Pallade Veneta - Gedenkort nach CSD-Anschlag: Baum in Berliner Tiergarten herausgerissen

Gedenkort nach CSD-Anschlag: Baum in Berliner Tiergarten herausgerissen


Gedenkort nach CSD-Anschlag: Baum in Berliner Tiergarten herausgerissen
Gedenkort nach CSD-Anschlag: Baum in Berliner Tiergarten herausgerissen / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Nach der Regenbogenbank ist nun auch der Baum zerstört worden, der im Berliner Tiergarten an den Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) erinnern sollte. "An dem Gedenkbaum wurden erhebliche Beschädigungen festgestellt", sagte eine Sprecherin der Berliner Polizei am Sonntagmorgen. Der Ahorn war erst Anfang August an der Stelle des mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlags gepflanzt worden.

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Der Polizeisprecherin zufolge wurden die Zerstörungen in der Nacht gegen 01.20 Uhr entdeckt. Der Baum sei aus dem Erdreich gerissen worden. Außerdem seien Gegenstände beschädigt worden, die dort lagen. Die Täter seien noch unbekannt. Zuerst hatte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) über die Tat berichtet.

Der Berliner Grünen-Fraktionsvorsitzende Werner Graf zeigte sich erschüttert. "Ich bin voller Wut und Fassungslosigkeit, aber auch trotzig", erklärte er. "Ich sage allen queeren Menschen in dieser Stadt: Ihr seid nicht allein." Graf kündigte an: "Wir pflanzen diesen Baum wieder. So oft, wie es nötig ist."

Bei dem Anschlag vom 25. Juli hatte ein 21-Jähriger am Rande der CSD-Veranstaltung einen Lieferwagen in eine Menschenmenge und anschließend gegen einen Baum gesteuert. Danach attackierte er weitere Opfer mit einer Machete. Eine Frau aus Polen wurde getötet, 31 weitere Menschen wurden verletzt.

Zum Gedenken ersetzte der Bezirk Mitte den Baum, der nach dem Anschlag gefällt werden musste. Außerdem stellte er eine Bank in Regenbogenfarben auf. Damit sollte nach Bezirksangaben ein Ort für das Gedenken geschaffen und gleichzeitig ein Zeichen für Vielfalt, Respekt und selbstbestimmtes Leben gesetzt werden.

Vor einigen Tagen wurde bereits die Bank beschädigt. Mehrere Holzlatten wurden der Polizei zufolge "mit erheblicher körperlicher Gewalt" aus dem Metallrahmen gelöst und die Rückenlehne vom übrigen Gestell abgebrochen. Die Zerstörung sorgte parteiübergreifend für Entsetzen. Der Bezirk stellte Strafanzeige gegen Unbekannt. Er kündigte an, die Bank wieder aufzubauen.

Der polizeiliche Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts ermittelt in dem Fall. Er übernahm nun auch die Ermittlungen wegen des zerstörten Ahornbaums. Ermittelt wird wegen Sachbeschädigung.

F.Amato--PV

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