Pallade Veneta - Libanesische Armee stationiert Truppen in weiterer "Pilotzone"

Libanesische Armee stationiert Truppen in weiterer "Pilotzone"


Libanesische Armee stationiert Truppen in weiterer "Pilotzone"
Libanesische Armee stationiert Truppen in weiterer "Pilotzone" / Foto: MAHMOUD ZAYYAT - AFP

Die libanesische Armee hat nach eigenen Angaben damit begonnen, Soldaten in einer weiteren von drei mit Israel vereinbarten "Pilotzonen" im Süden des Libanon zu stationieren. Einheiten der libanesischen Armee hätten "heute Morgen mit dem Einsatz in Sautar al-Gharbija" in der Region Nabatijeh begonnen, erklärte die libanesische Armee am Dienstag. Später meldete die Armee, israelische Soldaten hätten in der Nähe das Feuer eröffnet.

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Libanesische Medien zeigten Armeefahrzeuge, die in das von der Armee genannte Dorf einfuhren. An einigen Fahrzeugen wehte die Fahne des Libanon. Später teilte die libanesische Armee mit, die israelischen Streitkräfte hätten in der Nähe das Feuer eröffnet. Der "Angriff" behindere "die Umsetzung der Stationierung in den Pilotzonen". Die israelische Armee reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zu dem Vorfall.

In den beiden anderen Pilotzonen ist die libanesische Armee bereits präsent. Nach US-Angaben hatte die libanesische Armee am Montag damit begonnen, die Kontrolle über drei Dörfer im Süden des Landes von den israelischen Streitkräften zu übernehmen. Der Schritt sei "direktes Ergebnis" der Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel, erklärte das US-Außenministerium. Demnach handelte es sich um die Ortschaften Froun, Srifa und Sautar al-Gharbija.

Ende Juni hatten sich Israel und der Libanon unter Vermittlung der USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll. Teil der Vereinbarung ist ein schrittweiser Rückzug der israelischen Armee aus dem Süden des Libanon, wo die pro-iranische Hisbollah-Miliz aktiv ist.

Demnach sollen die libanesischen Streitkräfte zunächst die Kontrolle in mehreren "Pilotzonen" von der israelischen Armee übernehmen. Damit soll getestet werden, ob es der regulären Armee gelingt, die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz zu entwaffnen und aus den Gebieten zu verdrängen. Nach der jüngsten Verhandlungsrunde in Rom hatten sich Israel und der Libanon nach US-Angaben auf die Struktur und die Leitlinien für die Umsetzung der sogenannten Pilotzonen geeinigt.

Die Hisbollah hatte den Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Iran-Krieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe.

Am Dienstag wollte US-Präsident Donald Trump Libanons Staatschef Joseph Aoun im Weißen Haus empfangen. Beirut steht verstärkt unter Druck, die Hisbollah zu entwaffnen - was Israel zur zentralen Bedingung für seinen Rückzug aus dem Süden des Libanon macht.

Aoun hatte die Hisbollah scharf dafür kritisiert, sein Land in den Iran-Krieg hineingezogen zu haben. Er hofft nun, dass Trump weiteren Druck auf Israel hinsichtlich eines Rückzugs aus dem Süden des Libanon ausüben wird. Israel hatte bekräftigt, dass die Armee in einer "Sicherheitszone" stationiert bleibe, die zehn Kilometer in den Libanon hineinreicht.

Am Sonntag war Aoun bereits mit US-Außenminister Marco Rubio zusammengekommen. Dabei hatte Rubio die libanesische Regierung für ihre "entschlossenen Anstrengungen" auf dem Weg zu einem dauerhaften Friedensabkommen mit Israel und zur Entwaffnung der Hisbollah gewürdigt. "Solange dieses Problem besteht, wird der Libanon niemals wirklich Frieden finden", sagte Rubio nach einem Treffen mit Aoun.

Die Hisbollah-Miliz lehnt sowohl ihre Entwaffnung als auch jegliche Gespräche mit Israel vehement ab. Auch dem Iran sind die direkten Gespräche ein Dorn im Auge. Israel und der Libanon befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.

G.Riotto--PV

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