Pallade Veneta - Mindestens zehn Tote bei Angriffen der pro-iranischen Huthis im Jemen

Mindestens zehn Tote bei Angriffen der pro-iranischen Huthis im Jemen


Mindestens zehn Tote bei Angriffen der pro-iranischen Huthis im Jemen
Mindestens zehn Tote bei Angriffen der pro-iranischen Huthis im Jemen / Foto: Mohammed HUWAIS - AFP/Archiv

Einen Tag nach ihren folgenschwersten Angriffen im Jemen seit Jahren hat die Huthi-Miliz ihre Attacken fortgesetzt. In der strategisch wichtigen Provinz Marib seien am Freitag acht Soldaten aus dem Regierungslager getötet worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus jemenitischen Armeekreisen. Nach Angaben von Jemens Gesundheitsminister Kasim Buhaibeh wurden in derselben Provinz zudem mindestens zwei Zivilisten getötet und 14 weitere verletzt. Die vom Iran unterstützten Huthis bekannten sich zu den Angriffen.

Textgröße ändern:

Gesundheitsminister Buhaibeh erklärte im Onlinedienst X, "die terroristische Huthi-Miliz" habe "Wohnviertel und Lager für Vertriebene in der Stadt Marib bombardiert". Der Angriff auf Regierungskräfte ereignete sich den Armeekreisen zufolge im Gebiet Harib. Die Miliz habe "mehr als zehn Raketen und sieben Kamikaze-Drohnen auf Armeelager in Marib abgefeuert".

Zuvor hatte der Armeevertreter AFP bereits mitgeteilt, dass es in Sirwah sowie an der Front von Al-Kasara nördlich der Stadt Marib zu Artilleriegefechten und Zusammenstößen gekommen sei. Zudem trafen die Islamisten ein Waffenlager in der Provinz.

Die Region Marib ist zwischen den Huthis und der Regierung aufgeteilt. Die jemenitische Regierung, die vom Nachbarland Saudi-Arabien gestützt wird, kontrolliert die gleichnamige Stadt sowie die Ölfelder und -anlagen.

"Der saudiarabische Feind mobilisiert seine Truppen weiter und stachelt sie auf", teilte ein Huthi-Sprecher mit. Truppen, Waffenlager und Fahrzeuge seien "mit einer großen Zahl an Raketen und Drohnen" angegriffen worden, fügte er hinzu.

Bereits am Vortag hatte die Miliz mehrere Armeestützpunkte in Marib sowie in der Provinz Hadramaut nahe der Grenze zu Saudi-Arabien angegriffen. Dabei wurden nach Angaben aus Armeekreisen 58 Menschen getötet. Es war die größte Anzahl an Todesopfern bei Huthi-Angriffen seit einer 2022 von der UNO vermittelten Waffenruhe. Diese hatte die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gebracht, war im vergangenen Monat aber faktisch zusammengebrochen.

Auslöser der neuen Eskalation war der Versuch eines iranischen Flugzeugs, in Sanaa zu landen. Daraufhin griffen jemenitische Regierungskräfte die Landebahn des Flughafens an, in der Folge griffen Huthis und Saudi-Arabien wiederholt gegenseitig Ziele an. Die Huthis kündigten zudem eine Blockade saudiarabischer Häfen an und meldeten Angriffe auf Öltanker.

Die von Saudi-Arabien angeführte Unterstützerkoalition der jemenitischen Regierung werde nicht "untätig zusehen", während die Huthis ihre Angriffe verstärkten, erfuhr die AFP aus Kreisen des saudiarabischen Militärs. Mit den Angriffen auf Marib habe die Miliz eine "rote Linie" überschritten. "Die Koalition will keine Eskalation, aber wir werden nicht zulassen, dass sich das aktuelle Machtgleichgewicht vor Ort ändert."

Die Huthis kämpfen seit 2014 gegen die Regierung und kontrollieren die Hauptstadt Sanaa sowie weite Teile des bevölkerungsreichen Nordens. Die Regierung hält große Teile des Südens. Der Krieg hat hunderttausende Menschen das Leben gekostet und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst.

M.Jacobucci--PV

Empfohlen

Merz empfängt britischen Premier Burnham zu Antrittsbesuch in Berlin

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den britischen Premierminister Andy Burnham zu dessen Antrittsbesuch in Berlin empfangen. Burnham wurde am Donnerstagmittag mit militärischen Ehren am Kanzleramt begrüßt. Bei den anschließenden Gesprächen sollte es laut der Bundesregierung unter anderem um europa- und wirtschaftspolitische Fragen gehen.

Bundestag streitet über Steuerreform - Ausgleich kalter Progression gefordert

"Eine Menge Geld" oder die "Fortschreibung der kalten Progression": Der Bundestag hat am Donnerstag in erster Lesung über die geplante Einkommensteuerreform debattiert. Während Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) seine Reform gegen Kritik verteidigte, sie bringe zu wenig Entlastung, verwies die Opposition darauf, dass am Ende nicht mehr Geld übrig bleibe. Auch der CDU-Wirtschaftsrat verlangte einen vollständigen Ausgleich der kalten Progression.

China schickt eigene Kandidatin ins Rennen um Nachfolge von WHO-Chef Tedros

China schickt eine eigene Kandidatin für den Chefposten bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Rennen - und könnte damit seinen Einfluss auf die UN-Sonderorganisation erhöhen. Die Gesundheitsexpertin Song Li bewerbe sich um die Nachfolge von WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning am Donnerstag in Peking. Die Kandidatur sei ein Bekenntnis zur internationalen Zusammenarbeit, hieß es weiter. Die Beziehungen zwischen der WHO und Peking sind allerdings nicht konfliktfrei.

Italiens Parlament billigt umstrittene Wahlrechtsreform von Meloni

Das italienische Parlament hat am Donnerstag eine umstrittene Wahlrechtsreform von Regierungschefin Giorgia Meloni gebilligt. Für die Gesetzesänderungen stimmten in Rom 227 Abgeordnete, dagegen votierten 164. Meloni hatte vor der Abstimmung mit ihrem Rücktritt gedroht, falls die Reform im Parlament durchfallen sollte.

Textgröße ändern: