Pallade Veneta - Iran verstärkt Vergeltungsangriffe auf US-Ziele in Ländern der Region

Iran verstärkt Vergeltungsangriffe auf US-Ziele in Ländern der Region


Iran verstärkt Vergeltungsangriffe auf US-Ziele in Ländern der Region
Iran verstärkt Vergeltungsangriffe auf US-Ziele in Ländern der Region / Foto: - - AFP/Archiv

Als Vergeltung auf US-Angriffe hat der Iran seine Attacken auf US-Ziele in umliegenden Ländern der Region verstärkt, darunter in Jordanien, Kuwait und im Irak. Die "koordinierten" Angriffe mit Drohnen und Raketen hätten sich gegen US-Militärbasen in Erbil in der autonomen Region Kurdistan im Irak gerichtet, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna am Mittwoch. Die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran hatte sich zuvor deutlich verschärft.

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Bei den iranischen Angriffen im Nachbarland Irak wurden nach Angaben iranischer Staatsmedien ein Wartungszentrum, Lagerhäuser und das "Leitsystem eines US-Überwachungballons" zerstört.

Die iranische Armee nahm Staatsmedien zufolge zudem US-Streitkräfte auf einem Luftwaffenstützpunkt im mit Washington verbündeten Bahrain ins Visier. Die Armee der Islamischen Republik habe "vor einigen Stunden Radarstationen und Sammelpunkte der terroristischen US-Streitkräfte auf dem Luftwaffenstützpunkt Scheich Isa in Bahrain durch intensive Angriffe mit Kamikazedrohnen angegriffen", berichteten Staatsmedien. AFP-Reporter in Bahrain hörten am frühen Mittwochmorgen Luftalarmsirenen.

Zuvor hatten bereits Jordanien und Kuwait Luftangriffe aus dem Iran auf ihr jeweiliges Staatsgebiet gemeldet. Kuwaits Armee teilte am Mittwochmorgen mit, dass ihre Luftabwehr derzeit "auf feindliche Raketen- und Drohnenangriffe" reagiere.

Zuvor hatte die jordanische Armee erklärt, dass insgesamt 13 aus dem Iran gestartete ballistische Raketen in den Luftraum des Königreichs eingedrungen seien. Zehn davon seien von der Luftabwehr abgefangen worden. Drei weitere Raketen schlugen demnach in abgelegenen Gebieten ein.

Die iranischen Revolutionsgarden teilten am Mittwochmorgen laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim mit, dass der Stützpunkt Camp Titin des US-Marinekorps in Jordanien Ziel eines "massiven Raketenangriffs" geworden sei. Das Ausbildungslager befindet sich am Golf von Akaba, nahe den Grenzen zu Israel und Saudi-Arabien.

Die militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran war am Sonntag wieder aufgeflammt und hatte sich am Dienstag deutlich verschärft. US-Streitkräfte griffen nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran an, Teheran meldete daraufhin Raketen- und Drohnenattacken auf US-Stützpunkte in der Region. US-Präsident Donald Trump drohte mit noch "viel härteren" Angriffen.

Das iranische Staatsfernsehen berichtete, dass im Süden des Landes entlang der strategisch wichtigen Straße von Hormus sowie auf einer Insel im Persischen Golf Explosionen zu hören gewesen seien. Zudem habe das US-Militär einen Flughafen in der südlichen Provinz Kerman getroffen.

Der iranische Rote Halbmond teilte derweil mit, dass Splitterteile eines US-Raketenangriffs ein Haus in der Stadt Kuhestak getroffen hätten, in dem gerade eine Hochzeitsfeier stattfand. Dabei seien vier Menschen getötet worden, darunter ein Kind.

Zu Berichten über zivile Opfer der Angriffe vom Dienstag befragt, erklärte der Sprecher des zuständigen US-Regionalkommandos Centcom, Tim Hawkins: "Das US-Militär greift niemals Zivilisten an, im Gegensatz zu den IRGC", wobei er sich auf die iranischen Revolutionsgarden bezog.

Zuvor hatte Centcom erklärt, die neuen US-Attacken seien als Reaktion auf "versuchte Angriffe" der iranischen Revolutionsgarden "auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus und auf in der Region stationierte US-Soldaten" erfolgt.

Am Dienstagabend (Ortszeit) erklärte das US-Militär seine jüngste Angriffswelle gegen die iranische Militärinfrastruktur zu Luft und zu Wasser für beendet. Die US-Streitkräfte hätten Ziele der Islamischen Revolutionsgarden angegriffen, teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom im Onlinedienst X mit. Darunter waren demnach Luftabwehrstellungen, Radarsysteme, Einrichtungen zum Minenlegen sowie Kommunikationsanlagen.

Nach sechs Monaten Krieg befinden sich die Konfliktparteien weiterhin in einer Pattsituation: Der Iran blockiert weiterhin die Straße von Hormus, die USA setzen ihre Gegenblockade iranischer Häfen fort.

Bereits am Sonntagabend hatten die USA erstmals seit mehr als einem Monat wieder Ziele im Iran angegriffen. Die US-Streitkräfte attackierten nach eigenen Angaben Raketenwerfer auf der Insel Larak in der Straße von Hormus, um das Verlegen weiterer Seeminen zu verhindern. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Ziele in Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

In der Nacht zum Dienstag wurden zudem zwei Öltanker beim Verlassen der Straße von Hormus von Geschossen unbekannter Herkunft getroffen. Die für den Welthandel wichtige Meerenge ist seit Kriegsbeginn ein zentraler Streitpunkt. Die Minister der G20-Staaten forderten am Dienstag beim Abschluss ihres Gipfeltreffens in Asheville im US-Bundesstaat North Carolina mehrheitlich "die freie, sichere und berechenbare Schifffahrt durch die Straße von Hormus". Lediglich China, ein wichtiger Partner des Iran, erhob Einwände gegen die Textpassage.

Trotz der neuen Eskalation bekräftigte Irans Präsident Massud Peseschkian am Dienstag seine Bereitschaft zur Rückkehr zu der im Juni geschlossenen Vereinbarung zur Beendigung des Krieges. Voraussetzung sei, dass auch Washington seine Verpflichtungen wieder erfülle. Eine US-Politik des Drucks und der Drohungen könne den Weg der Diplomatie zum Scheitern bringen, warnte Peseschkian.

E.Magrini--PV

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