Pallade Veneta - Iran-Krieg: USA räumen erstmals Munitionsknappheit ein

Iran-Krieg: USA räumen erstmals Munitionsknappheit ein


Iran-Krieg: USA räumen erstmals Munitionsknappheit ein
Iran-Krieg: USA räumen erstmals Munitionsknappheit ein / Foto: Joseph Prezioso - AFP/Archiv

Erstmals seit Beginn des Iran-Krieges vor gut sechs Monaten haben die USA einen Munitionsmangel eingeräumt: Die Generalinspektion des Pentagon verwies in ihrem Pflichtbericht an den Kongress darauf, dass Munition infolge des Krieges knapp geworden sei. Das unabhängige Haushaltsbüro des Kongresses (CBO) bezifferte die bisherigen Gesamtkosten des Krieges am Dienstag auf 38 Milliarden Dollar (rund 33 Milliarden Euro).

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Davon entfielen bis Ende Juni rund 22,3 Milliarden Dollar auf Munition, wie die Generalinspektion des Pentagon weiter mitteilte. Der Krieg habe zu "strategischen Bestandslücken und Engpässen bei der Industrie in der Nachschubversorgung mit Munition" geführt.

Um mit Engpässen umzugehen, arbeite das Pentagon daran, "Beschaffungsprozesse und Produktionsvorläufe zu straffen sowie kritische Materialien, Komponenten und ausgewählte Munition zu bevorraten", hieß es weiter in dem Bericht. Der Ausbau der Produktionskapazitäten erfordere jedoch "erhebliche Vorlaufzeiten".

US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt Bedenken hinsichtlich einer Munitionsknappheit in dem seit mehr als sechs Monaten andauernden Krieg zur Seite gewischt und unlängst von "praktisch unbegrenzten" Munitionsvorräten der US-Armee gesprochen. Erst am Montag schrieb er in seinem Onlinenetzwerk Truth Social, die USA produzierten "mehr exquisite" Waffen als jemals zuvor in der Geschichte.

Der Sender CNN hatte berichtet, ein Mangel an Langstrecken-Lenkflugkörpern und Luftabwehr-Abfangraketen habe Trumps Strategie im Konflikt mit dem Iran geschwächt, fast 80 Prozent des Bestandes der THAAD-Abfangraketen seien aufgebraucht.

Die Munitionsknappheit der US-Armee dürfte die Regierungen der Ukraine und Taiwans beunruhigen, die auf Waffenlieferungen aus den USA angewiesen sind. Die Ukraine benötigt in ihrem Krieg gegen Russland dringend zusätzliche Abfangraketen für US-Patriot-Luftabwehrsysteme, während Taiwan von Waffenabkommen mit Washington abhängig ist, um China abzuschrecken, das die demokratisch regierte Insel für sich beansprucht.

Die Generalinspektion des Pentagon bestätigte zudem den Tod von sieben Soldaten im Einsatz sowie sieben weiteren bei nicht-feindlichen Ereignissen. Weitere 417 Soldaten seien im Einsatz verletzt worden.

Der Bericht listet auch die Verluste der US-Luftflotte auf, darunter vier zerstörte F-15-Kampfflugzeuge, eine beschädigte F-35-Maschine, sieben beschädigte KC-135-Tankflugzeuge und bis zu 30 zerstörte MQ-9-Reaper-Drohnen.

Der Bericht der Generalinspektion der US-Streitkräfte erwähnt auch, dass durch iranische Angriffe "hunderte Gebäude und Strukturen" auf US-Militärstützpunkten in der Region beschädigt oder zerstört worden seien. Dies sei bei der Berechnung der Kosten des Krieges aber nicht mit eingeflossen, da nicht klar sei, ob alle diese Basen wieder aufgebaut würden, oder wer die Kosten dafür trage.

Die USA und Israel hatten ihre Angriffe auf den Iran am 28. Februar begonnen. Der Iran griff im Gegenzug US-Einrichtungen und US-Verbündete in der Golfregion an und schloss die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus.

I.Saccomanno--PV

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