Pallade Veneta - UNO meldet verstärkte Luftangriffe der Militärjunta auf Zivilisten in Myanmar

UNO meldet verstärkte Luftangriffe der Militärjunta auf Zivilisten in Myanmar


UNO meldet verstärkte Luftangriffe der Militärjunta auf Zivilisten in Myanmar
UNO meldet verstärkte Luftangriffe der Militärjunta auf Zivilisten in Myanmar / Foto: - - AFP

Die Militärjunta in Myanmar hat nach UN-Angaben ihre Luftangriffe auf Zivilisten verstärkt. Die im Januar begonnenen Angriffe hätten seitdem "unvermindert angehalten", hieß es in dem am Dienstag vorgestellten Jahresbericht des Unabhängigen Untersuchungsmechanismus für Myanmar (IIMM) der Vereinten Nationen. Die Luftangriffe zielten demnach auf Wohnhäuser, Schulen, Krankenhäuser, religiöse Stätten und Flüchtlingslager. Der Konflikt in dem südostasiatischen Bürgerkriegsland zeige keinerlei Anzeichen von Entspannung.

Textgröße ändern:

Der IIMM-Jahresbericht umfasst einen Zeitraum von Juli 2025 bis Juni 2026. Die Ermittler dokumentierten ein Muster gezielter Luftangriffe auf Zivilisten, willkürlicher Inhaftierungen, Folter und sexueller Gewalt durch das Myanmars Militär. "Die Häufigkeit und Intensität der Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von Myanmars Militär und von verschiedenen bewaffneten Gruppen begangen wurden, eskalierten weiter", heißt es darin.

Bei den Angriffen habe es der zunehmende Einsatz von motorisierten Flugschirmen und Drohnen Zivilisten "erschwert, Angriffe zu bemerken". Dies schränke ihre Möglichkeiten zur Flucht oder zur Suche nach Schutz ein.

Für eine Entspannung der Konflikte zwischen der Militärjunta und verschiedenen bewaffneten Gruppen gibt es den UN-Ermittlern zufolge "keine Anzeichen". Dies betreffe insbesondere den Teilstaat Rakhine, wo die Rebellenorganisation Arakan-Armee für mehr Autonomie kämpft.

Der IIMM stützt sich nach eigenen Angaben auf "umfangreiche Beweise" für willkürliche Inhaftierungen, Folter und sexualisierte Gewalt in den Hafteinrichtungen der Junta. Darunter seien auch Fälle im Zusammenhang mit einem Gesetz, das Kritik an den Wahlen unter Strafe stellt.

Der IIMM wurde 2018 vom UN-Menschenrechtsrat ins Leben gerufen, um Beweise für schwerste Verbrechen zu sammeln und Akten für die Strafverfolgung vorzubereiten. Bislang haben die Ermittler mehr als 28 Millionen Beiträge zusammengetragen, darunter Zeugenaussagen, Dokumente, Fotos, Videos, forensische Beweise und Satellitenbilder.

Der frühere Junta-Chef und heutige Präsident Min Aung Hlaing hatte 2021 einen Militärputsch angeführt. Dabei wurden die demokratisch gewählte Präsidentin Aung San Suu Kyi und ihre Regierung aus dem Amt getrieben. In dem durch den Putsch ausgelösten Bürgerkrieg wurden mehr als 100.000 Menschen getötet.

Nach einem von Beobachtern als Scheinwahl verurteilten Urnengang wurde Aung im April als Präsident vereidigt und bemüht sich seitdem um eine außenpolitische Normalisierung. Die Junta und ihre Verbündeten priesen die Abstimmung als Rückgabe der Macht an das Volk und als Chance auf Versöhnung in dem seit dem Putsch in Myanmar herrschenden Bürgerkrieg.

F.Amato--PV

Empfohlen

Steinmeier beginnt zweitägigen Staatsbesuch in Frankreich

Zum Auftakt seines zweitägigen Staatsbesuchs in Frankreich wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag (10.00 Uhr) vom französischen Staatschef Emmanuel Macron mit militärischen Ehren am Pariser Triumphbogen begrüßt. Anschließend sind ein Gespräch mit Macron im Elysée-Palast und eine gemeinsame Presseerklärung geplant. Am Abend soll ein Staatsbankett im Elysée stattfinden.

Bundestag debattiert über Einkommensteuerreform

Der Bundestag debattiert am Donnerstag (09.00 Uhr) über die geplante Einkommensteuerreform. Die Abgeordneten befassen sich in erster Lesung mit dem Vorhaben, das innerhalb der Koalition kontrovers diskutiert wird und vorsieht, vor allem kleine und mittlere Einkommen und insbesondere Familien zu entlasten. In erster Lesung wird außerdem über die geplante Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe sowie die Neuregelung des Wohngeldes debattiert.

Britischer Premierminister Burnham zu Antrittsbesuch bei Merz

Der britische Premierminister Andrew Burnham kommt am Donnerstag zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Dabei wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der seit Juli amtierende Premier die Ratifikationsurkunden zum deutsch-britischen Freundschaftsvertrag austauschen, der damit in Kraft tritt. Der sogenannte Kensington-Vertrag sieht eine engere Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen vor, darunter in der Außen- und Sicherheitspolitik wie auch in der Wirtschaft. Unterzeichnet worden war der Vertrag im Juli 2025 von Merz und Burnhams Vorgänger Keir Starmer.

Ex-Geisel Eli Scharabi erinnert in Tel Aviv an Opfer des Hamas-Überfalls vor drei Jahren

Am dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel haben die Menschen im ganzen Land der Opfer gedacht. Bei einer Gedenkveranstaltung am Mittwochabend in Tel Aviv erinnerte die frühere Hamas-Geisel Eli Scharabi an all jene, die am 7. Oktober 2023 von den Islamisten getötet und verschleppt wurden, darunter seine Familie. Das Versagen der Sicherheitsbehörden an jenem Tag ist das bestimmende Thema vor der Parlamentswahl Ende Oktober.

Textgröße ändern: