Pallade Veneta - Widerstand aus Mitgliedstaaten: EU richtet vorerst kein Verteidigungs-Expertengremium ein

Widerstand aus Mitgliedstaaten: EU richtet vorerst kein Verteidigungs-Expertengremium ein


Widerstand aus Mitgliedstaaten: EU richtet vorerst kein Verteidigungs-Expertengremium ein
Widerstand aus Mitgliedstaaten: EU richtet vorerst kein Verteidigungs-Expertengremium ein / Foto: Ezra Acayan - POOL/AFP/Archiv

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die geplante Einrichtung einer Expertengruppe für die europäische Verteidigung vorerst auf Eis gelegt. Das für Montag geplante Auftakttreffen des Gremiums wurde wegen der Einwände einiger Mitgliedstaaten kurzfristig abgesagt, wie EU-Vertreter am Montag bestätigten. Demnach kam der Widerstand zunächst aus Italien, Frankreich und Deutschland schlossen sich später an.

Textgröße ändern:

Den Angaben zufolge sahen die Länder in der Initiative einen Eingriff in nationale Kompetenzen im Verteidigungsbereich. "Einige Mitgliedstaaten waren der Ansicht, dass dies derzeit nicht der richtige Weg sei", begründete ein EU-Beamter das Ende der Initiative. Demnach prüft Brüssel nun "neue Wege", um mit den Mitgliedstaaten zusammenzuarbeiten. "Die Diagnose hat sich nicht geändert: Europa muss in der Verteidigung schneller liefern."

Ein Sprecher der Bundesverteidigungsministeriums betonte am Montag in Berlin, "grundsätzlich" sei die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik "Sache der Mitgliedstaaten". Es gebe in der Europäischen Union "immer Initiativen": "Manche finden mehr Zustimmung, manche weniger." Der Rahmen der EU werde aber bereits "vielfach genutzt", fügte der Ministeriumssprecher hinzu. Nähere Angaben zu der Entscheidung gegen die Expertengruppe wollte er nicht machen.

Kallas hatte die Pläne für das Treffen vergangene Woche bekannt gegeben. Die Gruppe sollte sich aus hochrangigen politischen und militärischen Vertretern aus mehreren EU-Ländern sowie aus Großbritannien und der Ukraine zusammensetzen. Das Gremium sollte neue Lösungsansätze für den Verteidigungs- und Sicherheitsbereich ausarbeiten.

Die europäischen Staaten haben ihre Verteidigungsausgaben seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 deutlich erhöht. Zugleich drängen die USA unter Präsident Donald Trump die Europäer zu höheren Ausgaben und haben angekündigt, sich militärisch stärker auf andere Regionen wie China zu konzentrieren.

Die Absage ist ein herber Rückschlag für Kallas. Die EU-Außenbeauftragte sieht sich derzeit zudem mit Plänen aus einigen Mitgliedstaaten konfrontiert, den ihr unterstehenden Auswärtigen Dienst der EU (EEAS) zu reformieren. Deutschland und Frankreich hatten beim Treffen der EU-Außenminister im irischen Wicklow vergangene Woche entsprechende Vorschläge vorgestellt.

Y.Destro--PV

Empfohlen

Bund der Steuerzahler fordert neuen Straftatbestand "Haushaltsuntreue"

Vor dem Beginn der Hauptverhandlung gegen Ex-Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage hat der Bund der Steuerzahler einen neuen Straftatbestand gefordert. "Bei der Haftung von Bundesministern bestehen Regelungslücken, sowohl im Strafrecht als auch im Zivilrecht", sagte der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben).

Trump: Sohn hat russischem Geschäftsmann Geld für Hochzeitsfeier zurückgezahlt

US-Präsident Donald Trumps ältester Sohn hat einem russischen Geschäftsmann mit Verbindungen zum Kreml das Geld zurückgezahlt, das dieser für die Feierlichkeiten nach der Hochzeit des Präsidentensohnes ausgegeben hatte. Die Vorgänge seien zwar "völlig erlaubt" gewesen, "aber soweit ich weiß, hat er es ihm zurückgezahlt", sagte Trump mit Blick auf seinen Sohn am Freitag vor Journalisten im Oval Office.

Trump gibt Abkommen mit Dänemark über Grönland bekannt

"Dauerhafte Kontrolle" über die Sicherheit Grönlands: US-Präsident Donald Trump hat eine Einigung mit Dänemark über die Zukunft der autonomen dänischen Arktisinsel bekannt gegeben. Die Vereinbarung übertrage die "dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange in Grönland" an Washington, teilte Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social mit. Zudem werde es "Gegnern" der USA verboten sein, eine militärische Präsenz auf der Arktisinsel zu errichten. Die Regierungen in Dänemark und Grönland begrüßten das Abkommen.

Dänische Regierungschefin Frederiksen: Grönland-Deal ist "gut für die Nato und Europa"

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen und der grönlandische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen haben das von US-Präsident Donald Trump bekanntgegebene Abkommen über die Arktisinsel Grönland begrüßt. Die Vereinbarung sei "gut für die Nato und für Europa", erklärte Frederiksen am Freitag. Nielsen fügte in einer Stellungnahme hinzu, das Abkommen "stärkt" die Sicherheit der autonomen dänischen Region.

Textgröße ändern: