Pallade Veneta - Trump kündigt Iran-Gespräche an - mögliche Deeskalation beflügelt Börsen

Trump kündigt Iran-Gespräche an - mögliche Deeskalation beflügelt Börsen


Trump kündigt Iran-Gespräche an - mögliche Deeskalation beflügelt Börsen
Trump kündigt Iran-Gespräche an - mögliche Deeskalation beflügelt Börsen / Foto: Aaron Schwartz - AFP

US-Präsident Donald Trump hat für Montag neue Gespräche mit dem Iran über eine Beendigung des Kriegs angekündigt. "Was wir tun ist, wir sprechen mit ihnen in Form von Verhandlungen", sagte Trump am Sonntag an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One zu Journalisten. "Es beginnt morgen Nachmittag." Die Ölpreise fielen daraufhin zeitweise um rund sechs Prozent, der Dax stieg auf ein Rekordhoch.

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Trump nannte weder einen Ort noch Teilnehmer der angekündigten Gespräche. Nach seinen Angaben sollen dabei die Straße von Hormus und eine Entnuklearisierung des Iran behandelt werden.

Nach der Ankündigung des US-Präsidenten fielen die Ölpreise erheblich. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate ging im asiatischen Handel zeitweise um 6,6 Prozent auf 79,11 Dollar (68,66 Euro) zurück. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 5,7 Prozent auf 82,92 Dollar.

An den Börsen sorgte die Aussicht auf eine mögliche Deeskalation für kräftige Zuwächse. Der Dax stieg am Morgen um rund 1,3 Prozent auf den Allzeit-Rekordwert von 25.968,38 Punkten. Auch in Mailand und Paris legten die Indizes zu.

Aus dem Iran kam zunächst keine Bestätigung neuer Gespräche. "Wir verhandeln derzeit nicht mit den Vereinigten Staaten", sagte Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei. Gespräche führe sein Land mit dem Oman, um die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu sichern.

Bakaei bezeichnete die Verhandlungen mit dem Oman als "konstruktiv". Sie zielten auf eine Einigung über eine neue Route durch die Meerenge ab. Solange die "US-Seeblockade" iranischer Häfen andauere, werde sich an der Lage in der Meerenge jedoch nichts ändern, sagte der Sprecher.

Der Iran kontrolliert die für den weltweiten Öl- und Gastransport wichtige Wasserstraße seit Beginn des Krieges Ende Februar. Er verlangt von Schiffen, eine von ihm festgelegte Route zu nutzen, eine Genehmigung einzuholen und Gebühren zu zahlen. Die USA lehnen dies ab.

Trump hatte am Samstag erklärt, die USA und Israel würden vorläufig auf weitere Angriffe auf den Iran verzichten. Der Iran und mehrere Golfstaaten hätten ihn darum gebeten, weil es "Umrisse einer Vereinbarung" gebe. Iranische Militärvertreter nannten aber die Darstellung, der Iran habe um einen Angriffsstopp gebeten, "nichts als eine neue Lüge".

Noch am Freitag hatte Trump dem Iran mit neuen massiven Angriffen gedroht. Am Sonntag sagte er, der geplante Angriff wäre "der größte Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg" gewesen. Neben dem Iran hätten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar ihn gebeten, davon abzusehen.

Die USA und der Iran hatten im Juni ein Rahmenabkommen für den Weg zu einem dauerhaften Frieden geschlossen, das jedoch scheiterte. Mitte Juli nahmen die USA ihre Angriffe wieder auf. Der iranische Abgeordnete Hassan Ghaschghawi sagte am Sonntag, Vermittler bemühten sich um eine Wiederbelebung der Vereinbarung. Hauptstreitpunkt sei die Straße von Hormus.

In der Meerenge meldete unterdessen ein Tanker am Sonntagabend eine Explosion in unmittelbarer Nähe. Das Schiff und seine Besatzung seien in Sicherheit, erklärte die britische Seefahrtbehörde UKMTO.

Im Iran wurden erneut zwei Männer wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet. Omid Behsad und Pouria Safvat seien am Montagmorgen gehängt worden, teilte das offizielle Justizportal "Misan" mit. Nach Darstellung der iranischen Justiz sollen sie dem israelischen Geheimdienst Mossad Koordinaten heikler Militär- und Sicherheitsstandorte übermittelt haben. Angaben zu ihrer Festnahme und ihrem Prozess machte das Portal nicht.

Menschenrechtsgruppen zufolge vollstreckt nur China mehr Todesurteile als der Iran. Nach Angaben von Iran Human Rights und Gemeinsam gegen die Todesstrafe wurden im vergangenen Jahr mindestens 1639 Menschen im Iran hingerichtet. Amnesty International hatte zuletzt eine "Eskalation" der Hinrichtungen beklagt.

L.Guglielmino--PV

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