Pallade Veneta - Kritik aus SPD an von Prien geplanter Neuausrichtung von "Demokratie leben!"

Kritik aus SPD an von Prien geplanter Neuausrichtung von "Demokratie leben!"


Kritik aus SPD an von Prien geplanter Neuausrichtung von "Demokratie leben!"
Kritik aus SPD an von Prien geplanter Neuausrichtung von "Demokratie leben!" / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Die von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) angekündigte Neuausrichtung des Bundesprogramms "Demokratie leben!" stößt beim Koalitionspartner SPD auf Ablehnung. Dies sende "das falsche Signal", erklärte die SPD-Familienpolitikerin Jasmina Hostert am Freitag in Berlin. "Wer Fördergelder in erheblichem Umfang von der engagierten Zivilgesellschaft auf die vermeintlich 'stille Mitte' umlenken will, riskiert Fehlinvestitionen zulasten der Demokratie", warnte sie.

Textgröße ändern:

Hostert wies darauf hin, dass mit dem Bundesprogramm "Demokratie leben!" seit Jahren zivilgesellschaftliches Engagement gefördert und demokratische Teilhabe gestärkt werde. Dies unterstütze die Arbeit gegen Extremismus und gesellschaftliche Spaltung. "Gerade in einer Zeit zunehmender Polarisierung braucht es starke lokale Initiativen, Vereine, Bildungsprojekte und demokratische Netzwerke", betonte Hostert. Das Programm sei ein zentraler Baustein dieser Arbeit.

"Wir halten es für falsch, den Eindruck zu erwecken, gesellschaftliche Vielfalt sei kein eigenständiger demokratischer Wert mehr", wandte sich Hostert zudem gegen diesbezügliche Äußerungen Priens. Demokratie lebe von der gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen und vom Respekt gegenüber unterschiedlichen Lebensrealitäten. "Es geht darum, Vielfalt, Teilhabe und Extremismusprävention miteinander zu verbinden, statt diese Bereiche gegeneinander auszuspielen."

Auch in Zeiten angespannter Haushalte sei es wichtig, zivilgesellschaftlichen Initiativen Planungssicherheit zu geben und demokratisches Engagement nachhaltig zu stärken. "Gerade Projekte der Demokratieförderung, der Vielfaltsgestaltung, der politischen Bildung und der Präventionsarbeit leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt", stellte Hostert klar.

Prien hat angekündigt, sie wolle Projekte, bei denen "Vielfalt" als eigenständiges Förderziel gegolten habe, nicht weiterführen. "Vielfalt allein" sei aus ihrer Sicht "kein ausreichendes Förderziel", sagte sie der "Zeit".

Das 2015 gestartete Bundesprogramm "Demokratie leben!" verfolgt das Ziel, zivilgesellschaftliches Engagement zu stärken und für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander zu sorgen. Teil des Auftrags ist auch die Arbeit gegen Radikalisierung und Polarisierung in der Gesellschaft.

Statt Nichtregierungsorganisationen, die sich speziell der Demokratieförderung widmen, will Prien aber künftig verstärkt andere Institutionen einbinden, etwa Schulen und Berufsschulen, freiwillige Feuerwehren, Sportvereine oder Gruppen wie die Landjugend und Bibliotheken. Ihre Ankündigungen waren auf teils scharfe Kritik gestoßen.

Aus der CDU/CSU wurde "Demokratie leben" wiederholt vorgeworfen, zu viele "linke" Organisationen zu fördern. Prien sagte der "Zeit", es sei zum Beispiel nicht die Aufgabe des Programms, "eine bestimmte Position in der Flüchtlingspolitik zu vertreten".

Von den Streichungen betroffen wären neben zahlreichen örtlichen Initiativen voraussichtlich auch die Amadeu Antonio Stiftung, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Verein HateAid, das Medienunternehmen Correctiv, aber auch der Zentralrat der Juden und die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

15 Tote bei russischen Angriffen in der Ukraine - Sechs Tote in Russland

Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind am Freitag mindestens 15 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt worden. Nach Angaben ukrainischer Behörden starben alleine zehn Menschen bei einem Raketenangriff auf eine Veranstaltung der Rüstungsbranche nahe Kiew und fünf weitere in Slowjansk. Bei ukrainischen Angriffen in Russland wurden laut dortigen Behörden sechs Menschen getötet und mindestens 26 verletzt.

Trump empfängt am Dienstag Selenskyj - und voraussichtlich Netanjahu

US-Präsident Donald Trump empfängt am Dienstag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington. Das teilte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses am Freitag mit. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu will ebenfalls am Dienstag mit Trump zusammenkommen, wie sein Büro in Jerusalem erklärte. Es wäre das siebte Treffen der beiden Politiker seit dem Wiedereinzug des US-Präsidenten ins Weiße Haus im Januar 2025.

Росія після Путіна: «Парламент із шансом в один відсоток»

Конгрес народних депутатів у вигнанні працює над законами для демократичного переходу в Росії. Москва заборонила цю організацію як терористичну. Учасник Максим Мотін пояснює, чому він, незважаючи на це, вірить у успіх цього політичного експерименту.

Россия после Путина: «Парламент с шансом в один процент»

Конгресс народных депутатов работает в изгнании над законами, направленными на обеспечение демократического перехода в России. Москва запретила этот орган как террористическую организацию. Участник проекта Максим Мотин объясняет, почему он, несмотря на это, верит в успех этого политического эксперимента.

Textgröße ändern: