Pallade Veneta - Hitzewelle in Deutschland: Mehr Mittel für Hitzeschutz und Klimaanpassung gefordert

Hitzewelle in Deutschland: Mehr Mittel für Hitzeschutz und Klimaanpassung gefordert


Hitzewelle in Deutschland: Mehr Mittel für Hitzeschutz und Klimaanpassung gefordert
Hitzewelle in Deutschland: Mehr Mittel für Hitzeschutz und Klimaanpassung gefordert / Foto: Ina FASSBENDER - AFP

Angesichts der erneuten Hitzewelle in Deutschland sind Forderungen nach mehr Mitteln für Hitzeschutz und Klimaanpassung laut geworden. Wie das Robert-Koch-Institut am Donnerstag mitteilte, starben in diesem Sommer bereits fast 10.000 Menschen an den hohen Temperaturen. Betroffen waren zum Großteil Menschen über 75 Jahre. Bundesregierung und Länder müssten endlich Verantwortung übernehmen, mahnen Patientenschützer.

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"Für viele ist Hitze unangenehm. Für pflegebedürftige Menschen kann sie lebensgefährlich sein", sagte die Linken-Pflegepolitikerin Evelyn Schötz der Nachrichtenagentur AFP. "Die nächste Hitzewelle steht vor der Tür, doch die Pflegeheime hierzulande sind darauf nicht ausreichend vorbereitet."

Es gebe bereits bundeseinheitliche Empfehlungen für Hitzeschutzpläne in Pflegeeinrichtungen. Diese müssten umgesetzt werden. Schötz betonte: "Der Schutz der Schwächsten darf nicht vom Geldbeutel einer Pflegeeinrichtung abhängen."

Die Linksfraktion im Bundestag fordert Pflegeheime "hitzefest" zu machen. Die Länder müssten Investitionen in Verschattung, Kühlung und klimaresiliente Gebäude finanzieren. Dabei dürften aber keine zusätzlichen Kosten für die Bewohnerinnen und Bewohner entstehen.

"Es braucht 30 Milliarden Euro, sonst leiden weiterhin Pflegeheimbewohner und Krankenhauspatienten", sagte der Vorstand der Deutsche Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, zu AFP. "So können Bestandsbauten an die klimatischen Bedingungen angepasst werden."

Bei Neubauten dürfe die Raumtemperatur 25 Grad nicht überschreiten, forderte Brysch. "Das kann aber nur gelingen, wenn die Schutzvorkehrungen in jedem Bundesland baurechtlich verankert werden."

Zu schnellen Maßnahmen drängt Ex-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). "Jetzt kommt es drauf an zu retten, was noch zu retten ist", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post". "Es geht um Tausende Menschenleben."

Der Bundestagsabgeordnete forderte "die Einführung von Hitzeportalen, auf denen Menschen sich über Hitze und Maßnahmen dagegen informieren können". Zudem brauche es Wassersprühanlagen, Kälteräume und Hitzetelefone. Mit letzteren könne gezielt bei gefährdeten Menschen nachgefragt werden, ob sie genug trinken oder es ein medizinisches Problem gibt.

Mit Blick auf die kommenden Jahre sagte Lauterbach: "Wir werden in großer Regelmäßigkeit solche Hitzewellen bekommen – deswegen müssen wir langfristig unsere Städte umbauen. Flächen müssen entsiegelt werden und dafür wesentlich mehr begrünt werden."

Grünen-Chefin Franziska Brantner wirft der Bundesregierung vor, den Hitze-Todesfällen "tatenlos" zuzusehen. "Das ist kein Randthema mehr, sondern eine akute Gefahr für Menschenleben", sagte sie der "Rheinischen Post". Deswegen müsse jetzt in Klimaanpassung investiert werden, unter anderem in Verschattung und Trinkwasserbrunnen in Städten sowie mehr Grün- und Wasserflächen.

Um dies zu stemmen, pochen die Kommunen auf mehr Unterstützung durch Bund und Länder. Klimaanpassung sei "existenziell für unsere Zukunft", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Christian Schuchardt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Unterm Strich reden wir da über Milliardensummen bundesweit, die investiert werden müssen."

L.Barone--PV

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