Pallade Veneta - Iran-Krieg: Trump erklärt nach nächtlichen Angriffen Waffenruhe für beendet

Iran-Krieg: Trump erklärt nach nächtlichen Angriffen Waffenruhe für beendet


Iran-Krieg: Trump erklärt nach nächtlichen Angriffen Waffenruhe für beendet
Iran-Krieg: Trump erklärt nach nächtlichen Angriffen Waffenruhe für beendet / Foto: Filip SINGER - POOL/AFP

Drei Wochen nach der Vereinbarung eines Rahmenabkommens mit dem Iran für eine Friedenslösung hat US-Präsident Donald Trump die geltende Waffenruhe für beendet erklärt. "Was mich betrifft, ist sie vorbei", sagte Trump am Mittwoch auf dem Nato-Gipfel in Ankara. Nach dem Beschuss von drei Tankern im Bereich der Straße von Hormus hatte die US-Armee in der Nacht Ziele im Iran angegriffen. Daraufhin reagierte Teheran mit Gegenangriffen auf US-Stützpunkte in der Region.

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"Es ist reine Zeitverschwendung, sich mit ihnen abzugeben", sagte Trump weiter über die iranische Führung. Trump fügte an: "Das sind fiese Typen, deshalb haben sie es auf jeden abgesehen, wahrscheinlich auch auf mich. Ich stehe schon seit Jahren ganz oben auf ihrer Liste." Der US-Präsident bezeichnete die iranische Führung zudem als "einen Haufen Abschaum".

Er werde jedoch mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner über die Verhandlungen mit Teheran sprechen, sagte Trump. "Ich werde unseren wunderbaren Unterhändlern erlauben weiterzureden, wenn sie wollen, aber ich sehe es nicht", sagte der US-Präsident.

Die USA hatten in der Nacht zum Mittwoch "massive Angriffe" ausgeführt und dabei mehr als 80 Ziele im Iran angegriffen. Die US-Angriffe erfolgten in und um die Straße von Hormus, wie das für die Region zuständige Regionalkommando Centcom mitteilte. Ihr Ziel seien "Luftverteidigungssysteme, Führungs- und Kontrolleinrichtungen, Küstenradaranlagen, Fähigkeiten zum Einsatz von Anti-Schiffs-Raketen sowie mehr als 60 kleine Boote der Islamischen Revolutionsgarden" gewesen.

Die US-Armee begründete die neue Angriffswelle mit einem vorangegangenen Beschuss von drei Tankern im Bereich der Straße von Hormus, für den Washington Teheran verantwortlich macht. "Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar", erklärte Centcom. Der Iran werde dafür "einen hohen Preis zahlen". Trump bezeichnete die US-Angriffe als "sehr heftig" und ergänzte: "Wir haben ihnen gestern Abend sehr hart zugesetzt, sehr hart."

Nato-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete beim Gipfeltreffen in Ankara die US-Angriffe als "absolut notwendig". Der Iran habe die bestehende Waffenruhe "im Grunde genommen verletzt", sagte Rutte. Es sei "absolut entscheidend, dass die USA entschlossen reagieren", fügte er hinzu.

Dennoch äußerte sich Trump einmal mehr erbost über die Nato-Partner. "Ich bin sehr verärgert über die Nato", sagte er bei seinem Treffen mit Rutte. Die Allianz sei im Iran-Krieg nicht bereit gewesen, "uns zu helfen". In diesem Zusammenhang nannte Trump erneut Italien und Deutschland. Italien etwa hatte dem US-Militär verboten, US-Stützpunkte auf seinem Territorium für Angriffe im Iran-Krieg zu nutzen. Dies hatte auch Spanien so gehandhabt. Trump erklärte, er wolle die Handelsbeziehungen zu Spanien abbrechen, das ein "schrecklicher Nato-Partner" sei.

Iranische Medien berichteten derweil von mehreren heftigen Explosionen in der Region um die Straße von Hormus. Unter anderem seien Explosionen auf der Insel Keschm zu hören gewesen und in der Stadt Sirik, berichtete der Sender Irib. Zudem habe es Explosionen in der wichtigen Hafenstadt Bandar Abbas gegeben.

Die iranische Nachrichtenagentur Mehr meldete eine Reihe von Explosionen in der Hafenstadt Buschehr im Südwesten des Landes, wo sich das einzige zivile Atomkraftwerk des Iran befindet. Buschehr liegt vor der Ölinsel Charg, dem wichtigsten iranischen Ölterminal, über den normalerweise 90 Prozent des Rohöls aus dem Land umgeschlagen werden.

Als Reaktion auf die US-Angriffe attackierte der Iran nach eigenen Angaben US-Stützpunkte in Bahrain und Kuwait: Die iranischen Streitkräfte hätten mit Raketen und Drohnen "85 wichtige US-Armeeanlagen" in den beiden Ländern angegriffen, hieß es in einer vom iranischen Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden. Die iranische Armee sprach von "Vergeltung für die Aggression des amerikanischen Feindes" und "für die Verletzung des Abkommens".

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, die Angriffe der USA und des Iran "verkomplizieren die ohnehin schon heiklen Gespräche zur Beendigung des Krieges zusätzlich". Im Onlinedienst X betonte sie zugleich, die Angriffe des Iran auf Bahrain und Kuwait seien "inakzeptabel".

An den Märkten sorgte die erneute Eskalation zwischen Washington und Teheran sofort für einen Sprung beim Ölpreis. Er stieg am Vormittag um mehr als fünf Prozent. Damit lagen die Ölpreise auf dem höchsten Stand seit Wochen.

Seit Anfang April galt in dem US-israelischen Krieg gegen den Iran eine brüchige Waffenruhe. Am 17. Juni einigten sich der Iran und die USA auf ein Rahmenabkommen, das weitere Verhandlungen zu einer dauerhaften Beendigung des Krieges vorsieht. Die immer wieder aufflammenden Gefechte führten bisher nicht zum Abbruch der Verhandlungen.

B.Cretella--PV

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