Pallade Veneta - Bundesregierung will KI in Asylverfahren nutzen - Kritik von Pro Asyl

Bundesregierung will KI in Asylverfahren nutzen - Kritik von Pro Asyl


Bundesregierung will KI in Asylverfahren nutzen - Kritik von Pro Asyl
Bundesregierung will KI in Asylverfahren nutzen - Kritik von Pro Asyl / Foto: Joel Saget - AFP/Archiv

Die Bundesregierung will Künstliche Intelligenz (KI) in Asylverfahren nutzen. Das Ziel sei, "asyl- und aufenthaltsrechtliche Verwaltungsverfahren effizienter, einheitlicher, qualitativ hochwertiger und sicherer zu gestalten", sagte Vizeregierungssprecher Steffen Meyer am Mittwoch in Berlin zu dem vom Kabinett zuvor beschlossenen Gesetzentwurf. Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl warnte vor der Verletzung von Persönlichkeitsrechten und der Gefahr von Diskriminierung.

Textgröße ändern:

Das geplante Gesetz soll nach den Worten Meyers "rechtliche Grundlagen für einen rechtssicheren und datenschutzkonformen Einsatz von KI-Technologien in der Anwendung zur automatisierten Datenverarbeitung in der Migrationsverwaltung" schaffen. Dies sei ein Element der Modernisierung von Verwaltungsprozessen.

Die Neuregelung soll es ermöglichen, personenbezogene Daten auch mit Hilfe von KI-Systemen zu bearbeiten. Laut Gesetzentwurf soll dies dazu beitragen, "widersprüchliche, unvollständige oder ungewöhnliche Angaben überprüfen zu können" oder "strukturelle Muster" in Asylanträgen zu erkennen.

"Die individuelle Prüfung und Entscheidung bleiben dabei vollständig in der Verantwortung der zuständigen Mitarbeitenden". Diese Entscheidungen sollen auch nicht "verbindlich" vorgeprägt werden. "Diskriminierende Algorithmen" bei der Anwendung sollen ausgeschlossen werden. Die Weiterverarbeitung von bei dem KI-Einsatz gewonnenen "Erkenntnissen aus dem Kernbereich der privaten Lebensgestaltung" soll unzulässig sein, Aufzeichnungen darüber "unverzüglich" gelöscht werden.

Die Pro-Asyl-Rechtsexpertin Wiebke Judith bezeichnete das Gesetzesvorhaben gleichwohl als "höchst gefährlich". Es gehe hier "um Entscheidungen über Menschenleben", hob sie hervor. "Grundrechte, Transparenz und effektiver Rechtsschutz werden nicht ausreichend gewahrt. Gerade beim Schutz vor Verfolgung darf der Staat sich nicht auf intransparente, algorithmisch gesteuerte Entscheidungsprozesse verlassen", mahnte Judith weiter.

Es bestehe die Gefahr, dass "die Fairness der Verfahren, effektive Rechtsbehelfe, Persönlichkeitsrechte und der Schutz vor Diskriminierung auf der Strecke bleiben", warnte Pro Asyl. So werde nicht ausreichend konkretisiert, wie, von wem und zu welchem Zweck KI in Asyl- und Migrationsverfahren künftig eingesetzt werden dürfe. Auch fehlten ausreichende Vorgaben zum Schutz hochsensibler personenbezogener Daten und zur Verhinderung diskriminierender Entscheidungen.

Solche Defizite seien "mit rechtsstaatlichen Anforderungen nicht vereinbar", erklärte die Organisation. Pro Asyl forderte den Bundestag auf, den Gesetzentwurf daher nicht zu verabschieden oder zumindest grundlegend zu überarbeiten.

F.Abruzzese--PV

Empfohlen

Entlastung für Verbrennerfahrer: Neuauflage des Tankrabatts sorgt für Kritik

Der Tankrabatt wird neu aufgelegt: Die Bundesregierung hat angekündigt, ab Oktober erneut die Energiesteuer auf Kraftstoffe zu senken. Kurz vor den wichtigen Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am Sonntag sorgt die schwarz-rote Koalition so für Entlastungen für Fahrer von Verbrennerfahrzeugen. Lob dafür kam unter anderem vom Bauernverband und von Speditionen. Umwelt- sowie Verbraucherschützer und auch Marktexperten wie die Monopolkommission sehen die Maßnahmen jedoch kritisch.

Medwedew fordert "militärische Abschreckung" als Reaktion auf US-Sanktionen

Als Reaktion Moskaus auf die neuen US-Sanktionen gegen Russland hat der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew auch eine "militärische Abschreckung" gefordert. Selbst über den Ozean hinweg werde "nur die Sprache der direkten militärischen Abschreckung" gehört, erklärte der heutige Vize-Chef des Nationalen Sicherheitsrats am Samstag mit Blick auf Washington im Onlinedienst Telegram. Die Antwort Russlands auf "russophobe Grausamkeiten wie das Gesetz des toten Terroristen Graham" müsse daher so ausfallen. Nähere Angaben dazu machte Medwedew nicht.

Trump setzt neue US-Sanktionen gegen Russland in Kraft

US-Präsident Donald Trump hat das neue Sanktionspaket der USA gegen Russland in Kraft gesetzt. Er unterzeichnete am Freitag das nach langen Verhandlungen vom US-Kongress beschlossene Gesetz.

Angriff auf Polizeiwache in Pakistan: Zahl der Todesopfer auf 31 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer bei einer Explosion und einem Angriff mit Schusswaffen auf eine Polizeiwache im Norden Pakistans ist nach Angaben eines ranghohen Polizeibeamten auf mindestens 31 gestiegen. "Mindestens 31 Menschen, darunter 16 Polizeikräfte, sind bei dem Angriff und Selbstmordanschlag getötet worden", sagte der Beamte am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Die pakistanischen Gesundheitsbehörden meldeten zudem mehr als hundert Verletzte, von denen mehrere sich in kritischem Zustand befänden.

Textgröße ändern: