Pallade Veneta - Huthi-Miliz im Jemen erlangt Kontrolle über wichtige Meerenge Bab al-Mandab

Huthi-Miliz im Jemen erlangt Kontrolle über wichtige Meerenge Bab al-Mandab


Huthi-Miliz im Jemen erlangt Kontrolle über wichtige Meerenge Bab al-Mandab
Huthi-Miliz im Jemen erlangt Kontrolle über wichtige Meerenge Bab al-Mandab / Foto: - - AFP

Mit der Einnahme einer Insel hat die Huthi-Miliz im Jemen einem Regierungsvertreter zufolge die Kontrolle über die für den Ölhandel wichtigen Meerenge Bab al-Mandab übernommen. Bewaffnete Kämpfer erreichten demnach am Freitag die auch unter dem Namen Perim bekannte Insel Mayyun. Die Bundesregierung nannte den Vorstoß der Huthis "besorgniserregend". Die Miliz selbst erklärte, es gäbe keinen Anlass zur Sorge um die Schifffahrt. Saudi-Arabien reagierte mit zahlreichen Luftangriffen.

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Nach dem Rückzug der Regierungstruppen am Vortag hätten die Huthis "ihre Übernahme des Gebiets Bab al-Mandab und der Insel Mayyun abgeschlossen", sagte der Vertreter der örtlichen Regierung der Nachrichtenagentur AFP. Ein Augenzeuge berichtete, bewaffnete Männer würden "entlang der Küste von Bab al-Mandab Posten beziehen und mit Militärfahrzeugen umherfahren."

Bab al-Mandab zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt und verbindet das Rote Meer mit dem Indischen Ozean. Besonders für den Export von saudiarabischem Öl ist sie zentral. Seit der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus durch Teheran im Zuge des Iran-Kriegs hat Bab al-Mandab zusätzlich an Bedeutung gewonnen.

Insgesamt liegen in der Meerenge vier wichtige Inseln: Neben Mayyun gibt es die Insel Zukar, welche die Huthis bereits erobert haben, sowie die beiden Hanisch-Inseln. Auch dort werden die Regierungstruppen laut Angaben der Armee bereits von Kämpfern der Miliz belagert.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin nannten die Entwicklungen im Jemen "besorgniserregend". Dass die Huthis neben dem Iran seit Wochen versuchten, die internationale Schifffahrt "in Geiselhaft zu nehmen, auf Energieanlagen in Saudi-Arabien zielen und nun auch die Regierung Jemens ins Visier nehmen, das verurteilen wir", sagte er. Es drohten weitere Einschränkungen von Öl- und auch Energielieferungen.

Der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kratzte am Freitag zeitweise an der Marke von 110 Dollar, die US-Referenzsorte WTI hatte zuvor ebenfalls zeitweise die 100-Dollar-Marke übertroffen.

Die Huthi-Miliz selbst erklärte, es bestehe "kein Anlass zu internationaler Sorge". Die Freiheit der Schifffahrt und der internationale Handel im Roten Meer und im Bab al-Mandab seien "sicher und geordnet", sagte ein Vertreter des Politbüros dem Nachrichtenportal Al-Arabi al Dschadeed.

Die vom Iran unterstützten Huthis kontrollieren seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa sowie Gebiete an der Grenze zu den saudiarabischen Provinzen am Roten Meer. In der vergangenen Woche hatte die Miliz mit einer groß angelegten Offensive gegen die Regierungstruppen begonnen, in deren Zuge hunderte Menschen getötet wurden. Ziel war die Kontrolle der Küstengebiete entlang der wichtigen Meerenge Bab el-Mandeb.

Ein Berater von Irans oberstem Führer Modschtaba Chamenei, Mohammed Mochber, gratulierte den Huthis im Onlinedienst X zu einem "überragenden Sieg".

Nach UN-Angaben zwingen die neuen Kämpfe im Jemen Tausende zur Flucht. Mindestens 46.000 Menschen seien in der vergangenen Woche in dem Bürgerkriegsland vertrieben worden, erklärte die Internationale Organisation für Migration (IOM). Innerhalb von nur wenigen Tagen habe sich die Zahl verdoppelt.

Saudi-Arabien reagierte mit zahlreichen Luftangriffen, wovon nach Angaben der Huthis zwei den Flughafen der Hafenstadt Mocha trafen. Kämpfer der Miliz hatten am Donnerstag die Kontrolle über die Stadt übernommen. Riad unterstützt die Regierungstruppen im Jemen in ihrem Kampf gegen die Huthi-Miliz.

Das US-Nachrichtenportal Axios berichtete unterdessen, der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman habe US-Präsident Donald Trump angesichts des schnellen Vormarschs der Huthis in Mocha um militärische Unterstützung gebeten. Die USA lehnten die Bitte jedoch ab. Die US-Regierung werde Saudi-Arabien weiterhin nachrichtendienstliche Informationen liefern, zitierte das Medienportal einen Regierungsvertreter. Ein direktes militärisches Eingreifen werde zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht in Betracht gezogen.

L.Bufalini--PV

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