Textgröße ändern:

Die US-Angriffe erfolgten in und um die Straße von Hormus, wie das für die Region zuständige Regionalkommando Centcom mitteilte. Ihr Ziel seien "Luftverteidigungssysteme, Führungs- und Kontrolleinrichtungen, Küstenradaranlagen, Fähigkeiten zum Einsatz von Anti-Schiffs-Raketen sowie mehr als 60 kleine Boote der Islamischen Revolutionsgarden" gewesen.

Die US-Armee begründete die Angriffswelle mit dem vorigen Beschuss von drei Tankern im Bereich der Straße von Hormus, für den Washington die Führung in Teheran verantwortlich machte. "Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar", erklärte Centcom. Der Iran werde dafür "einen hohen Preis zahlen".

Iranische Medien berichteten von mehreren heftigen Explosionen in der Region um die Straße von Hormus. Unter anderem seien sechs Explosionen auf der Insel Keschm zu hören gewesen und sieben in der Stadt Sirik, berichtete der Sender Irib. Zudem habe es Explosionen in der wichtigen Hafenstadt Bandar Abbas gegeben.

Die Führung in Teheran drohte sofort nach der nächtlichen Angriffswelle mit Vergeltung: "Der Iran spricht eine ernste Warnung vor den Folgen des Vertragsbruchs durch die USA aus", hieß es in einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums. Der Iran werde "entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine Interessen und seine nationale Sicherheit zu schützen".

Daraufhin griff der Iran nach eigenen Angaben US-Stützpunkte in anderen Staaten der Region an: Die iranischen Streitkräfte hätten mit Raketen und Drohnen "85 wichtige US-Armeeanlagen" in den beiden Ländern angegriffen, hieß es in einer am Mittwoch vom iranischen Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden. Bei dem Vergeltungsschlag habe es sich um einen gemeinsamen Einsatz der Marine- und der Luft- und Raumfahrtkräfte der Revolutionsgarden gehandelt.

In Kuwait un Bahrain wurde Luftalarm ausgelöst. "Die kuwaitische Luftabwehr wehrt derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab", erklärte die Armee des Landes im Onlinedienst X. Bahrain machte zunächst keine Angaben zum Auslöser des Luftalarms.

Vor den neuen US-Angriffen auf den Iran waren im Bereich der Straße von Hormus drei Tanker attackiert worden, Washington machte Teheran verantwortlich. Die Angriffe schürten erneut die Sorge um die Sicherheit der Schifffahrt in der für den Welthandel bedeutenden Straße von Hormus. Im Zuge des von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieges hatte Teheran die Meerenge de facto für die Schifffahrt geschlossen, Schiffe wurden beschossen. Die USA blockierten ihrerseits iranische Häfen.

Seit der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat wurde der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder aufgenommen. Die genauen Regelungen zu der Meerenge sind einer der Streitpunkte zwischen Washington und Teheran für ein endgültiges Ende des Krieges.

Der Iran beharrt darauf, dass es keine Rückkehr zu den Regelungen vor dem Krieg geben werde, als die Meerenge ungehindert und kostenlos passiert werden konnte. Zudem hat Teheran Schiffe davor gewarnt, Routen außerhalb eines bestimmten Korridors entlang seiner Küste zu nutzen.

Weiterer Streitpunkt bei den andauernden Verhandlungen sind die gegen den Iran verhängten Wirtschaftssanktionen, deren Aufhebung Teheran fordert. Im Zuge des Waffenruhe-Abkommens hatte Washington eine Ausnahmeregel für die eigentlich geltenden Ölsanktionen gegen Teheran erlassen. Demnach sollte der Iran zumindest bis zum 21. August wieder Rohöl und verwandte Produkte fördern sowie ins Ausland verkaufen und liefern können.

Diese Ausnahmeregel nahmen die USA nach den Angriffen auf die Tanker in der Straße von Hormus nun wieder zurück. Die Öl-Sanktionslockerung sei "vollständig leistungsabhängig", sagte ein US-Beamter. Der Iran werde die Vorteile nur bei "gutem Verhalten" sehen.

An den Märkten sorgte die erneute Eskalation zwischen Washington und Teheran sofort für einen Sprung beim Ölpreis. Er stieg zu Handelsbeginn in Asien um mehr als 2,5 Prozent. Damit lagen die Ölpreise auf dem höchsten Stand seit zwei Wochen.

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Zusammenstöße zwischen Polizei und Rechtsradikalen in Den Haag

Im niederländischen Den Haag ist es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und hunderten Rechtsradikalen gekommen. Trotz eines Verbots zogen am Samstag rund 500 Demonstranten durch das Stadtzentrum, skandierten antisemitische Parolen und attackierten die Beamten mit Feuerwerk und Wurfgeschossen. Es gab mehrere Festnahmen, die Polizei setzte Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.

US-Abkommen mit Dänemark zu Grönland wird von jeder Seite als Erfolg verbucht

Die Einigung zwischen den USA und Dänemark zur Sicherheit Grönlands hat jede Seite für sich als Erfolg verbucht. Die Vereinbarung sei "gut für die Nato und für Europa", erklärte die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen am späten Freitagabend. US-Präsident Donald Trump betonte seinerseits, die Vereinbarung über die Zukunft der autonomen dänischen Arktisinsel übertrage die "dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange in Grönland" an Washington. Um die Zukunft Grönlands hatte es lange ein erbittertes Ringen mit Drohungen von Trumps Seite gegeben.

Trump setzt neues Sanktionspaket gegen Russland in Kraft

US-Präsident Donald Trump hat verschärfte Sanktionen gegen Russland in Kraft gesetzt. Er unterzeichnete am Freitag ein nach langen Verhandlungen vom US-Kongress beschlossenes Gesetz, das den Druck auf Russland zur Beendigung des Ukraine-Kriegs erhöhen soll. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte Trump für das Sanktionspaket, aus Moskau kamen neue Drohungen.

Parlamentswahl: Russland meldet Cyberangriff auf elektronisches Wahlsystem

Am zweiten Tag der Parlamentswahl in Russland ist das elektronische Wahlsystem in Moskau nach Behördenangaben Ziel eines Cyberangriffs geworden. In der Nacht zu Samstag sei das System in der Hauptstadt "einer massiven und anhaltenden Attacke" ausgesetzt gewesen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Ria die Leiterin der zentralen Wahlkommission, Ella Pamfilowa. Die Lage sei jedoch "unter Kontrolle", versicherte sie. Die Sicherheit des Systems gewährleiste weiterhin eine elektronische Stimmabgabe.

Textgröße ändern: