Pallade Veneta - Iran bezeichnet US-Wirtschaftsdruck als wirkungslos - weitere Gespräche zu Hormus

Iran bezeichnet US-Wirtschaftsdruck als wirkungslos - weitere Gespräche zu Hormus


Iran bezeichnet US-Wirtschaftsdruck als wirkungslos - weitere Gespräche zu Hormus
Iran bezeichnet US-Wirtschaftsdruck als wirkungslos - weitere Gespräche zu Hormus / Foto: - - AFP/Archiv

Knapp sechs Monate nach Beginn des Iran-Kriegs hat Teheran den verschärften wirtschaftlichen Druck der USA auf das Land als wirkungslos bezeichnet und Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus gestellt. Präsident Massud Peseschkian sagte am Mittwoch, Washington werde mit wirtschaftlichem Druck "nichts erreichen". Iran und Oman verhandelten unterdessen über einen vorläufigen Schifffahrtskorridor. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu schloss eine diplomatische Einigung mit Teheran aus.

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"Mit ihrem wirtschaftlichen Druck werden die USA in dieser Phase nichts erreichen, so wie sie auch im Krieg nichts erreicht haben", sagte Präsident Peseschkian nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. Der Iran werde dem wirtschaftlichen Druck weiterhin widerstehen. Grundsatz seines Landes sei es zugleich, Probleme "durch Austausch und Verhandlungen" zu lösen.

US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Montag eine "wirtschaftliche Erstickung" des Iran angekündigt. Verschärfte Sekundärsanktionen sollen auch ausländische Geschäftspartner Teherans treffen und unter anderem die Bereiche Gold, Technologie, digitale Vermögenswerte, Luftfahrt und Schifffahrt erfassen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor einen umfassenden "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran angekündigt.

Im Zentrum des Konflikts bleibt die durch den Iran weitgehend blockierte Straße von Hormus. Der Iran und Oman beraten weiterhin über einen vorläufigen gemeinsamen Schifffahrtskorridor und ein gemeinsames Projekt zur Minenräumung. Omans Außenminister Badr al-Busaidi äußerte die Hoffnung, einen solchen Korridor "bald" verkünden zu können. Anschließend sollen Verhandlungen über einen dauerhaften Korridor und die künftige Verwaltung der Meerenge folgen.

Nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden vom Mittwoch wurden bei den Gesprächen bereits Vereinbarungen über die jeweiligen Anteile Irans und Omans an den Gewässern der Straße von Hormus sowie an den Einnahmen aus der Durchfahrt erzielt. Revolutionsgarden-Sprecher Hossein Mohebi warf den USA zugleich vor, den Abschluss einer Vereinbarung zu "behindern".

Ein Durchbruch in dem Konflikt zeichnet sich jedoch nicht ab. Teheran verlangt vor einer vollständigen Öffnung der Meerenge, dass Washington seine Verpflichtungen erfüllt, den Krieg beendet und die Seeblockade iranischer Häfen aufhebt. Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi forderte zudem eine Regelung der Lage im Jemen. Die Revolutionsgarden erklärten, kein Schiff könne die Straße von Hormus ohne iranische Erlaubnis passieren.

Gharibabadi wies zugleich Trumps Angaben zurück, wonach die US-Marine alle Minen in den internationalen Gewässern der Meerenge beseitigt oder gesprengt habe. Dies sei eine "Propaganda-Täuschung", erklärte er und drohte, US-Minenräumboote ins Visier zu nehmen, sollten sie in das Gebiet gelangen.

Vor dem Krieg verlief rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte durch die Straße von Hormus. Seit Teheran die Meerenge Anfang März weitgehend schloss, ist der Schiffsverkehr eingebrochen. Washington verhängte seinerseits eine Seeblockade iranischer Häfen. Mehrere Verhandlungsrunden brachten bislang keine dauerhafte Einigung, eine zwischenzeitliche Waffenruhe brach im Juli zusammen.

Auch militärisch gab sich Teheran demonstrativ selbstbewusst. Die Armee erklärte, alle bislang im Krieg beschädigten Waffensysteme seien inzwischen "wiederhergestellt" worden. Zudem seien neue Systeme aus dem Ausland importiert worden. Armeesprecher Mohammed Akraminia erklärte, der Iran habe seine Militärdoktrin von defensiv auf offensiv umgestellt. Auch ein "Präventivangriff auf Grundlage des Völkerrechts" sei eine "legitime Handlung".

Israels Regierungschef Netanjahu stellte sich unterdessen ausdrücklich hinter Trumps wirtschaftlichen Druck und schloss ein diplomatisches Abkommen mit der iranischen Führung aus. Er bezweifle, "dass mit dieser Gruppe dort, mit diesen Wilden, eine Einigung erzielt werden kann", sagte der israelische Regierungschef bei einer Veranstaltung für israelische Siedler in Jerusalem. "Ich sage Ihnen - eine Einigung kann nicht erzielt werden."

D.Vanacore--PV

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