Pallade Veneta - Selenskyj: Russland greift Ukraine mit nordkoreanischen Raketen an - Neun Tote

Selenskyj: Russland greift Ukraine mit nordkoreanischen Raketen an - Neun Tote


Selenskyj: Russland greift Ukraine mit nordkoreanischen Raketen an - Neun Tote
Selenskyj: Russland greift Ukraine mit nordkoreanischen Raketen an - Neun Tote / Foto: Darya NAZAROVA - AFP

Bei einer erneuten russischen Angriffswelle auf die Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens neun Menschen getötet worden. Zudem seien in den Regionen Kiew, Saporischschja und Dnipropetrowsk dutzende weitere Menschen verletzt worden, teilten die jeweiligen Regionalbehörden am Dienstag mit. Nach Angaben des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj kamen bei den "brutalen" Angriffen auf Saporischschja Raketen aus nordkoreanischer Produktion zum Einsatz.

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Zuvor hatte der Chef der Militärverwaltung in der Region Saporischschja, Iwan Federow, im Onlinedienst Telegram einen "massiven" russischen Angriff gemeldet, bei dem Raketen und Lenkbomben zum Einsatz gekommen seien. Allein in Saporischschja wurden Federow zufolge durch die Angriffe mindestens sechs Menschen getötet und 19 weitere verletzt. In der Stadt im Süden der Ukraine lebten vor dem Krieg mehr als 700.000 Menschen.

Auch in der Hauptstadt Kiew wurde in der Nacht zum Dienstag wieder Luftalarm ausgelöst. Reporter der Nachrichtenagentur AFP hörten in der ukrainischen Hauptstadt kurz nach Mitternacht eine regelrechte Serie von Explosionen. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von russischen Angriffen "mit ballistischen Raketen".

Der ukrainische Staatschef Selenskyj verurteilte den russischen Angriff auf Saporischschja als einen "brutalen Angriff, der darauf abzielte, maximalen Schaden anzurichten". Die Stadt sei "von nordkoreanischen ballistischen Raketen, russischen Marschflugkörpern vom Typ Zirkon und gelenkten Luftbomben" getroffen worden, erklärte er am Dienstag im Onlinedienst X.

Bei Zirkon handelt es sich um ein von Russland entwickeltes Waffensystem mit Hyperschall-Marschflugkörpern. Zirkon-Marschflugkörper haben eine Reichweite von mehr als 1000 Kilometern.

Am Montagabend hatte Selenskyj bereits in seiner abendlichen Videobotschaft gesagt, Russland habe Raketen aus Nordkorea erhalten und bereite sich zudem auf die Stationierung weiterer Soldaten aus Nordkorea auf seinem Staatsgebiet vor. "Das ist das erste Mal, dass sie den Krieg ohne die Unterstützung aus Nordkorea gar nicht mehr weiterführen können", sagte Selenskyj über die russische Führung.

Pjöngjang ist einer der wichtigsten Unterstützer Moskaus im Krieg gegen die Ukraine und hat Russland bereits tausende Soldaten und Waffen bereitgestellt. Im Gegenzug versorgt Moskau das international weitgehend isolierte Nordkorea nach Angaben von Analysten mit Finanzhilfen, Militärtechnologie sowie Lebensmittel- und Energielieferungen.

Selenskyj drängte am Montagabend die von nordkoreanischen Bedrohungen besonders betroffenen Länder Japan und Südkorea dazu, die Ukraine bei der Luftverteidigung zu unterstützen. Dies sei nötig, um Pjöngjang Paroli zu bieten, das durch den Einsatz im Krieg gegen die Ukraine immer mehr Erfahrungen sammele.

Zuletzt hatte Selenskyj bereits erklärt, Russland habe 30.000 bis 50.000 weitere nordkoreanische Soldaten angefordert. Außerdem bereite Nordkorea die Lieferung weiterer Raketenabschussrampen vor.

Das russische Verteidigungsministerium teilte indes mit, die Streitkräfte hätten "einen koordinierten Angriff mit hochpräzisen bodengestützten Waffen" ausgeführt. Dabei seien "militärisch-industrielle Betriebe sowie Transport- und Logistikzentren in den Städten Kiew und Saporischschja getroffen" worden.

Russland greift derzeit fast jede Nacht massiv die Ukraine an. Den Truppen Kiews fehlen nach eigenen Angaben die geeigneten Luftabwehrraketen, um die Attacken abzuwehren. Vor allem hofft die Ukraine auf die Lieferung weiterer US-Patriot-Abwehrsysteme durch die Verbündeten.

Die ukrainische Armee greift ihrerseits immer wieder Ziele in Russland an. Diese Angriffe richten sich gegen die russische Energie- und Militär-Infrastruktur und sollen Moskau an den Verhandlungstisch zwingen.

Fast viereinhalb Jahre nach Beginn der russischen Angriffe auf die Ukraine gibt es weiterhin keine konkreten Aussichten auf ein Ende des Krieges. Die maßgeblich von den USA vermittelten Verhandlungen über eine Waffenruhe liegen derzeit auf Eis.

L.Bufalini--PV

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