Pallade Veneta - Japan protestiert gegen Putins Besuch auf den Kurilen

Japan protestiert gegen Putins Besuch auf den Kurilen


Japan protestiert gegen Putins Besuch auf den Kurilen
Japan protestiert gegen Putins Besuch auf den Kurilen / Foto: Gavriil Grigorov - POOL/AFP

Russlands Präsident Wladimir Putin hat erstmals die auch von Japan beanspruchte Inselgruppe der Kurilen besucht und damit scharfen Protest aus Tokio ausgelöst. Der Kreml veröffentlichte am Donnerstag ein Video von Putin auf einer der vier Hauptinseln. Russischen Medienberichten zufolge besuchte er dort eine Fischverarbeitungsanlage, wo ihm Kaviar überreicht worden sei. Japans Regierungschefin Sanae Takaichi bezeichnete die Visite als "inakzeptabel".

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Putin reiste auf die Kurilen-Insel Iturup, nachdem er am Mittwoch die nahegelegene russische Insel Sachalin besucht hatte. Dort führte die russische Marine Manöver aus. Auf Sachalin hielt Putin laut der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti ein Treffen zur "Gewährleistung der Sicherheit der östlichen Grenzen Russlands" ab.

Die Inselgruppe liegt vor der Nordostküste Japans. Das sowjetische Militär hatte die Kurilen in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs erobert, seitdem ist russisches Militär dort präsent.

Japan beansprucht die vier Hauptinseln der südlichen Kurilen, darunter Iturup, und reagierte mit scharfem Protest auf Putins Besuch. Dieser "verletzt die Gefühle des japanischen Volkes und ist absolut inakzeptabel", sagte Regierungschefin Takaichi. Er erschwere die Wiederherstellung der Beziehungen mittel- und langfristig.

Japans Außenminister erklärte unter Verwendung der japanischen Bezeichnung der Inseln: "Die Nördlichen Territorien (...) sind sowohl historisch als auch völkerrechtlich ein fester Bestandteil des japanischen Territoriums und die japanische Regierung protestiert entschieden gegen diesen Besuch." Es war Putins erster Besuch auf den Kurilen, 2010 hatte der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew das umstrittene Gebiet besucht.

Die Beziehungen zwischen Japan und Russland haben sich seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Februar 2022 verschlechtert. Japan hat sich den anderen G7-Staaten angeschlossen und Sanktionen gegen Russland verhängt. Putin bezeichnete die Sanktionen Japans am Mittwoch als "unprovoziert".

Die Namen der umstrittenen Inseln sind auf Japanisch und Russisch ähnlich. Die rund 20.000 russischen Bewohner der Inseln leben unter harten klimatischen Bedingungen. Die Inseln verfügen aber über Bodenschätze wie Gold und Silber.

Nach der Besetzung der Inseln 1945 vertrieb die Sowjetunion etwa 17.000 dort lebende Japaner. Die Inseln gewannen strategische Bedeutung und dienten während des Kalten Krieges als Luft- und Marinestützpunkte.

Russland hat sich in der jüngeren Vergangenheit China weiter angenähert. Die Marine- und Luftstreitkräfte beider Länder führten gemeinsame Manöver in Gebieten in der Nähe Japans aus. Dies führte dazu, dass Flugzeuge der japanischen Luftwaffe hunderte Male aufstiegen.

O.Merendino--PV

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