Pallade Veneta - Streit mit Bundesspitze: Thüringer BSW steht zu Regierungskoalition

Streit mit Bundesspitze: Thüringer BSW steht zu Regierungskoalition


Streit mit Bundesspitze: Thüringer BSW steht zu Regierungskoalition
Streit mit Bundesspitze: Thüringer BSW steht zu Regierungskoalition / Foto: JENS SCHLUETER - AFP/Archiv

Das BSW in Thüringen hält an der gemeinsamen Koalition mit CDU und SPD fest und geht damit auf weitere Konfrontation mit der BSW-Bundesspitze. Bei einer Fraktionssitzung in Erfurt stimmten die Landtagsabgeordneten des BSW am Montag einstimmig für eine Fortsetzung der Regierung unter Ministerpräsident Mario Voigt (CDU), wie ein Fraktionssprecher sagte. Insgesamt waren 13 der 15 Abgeordneten anwesend.

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Der Bundesvorstand hatte die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag zuvor aufgefordert, Voigt nicht weiter zu stützen und den Weg für einen überparteilichen Ministerpräsidenten, der mit wechselnden Mehrheiten auch unter Einbeziehung der AfD regieren soll, freizumachen. Hintergrund ist der Entzug des Doktortitels von Ministerpräsident Voigt durch die Technische Universität Chemnitz. Die Universität wies unlängst einen Widerspruch von Voigt zum Entzug des Doktortitels zurück.

Die BSW-Bundesspitze um Gründerin Sahra Wagenknecht warf dem CDU-Politiker vor, dieser beschädige das Amt des Ministerpräsidenten, und forderte ihn zum Rücktritt auf. Das BSW werde sich "nicht zum Mehrheitsbeschaffer eines Manns machen, der seine persönlichen Interessen über das Wohl des Landes stellt", hieß es in einem Vorstandsbeschluss. Die Thüringer Fraktion solle Voigt daher nicht weiter stützen.

"Die BSW-Fraktion steht verlässlich zur Regierungskoalition", erklärten Fraktionsvorsitzende Sigrid Hupach und BSW-Landesvorsitzende Katja Wolf nun in Erfurt. Es sei das Gründungsziel des BSW Thüringen gewesen, eine Partei ins Leben zu rufen, die sich nicht wie andere Parteien hauptsächlich mit selbstgerechten Debatten und Ideologien beschäftige.

Die Menschen bräuchten "keine ferngesteuerten politischen Kampagnen, die auf dem Rücken von Thüringen ausgetragen werden", erklärte Wolf, die auch Finanzministerin ist, in Richtung der eigenen Bundesspitze. "Sie brauchen keine selbstgerechten Eigendebatten der Parteien - das geht den Menschen auf die Nerven und uns auch."

"Wir befinden uns in Thüringen in einer stabilen Koalition", stellte auch Hupach klar. Diese habe trotz aller Unterschiede der Partner CDU, BSW und SPD schon viel auf den Weg gebracht. "Diesen Weg wollen wir konsequent weitergehen." Das Thüringer BSW liegt mit Wagenknecht und dem Bundes-BSW bereits seit längerem über Kreuz, weil der Landesverband gegen den Willen der Bundesspitze in Voigts Koalition eintrat.

Ein selbsternannter sogenannter Plagiatsjäger, der bereits mit Vorwürfen gegen mehrere Politiker für Schlagzeilen sorgte, hatte im Sommer 2024 die Vorwürfe gegen Voigt erhoben. Dieser war damals noch Spitzenkandidat der CDU für die wenig später stattfindende Landtagswahl. Voigt bezeichnete alle Vorwürfe bereits bei Bekanntwerden des Titelentzugs im Januar als "nicht nachvollziehbar" und kündigte eine Klage vor dem zuständigen Verwaltungsgericht an.

Die CDU regiert in Thüringen seit 2024 gemeinsam mit SPD und BSW in einer Dreierkoalition, jedoch ohne absolute Mehrheit, weshalb sie im Landtag mit der Linken zusammenarbeitet. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD um Partei- und Fraktionschef Björn Höcke ist stärkste Fraktion.

Die AfD nutzte die Vorwürfe ihrerseits für Rücktrittsforderungen gegen Voigt. Höcke forderte Wagenknecht auf, sie solle sich mit Hilfe der AfD zur Ministerpräsidentin des Bundeslands wählen lassen. Er sicherte Wagenknecht dafür die Unterstützung seiner Fraktion zu. BSW-Gründerin Wagenknecht wies das Angebot zurück und bot ihrerseits der AfD Gespräche über eine neue Regierung mit einem "überparteilichen Ministerpräsidenten" in Thüringen an.

R.Zarlengo--PV

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