Pallade Veneta - Italienische Justiz ermittelt nach Tod eines Marokkaners bei gewaltsamer Festnahme

Italienische Justiz ermittelt nach Tod eines Marokkaners bei gewaltsamer Festnahme


Italienische Justiz ermittelt nach Tod eines Marokkaners bei gewaltsamer Festnahme
Italienische Justiz ermittelt nach Tod eines Marokkaners bei gewaltsamer Festnahme / Foto: Federico SCOPPA - AFP/Archiv

Nach dem Tod eines Marokkaners bei einer gewaltsamen Festnahme in Bologna hat die italienische Justiz Ermittlungen eingeleitet. Diese sollten die Umstände des Todes klären, teilte die Staatsanwaltschaft von Bologna am Montag mit. Die Bodycams der zwei beteiligten Polizisten seien der Justiz zur Auswertung übergeben, erklärte die Polizei von Bologna. Der Fall, der durch minutenlange Videoaufnahmen dokumentiert ist, hat in Italien Empörung ausgelöst.

Textgröße ändern:

Videos, die sich seit Sonntag in Onlinediensten verbreiten, zeigen, wie zwei Polizisten einen Mann in Bauchlage am Boden festhalten. Der Mann schreit zunächst vergeblich um Hilfe und bleibt dann bewegungslos mit dem Gesicht auf dem Asphalt liegen, während die Polizisten ihm Hände und Füße fesseln. Zwei Sanitäter sehen zunächst unbeteiligt zu. Nach einer Weile drehen sie den Mann auf den Rücken und transportieren ihn ab.

Der 42 Jahre alte Abderrahim Fakir lebte seit seiner frühen Kindheit in Italien und hatte gültige Papiere. Die Rechtsanwältin Barbara Spinelli, die ihm bei der Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis unterstützt hatte, nannte ihn einen "freundlichen, gut ausgebildeten, respektvollen Menschen". Sie habe versucht, seine Furcht vor einer Ausweisung zu zerstreuen. "Jetzt kann ich niemandem mehr sagen, dass er keine Angst zu haben braucht", sagte Spinelli.

Die Hintergründe der Festnahme waren zunächst unklar. Nach italienischen Medienberichten sprachen die beteiligten Polizisten von einer psychiatrischen Krise des Mannes.

Der Rechtsaußen-Vizeregierungschef Matteo Salvini verteidigte den Polizeieinsatz. Die Beamten hätten sich "professionell verhalten", sagte er. Die Senatorin Ilaria Cucchi von den Grünen hingegen prangerte eine "unmenschliche Tat" an und warf der Regierung vor, "Hass und Rassismus" zu fördern.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Trump setzt neues Sanktionspaket gegen Russland in Kraft

US-Präsident Donald Trump hat verschärfte Sanktionen gegen Russland in Kraft gesetzt. Er unterzeichnete am Freitag ein nach langen Verhandlungen vom US-Kongress beschlossenes Gesetz, das den Druck auf Russland zur Beendigung des Ukraine-Kriegs erhöhen soll. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte Trump für das Sanktionspaket, aus Moskau kamen neue Drohungen.

Parlamentswahl: Russland meldet Cyberangriff auf elektronisches Wahlsystem

Am zweiten Tag der Parlamentswahl in Russland ist das elektronische Wahlsystem in Moskau nach Behördenangaben Ziel eines Cyberangriffs geworden. In der Nacht zu Samstag sei das System in der Hauptstadt "einer massiven und anhaltenden Attacke" ausgesetzt gewesen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Ria die Leiterin der zentralen Wahlkommission, Ella Pamfilowa. Die Lage sei jedoch "unter Kontrolle", versicherte sie. Die Sicherheit des Systems gewährleiste weiterhin eine elektronische Stimmabgabe.

Entlastung für Verbrennerfahrer: Neuauflage des Tankrabatts sorgt für Kritik

Der Tankrabatt wird neu aufgelegt: Die Bundesregierung hat angekündigt, ab Oktober erneut die Energiesteuer auf Kraftstoffe zu senken. Kurz vor den wichtigen Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am Sonntag sorgt die schwarz-rote Koalition so für Entlastungen für Fahrer von Verbrennerfahrzeugen. Lob dafür kam unter anderem vom Bauernverband und von Speditionen. Umwelt- sowie Verbraucherschützer und auch Marktexperten wie die Monopolkommission sehen die Maßnahmen jedoch kritisch.

Medwedew fordert "militärische Abschreckung" als Reaktion auf US-Sanktionen

Als Reaktion Moskaus auf die neuen US-Sanktionen gegen Russland hat der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew auch eine "militärische Abschreckung" gefordert. Selbst über den Ozean hinweg werde "nur die Sprache der direkten militärischen Abschreckung" gehört, erklärte der heutige Vize-Chef des Nationalen Sicherheitsrats am Samstag mit Blick auf Washington im Onlinedienst Telegram. Die Antwort Russlands auf "russophobe Grausamkeiten wie das Gesetz des toten Terroristen Graham" müsse daher so ausfallen. Nähere Angaben dazu machte Medwedew nicht.

Textgröße ändern: