Pallade Veneta - Rekordzahl chinesischer Kampfjets in Taiwans Luftverteidigungszone im August

Rekordzahl chinesischer Kampfjets in Taiwans Luftverteidigungszone im August


Rekordzahl chinesischer Kampfjets in Taiwans Luftverteidigungszone im August
Rekordzahl chinesischer Kampfjets in Taiwans Luftverteidigungszone im August / Foto: Sam Yeh - AFP

Seit dem Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi und weiterer US-Repräsentanten Anfang August ist eine Rekordzahl chinesischer Kampfflugzeuge in den Luftraum um Taiwan eingedrungen: Allein im August drangen 446 chinesische Kampfjets in Taiwans Luftverteidigungszone ein, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag unter Berufung auf Zahlen des Verteidigungsministeriums in Taipeh.

Textgröße ändern:

Taiwan hatte erst im September 2020 damit begonnen, seine Daten über Verletzungen der eigenen Luftverteidigungszone zu veröffentlichen; die von China nicht anerkannte Zone ist deutlich größer als der eigentliche Luftraum der Insel. Bisheriger Rekordmonat mit insgesamt 196 Überflügen war demnach der Oktober 2021.

Erstmals schossen taiwanische Soldaten unterdessen über einer kleinen Insel eine Drohne ab. Die "zivile Drohne unbekannter Herkunft" war nach Angaben des Verteidigungsministeriums in die "Sperrzone" von Shiyu eingedrungen, einer zwischen dem chinesischen Festland und der taiwanischen Inselgruppe Kinmen gelegenen Mini-Insel. Die dort stationierten Soldaten hätten zuvor vergeblich versucht, die Drohne aus der Zone zu vertreiben.

Taiwan hatte in den beiden vergangenen Wochen eine Reihe von Zwischenfällen mit kleinen Drohnen über Außenposten des Militärs gemeldet. Die Spannungen in der Region haben sich nach einem Taiwan-Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi Anfang August massiv verstärkt. Chinas Armee hielt als Reaktion auf den Besuch seine bisher größten Militärmanöver in den Gewässern rund um die Insel ab und schoss dabei auch Raketen ab. Taiwan sah in den Manövern eine Vorbereitung auf eine chinesische Invasion.

Erst am Mittwoch hat Taiwans Militär mit einem "Gegenangriff" gedroht, sollten chinesische Kampfflugzeuge und Kriegsschiffe in sein Hoheitsgebiet eindringen. Sollten chinesische Flugzeuge und Schiffe in die Zwölf-Meilen-Zone vor der Küste eindringen, habe Taiwan ein "Recht auf Selbstverteidigung" und werde zum Gegenangriff übergehen, sagte der Militärvertreter Lin Wen-huang vor Journalisten.

Der taiwanische Unternehmer Robert Tsao will nach eigenen Angaben mit einer großzügigen Spende die Verteidigung seiner Heimat unterstützen. Er werde mit umgerechnet 33 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen für die Ausbildung von mehr als drei Millionen "zivilen Kämpfern" sorgen, um Taiwans Militär im Falle einer chinesischen Invasion bei der Verteidigung der Insel zu helfen, kündigte der 75-jährige Gründer des Mikrochip-Herstellers UMC am Donnerstag an.

Die von China ausgehende Gefahr für das demokratisch regierte Taiwan bezeichnete Tsao als "existenziell". "Wenn wir uns erfolgreich gegen Chinas Ambitionen wehren können, werden wir nicht nur in der Lage sein, unser Heimatland zu schützen, sondern auch einen großen Beitrag zur Entwicklung der Zivilisation zu leisten", sagte er.

Seit der Spaltung zwischen China und Taiwan im Jahr 1949 betrachtet Peking die Insel als abtrünniges Gebiet, das es wieder mit dem Festland vereinigen will - notfalls mit militärischer Gewalt. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Befürchtungen aufkommen lassen, Peking könnte im Umgang mit Taiwan auf ein ähnliches Vorgehen setzen.

F.Dodaro--PV

Empfohlen

Trump zieht nach Blockade von Dekret zu Briefwahleinschränkungen vor Oberstes Gericht

Die US-Regierung ist wegen der von einem Bundesgericht blockierten Pläne von Präsident Donald Trump zur erschwerten Briefwahl erneut vors Oberste Gericht gezogen. Mit einem vom Regierungsanwalt John Sauer am Donnerstag eingereichten Eilantrag will die Regierung die Umsetzung eines Dekrets erwirken, mit dem die Briefwahl zwei Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen zum US-Kongress strenger geregelt werden soll. Damit spitzt sich der Rechtsstreit wenige Tage vor dem Versand der ersten Briefwahlunterlagen an die Wähler in einigen Bundesstaaten deutlich zu.

Innenminister Dobrindt und EU-Kollegen beraten in Kopenhagen über Abschiebezentren

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und die für Migration zuständigen Minister Dänemarks, der Niederlande, Österreichs und Griechenlands beraten am Freitag in Kopenhagen über Abschiebezentren für Migranten außerhalb der EU. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums will Dobrindt als Gast beim dänischen Einwanderungsminister Morten Bödskov über den Plan zur Umsetzung der so genannten Return Hubs berichten (Pk. 13.30 Uhr). Bei dem Treffen wird demnach "die letzte Vorbereitungsphase" eingeleitet. Auch EU-Innenkommissar Magnus Brunner soll bei dem Treffen dabei sein.

Prägend für "Generationen von Frauen": US-Feministin Gloria Steinem mit 92 Jahren gestorben

Die US-Journalistin und feministische Galionsfigur Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Steinem starb am Mittwoch in ihrem Zuhause in New York, wie ihre Stiftung am Donnerstag im Onlinedienst Instagram mitteilte. In den 70er Jahren hatte Steinem die feministische Zeitschrift "Ms." gegründet. Sie gehörte zu den prominentesten Vertreterinnen der Frauenrechtsbewegung in den USA. Prominente US-Demokraten würdigten ihre Vorreiterrolle für "Genrationen von Frauen".

Polizeieinsatz wegen verdächtigen Gegenstands an Umspannwerk in Dormagen

Wegen eines verdächtigen Gegenstands ist die Polizei am Donnerstag zu einem Einsatz an einem Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Dormagen ausgerückt. Ein Spaziergänger habe den nicht näher benannten Gegenstand am frühen Abend im Bereich der Anlage im Stadtteil Gohr auf dem Boden gefunden, sagte eine Sprecherin der Polizei in Neuss. Das Fundstück sei beschlagnahmt worden. Zuerst hatte der Westdeutsche Rundfunk berichtet.

Textgröße ändern: