Pallade Veneta - Getöteter iranischer Ayatollah Ali Chamenei nach mehrtägigen Trauerfeiern beigesetzt

Getöteter iranischer Ayatollah Ali Chamenei nach mehrtägigen Trauerfeiern beigesetzt


Getöteter iranischer Ayatollah Ali Chamenei nach mehrtägigen Trauerfeiern beigesetzt
Getöteter iranischer Ayatollah Ali Chamenei nach mehrtägigen Trauerfeiern beigesetzt / Foto: murtadha ridha - AFP

Nach sechstägigen Trauerfeierlichkeiten ist der im Iran-Krieg getötete oberste Führer der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Chamenei, beigesetzt worden. Sein Leichnam befinde sich nun im Mausoleum des Imams Resa in der Stadt Maschhad, berichtete das Staatsfernsehen am Freitagmorgen. Chameneis Sohn und Nachfolger, Modschtaba Chamenei, nahm offenbar nicht an der Zeremonie mit Vertretern der Staatsführung teil. US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu berieten derweil erneut über den Krieg.

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Ayatollah Ali Chamenei hatte seit 1989 an der Spitze der Islamischen Republik gestanden. Er wurde am ersten Tag des US-israelischen Krieges gegen den Iran am 28. Februar bei einem Luftangriff auf seine Residenz in Teheran getötet. Sein Sohn Modschtaba Chamenei wurde iranischen Angaben zufolge bei dem Angriff verletzt. Er wurde später zum Nachfolger seines Vaters ausgerufen; er wurde aber seither nicht in der Öffentlichkeit gesehen.

Auch auf den Fernsehbildern von der Beisetzung war Modschtaba Chamenei nicht zu sehen. Gezeigt wurden hingegen Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf, der auch Chefunterhändler in den Gesprächen mit den USA ist, sowie der einflussreiche Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei und der älteste Sohn des getöteten Ali Chamenei, Mostafa Chamenei. Einige ranghohe Vertreter der Staatsführung waren weinend am Sarg zu sehen.

Mit Chamenei sollten auch mehrere ebenfalls bei dem Angriff im Februar getötete Angehörige beigesetzt werden, darunter seine Tochter und seine 14 Monate alte Enkeltochter, sowie die Frau seines Sohnes Modschtaba.

Maschhad war die Heimatstadt von Ayatollah Ali Chamenei. Das Mausoleum des Imams Resa ist das wichtigste schiitische Heiligtum im Iran. Vor dem Gebäude hatte sich eine riesige Menschenmenge versammelt und lauschte den Gebeten. Der in eine Flagge gehüllte Sarg war durch die Menschenmenge in das Gebäude getragen worden.

Ein Flugzeug hatte den Sarg mit Chameneis Leichnam am Donnerstag nach Maschhad gebracht, die Maschine wurde von einem iranischen Kampfjet begleitet. Anschließend nahmen zahlreiche Menschen in der Stadt Abschied von Chamenei. Trauernde weinten und schlugen sich auf die Brust, während Chameneis Sarg durch die Menge geleitet wurde.

Viele Menschen schwenkten iranische Flaggen und rote Fahnen, die als Symbol für Rache gelten. "Kein Kompromiss mit den Mördern", skandierten die Menschen. Auch die Trauerfeiern in mehreren Städten im Iran und im Irak in den vergangenen Tagen hatten sich immer wieder zu Massenkundgebungen gegen die USA und Israel entwickelt.

Bei den jüngsten US-Angriffen diese Woche auf den Iran wurden nach Angaben iranischer Beamter 17 Menschen getötet. Die Angriffe führten nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens dazu, dass der Zugverkehr zwischen der Hauptstadt Teheran und Maschhad unterbrochen war. Das iranische Außenministerium verurteilte die Angriffe auf die Bahninfrastruktur als "offenkundiges Kriegsverbrechen".

Die US-Armee hatte in der Nacht zum Donnerstag in der zweiten Nacht in Folge nach eigenen Angaben dutzende militärische Ziele im Iran ins Visier genommen. Laut iranischen Staatsmedien wurde unter anderem eine Militäranlage in der Nähe der Stadt Buschehr im Süden des Iran Ziel eines Angriffs. In Buschehr befindet sich das einzige aktive Atomkraftwerk des Irans.

Laut US-Präsident Donald Trump erfolgten die Angriffe als Vergeltung für vorangegangene iranische Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus. Trump habe Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in einem Telefonat "über das Vorgehen der USA in der Golfregion" informiert, teilte Netanjahus Büro am Donnerstagabend im Onlinedienst X mit. Ein US-Vertreter bestätigte das Telefonat, nannte jedoch keine Einzelheiten.

Die USA und Israel hatten mit gemeinsamen Luftangriffen am 28. Februar den Iran-Krieg ausgelöst. In dessen Folge kam es auch zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon. Zudem wurden immer wieder Länder der Region, in denen US-Truppen stationiert sind, vom Iran angegriffen.

Nach der Vereinbarung eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat herrschte vorübergehend relative Ruhe in der Region - in der Nacht zum Mittwoch aber begannen die USA wieder mit massiven Angriffen auf den Iran. Die Streitkräfte des Iran griffen daraufhin wieder US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain an. Auch Israels Verteidigungsminister Israel Katz drohte am Donnerstag mit neuen Angriffen auf den Iran.

O.Mucciarone--PV

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