Pallade Veneta - Neue Berechnung: Deutschland droht 2026 Klimaziel zu verfehlen

Neue Berechnung: Deutschland droht 2026 Klimaziel zu verfehlen


Neue Berechnung: Deutschland droht 2026 Klimaziel zu verfehlen
Neue Berechnung: Deutschland droht 2026 Klimaziel zu verfehlen / Foto: Olivier MORIN - AFP/Archiv

Deutschland droht 2026 anders als in den Vorjahren sein gesetzliches Klimaziel zu verfehlen. Das geht aus am Freitag veröffentlichten Berechnungen des Thinktanks Agora Energiewende auf Basis vorläufiger Daten hervor. Demnach nahmen die Treibhausgasemissionen im ersten Halbjahr zwar weiter ab, jedoch nur geringfügig um sieben Millionen CO2-Äquivalente. Zudem sei der Rückgang in erster Linie auf die schwierige Wirtschaftslage und auf Preiseffekte zurückzuführen.

Textgröße ändern:

Die Obergrenze für die deutschen Treibhausgasemissionen ist für das laufende Jahr auf 625 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente festgelegt. 2025 betrugen die Emissionen 648,9 Millionen Tonnen. Für das erste Halbjahr 2026 wurden laut den Berechnungen von Agora Energiewende Emissionen von 327 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten registriert, zwei Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Für das Gesamtjahr 2026 seien Emissionen von rund 635 Millionen Tonnen zu erwarten, hieß es nun weiter. Dies wären zwar etwas weniger als im Vorjahr, der zulässige Jahreswert würde jedoch überschritten. Um das Klimaziel für 2030 zu erreichen, wäre zudem ein jährlicher Emissionsrückgang um durchschnittlich 40 Millionen Tonnen erforderlich.

Dass die Emissionen bisher im laufenden Jahr überhaupt um sieben Millionen Tonnen zurückgingen, liegt den Angaben zufolge vor allem an der fossilen Energiepreiskrise, ausgelöst durch die Sperrung der Straße von Hormus. In deren Folge es dann zu deutlich höheren Öl- und Gaspreisen kam. Positiv auf die Emissionsbilanz hätten sich zudem neue Absatzrekorde bei Wärmepumpen und E-Autos ausgewirkt.

"Das erste Halbjahr 2026 steht deutlich im Zeichen der fossilen Energiepreiskrise: Erneut wird die deutsche Wirtschaft schmerzhaft von fossilen Preisschocks getroffen", erklärte die Direktorin von Agora Energiewende Deutschland, Julia Bläsius. "Gleichzeitig setzt sich mit den Verkaufsrekorden bei Wärmepumpen und E-Autos der Elektrifizierungstrend bei Verbraucherinnen und Verbrauchern fort."

Bläsius rief die Bundesregierung auf, diese Dynamik zu nutzen und zu verstärken, indem sie ihre Energie- und Industriepolitik konsequent auf erneuerbare Energien und Elektrifizierung ausrichte. "Nur so wird Deutschland unabhängiger von fossilen Energien und die Wirtschaft krisenfester", mahnte die Agora-Energiewende-Chefin.

Die zusätzlichen Kosten für den Import von Rohöl und Erdgas seit Beginn des Iran-Konflikts Ende Februar bezifferte Agora Energiewende auf rund 7,4 Milliarden Euro - obwohl die Ölimporte im Vergleich zum Vorjahr in dem Zeitraum nur um zwei Prozent gestiegen und die Erdgasimporte sogar um elf Prozent zurückgegangen seien. Bei Öl hätten sich die höheren Preise für die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt an den Tankstellen ausgewirkt, bei Gas werde dies wegen laufender Lieferverträge erst mit zeitlicher Verzögerung erfolgen.

Das Bundesumweltministerium teilte zu den Berechnungen von Agora Energiewende mit, es handele sich bisher lediglich um "unterjährige Schätzungen" und keine Jahresbilanz. "Die ausschlaggebenden Emissionsdaten für 2026 legt das Umweltbundesamt bis zum 15. März 2027 vor", hieß es weiter. Derzeit sei es für eine belastbare, solide Bewertung der Treibhausgasemissionen des Jahres 2026 "noch viel zu früh". Verwiesen wurde auf Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung sowie auf von der Regierung beschlossene zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen, etwa zur Förderung der E-Mobilität.

Deutschland ist verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 65 Prozent verglichen mit dem Stand von 1990 zu verringern. Dies entspricht dann zulässigen Emissionen von noch 439 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Auch der Expertenrat für Klimafragen warnt hier vor einer drohenden Zielverfehlung, was sich in den Folgejahren noch weiter verschärfen dürfte.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

Benzinpreis steigt weiter - erneut Allzeithoch erreicht

Der Spritpreis steigt und steigt: Am Montag erreichte der Preis für Super E10 ein weiteres Allzeithoch: Der Liter kostete im Tagesdurchschnitt 2,286 Euro, wie der ADAC am Dienstag mitteilte. Das waren 1,3 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für Diesel stieg um 0,8 Cent auf 2,412 Euro pro Liter - und war damit nur noch 3,4 Cent vom Rekord aus dem April entfernt - damals kostete ein Liter Diesel 2,446 Euro im Tagesdurchschnitt.

Von Enteignungen bis Neubau: Wohnungsmangel dominiert Wahlkampf in Berlin

Der Wohnungsmangel in Berlin bestimmt kurz vor der Abgeordnetenhauswahl in der Bundeshauptstadt weiter den Wahlkampf. Während sich die Spitzenkandidaten von Linkspartei und Grünen, Elif Eralp und Werner Graf, am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin" erneut für eine Enteignung großer Wohnungsbaugesellschaften aussprachen, machte sich CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers für eine Bebauung des Tempelhofer Felds stark. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach plädierte ebenfalls für Neubau, während AfD-Spitzenkandidatin Kristin Brinker erneut forderte, geförderten Wohnraum bevorzugt an Berliner zu vergeben.

Institut: Demokratieabbau in den USA ist Vorbild für autoritäre Systeme weltweit

Der Abbau der Demokratie in den USA ist laut der Analyse eines international führenden Instituts ein Vorbild für politische Hardliner auf der ganzen Welt. "Wesentliche Indikatoren für die US-Demokratie, von der Pressefreiheit bis hin zur Unabhängigkeit der Justiz, sind auf dem niedrigsten Stand seit 50 Jahren und das hallt weltweit nach", schrieb das in Stockholm ansässige Internationale Institut für Demokratie und Wahlhilfe (Idea) in seinem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht.

Stader Kreistag: CDU bleibt stärkste Fraktion, AfD wächst auf elf Mandate

Im neu gewählten Stader Kreistag verfügt die CDU über 18 und die SPD über zwölf Sitze. Die AfD erhöht ihre Mandate von drei auf elf. BSW und Volt ziehen erstmals mit je einem Sitz ein.

Textgröße ändern: