Pallade Veneta - Behörden: Acht Tote bei ukrainischen Angriffen auf Logistikzentren in Russland

Behörden: Acht Tote bei ukrainischen Angriffen auf Logistikzentren in Russland


Behörden: Acht Tote bei ukrainischen Angriffen auf Logistikzentren in Russland
Behörden: Acht Tote bei ukrainischen Angriffen auf Logistikzentren in Russland / Foto: STRINGER - AFP

Bei ukrainischen Angriffen auf zwei Logistikzentren in Russland sind nach Behördenangaben insgesamt acht Menschen getötet worden. Die Attacken trafen Einrichtungen des Onlinehändlers Wildberries, wie russische Behörden am Samstag mitteilten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Logistikzentren seien für die Lieferung von Drohnen-Bauteilen genutzt worden. Ferner brach nach russischen Angaben Feuer in einem Erdöl-Lager in der Region Moskau aus.

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Beim Angriff auf ein Wildberries-Logistikzentrum in der westrussischen Stadt Kotowsk seien sieben Angestellte während der Nachtschicht getötet worden, teile der Gouverneur der Region Tambow, Jewgeni Perwijschow, mit. 24 weitere Menschen seien verletzt worden.

In Elektrostal in der Region Moskau wurde nach Angaben des Gouverneurs Andrej Worobjow ein weiteres Wildberries-Lager durch eine Drohne beschädigt. Ein Mensch sei getötet, 37 weitere seien verletzt worden.

Wildberries selbst erklärte, der Brand in Kotowsk sei inzwischen unter Kontrolle. In Elektrostal waren demnach weiterhin Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz.

Selenskyj schrieb im Onlinedienst X von Angriffen auf zwei "bedeutende Logistikzentren in den Regionen Moskau und Tambow", die mehr als 500 und fast 700 Kilometer von der Frontlinie entfernt seien. Diese Zentren seien für die Lieferung "von mit Sanktionen belegten Bauteilen für die Drohnenproduktion und Navigationsausrüstung" genutzt worden.

Bei dem Feuer in einem Erdöl-Lager in Noginsk in der Region Moskau wurden nach Angaben von Gouverneur Worobjow zwei Menschen verletzt. Eine nahegelegene Geburtsklinik sei zudem aus Sicherheitsgründen evakuiert worden.

Eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP beobachtete am Samstagmorgen schwarzen Rauch, der über Noginsk in den Himmel aufstieg. Auch sah sie mehrere Feuerwehrfahrzeuge, die aus Moskau kommend in die Richtung unterwegs waren.

Die russische Hauptstadt und ihre Umgebung wurden nach Behördenangaben erneut massiv mit ukrainischen Drohnen attackiert. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin schrieb im staatlich unterstützten Messengerdienst Max von mehr als 370 in Richtung der Region Moskau gestarteten Drohnen. Die meisten seien fernab der Hauptstadt "neutralisiert" worden, 64 seien "im Anflug auf Moskau zerstört" worden.

Die ukrainische Armee hatte ihre Drohnenangriffe auf Russland zuletzt deutlich verstärkt. Dabei nimmt sie Infrastruktur ins Visier, um so nach eigenen Angaben den Nachschub für die russische Armee zu stören.

Russland griff seinerseits die Ukraine in der Nacht zum Samstag erneut aus der Luft an. Dabei wurde ein Mensch auf einem Schiff im Schwarzen Meer getötet, das unter der Flagge von Antigua und Barbuda fährt, wie der Gouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, erklärte. Drei andere Menschen seien auf demselben Schiff verletzt worden. Zudem wurden weitere zehn Menschen bei anderen russischen Angriffen in der Ukraine verletzt, wie die Behörden mitteilten.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hatten am Freitagabend erneut tausende Menschen gegen die Ablösung des beliebten Verteidigungsministers Mychailo Fedorow demonstriert. Die Protestierenden schwenkten ukrainische Flaggen und hielten Plakate mit Slogans wie "Bringt Fedorow zurück!" und "Respektiert das Volk!" in die Luft. Fedorow war am Mittwoch im Rahmen einer Regierungsumbildung zurückgetreten.

Selenskyj hatte die Umbildung des Kabinetts mit "neuen Herausforderungen und Aufgaben" begründet und unter anderen auch Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko entlassen. Besonders aber die Ablösung Fedorows stößt auf die Kritik vieler Bürger. Der nur sechs Monate amtierende Minister hatte eine Modernisierung der von Bürokratie und Korruptionsvorwürfen belasteten Armee eingeleitet.

Fedorow hatte die Digitalisierung der Streitkräfte und den Einsatz von Drohnen vorangetrieben. Unter seiner Leitung wurden zudem die Bezüge von Soldaten deutlich erhöht und Pläne für eine schrittweise Demobilisierung entwickelt.

Nach seinem Rückzug warf Fedorow Armeechef Oleksander Syrsky vor, seine Entlassung erzwungen zu haben. Er kritisierte darüber hinaus langsame bürokratische Abläufe und mangelnde Flexibilität innerhalb der Streitkräfte.

L.Bufalini--PV

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