Pallade Veneta - UNO "besorgt" über Hinweise auf Verschleppungen von Kindern aus Ukraine

UNO "besorgt" über Hinweise auf Verschleppungen von Kindern aus Ukraine


UNO "besorgt" über Hinweise auf Verschleppungen von Kindern aus Ukraine
UNO "besorgt" über Hinweise auf Verschleppungen von Kindern aus Ukraine / Foto: Daniel SLIM - AFP/Archiv

Die UNO hat nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass das russische Militär ukrainische Kinder nach Russland verschleppt und zur Adoption freigibt. "Unbegleitete Minderjährige" würden "glaubhaften" Hinweisen zufolge zwangsweise in russisch besetzte Gebiete oder nach Russland umgesiedelt, teilte am Mittwoch (Ortszeit) das UN-Menschenrechtsbüro in New York mit. Der Betreiber des ukrainischen Akw Saporischschja warf unterdessen den russischen Besatzern die Verschleppung, Folter und Tötung ukrainischer Mitarbeiter vor.

Textgröße ändern:

Die stellvertretende UN-Generalsekretärin für Menschenrechte, Brands Kehris, sagte vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, ihr Büro sei "besorgt" darüber, dass die russischen Behörden ein "vereinfachtes Verfahren" eingeführt hätten, über das ukrainischen Kindern ohne elterliche Fürsorge die russische Staatsbürgerschaft verliehen werde - und dass diese Kinder "für eine Adoption durch russische Familien infrage kommen".

Kehris zufolge haben die russischen Besatzer im Rahmen eines als "Filtration" bezeichneten Programms Zentren eingerichtet, in denen ukrainische Zivilisten durchsucht und ihre persönlichen Daten gesammelt werden. Die Menschen müssten sich körperlichen Durchsuchungen unterziehen und sich dafür in manchen Fällen vollständig entkleiden. Außerdem würden ihre Mobilgeräte durchsucht und persönliche sowie biometrische Daten erfasst.

Es gebe "glaubwürdige" Informationen über zahlreiche Menschenrechtsverletzungen bei diesen Prozeduren. Besonders besorgt sei ihr Büro wegen der Gefahr des sexuellen Missbrauchs, der Mädchen und Frauen während der "Filtration" ausgesetzt seien, sagte Kehris.

Diese Kontrollen fänden bei Menschen statt, die ein Kampfgebiet verlassen oder die Gebiete unter russischer Kontrolle durchqueren wollten, berichtete die Vize-Generalsekretärin. Ukrainische Bürger, denen Russland eine Nähe zur Regierung oder den Streitkräften Kiews vorwerfe, seien gefoltert und in russische Strafkolonien verschickt worden.

Die US-Regierung beschuldigte das Büro des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Zwangsumsiedlungen tausender Ukrainer nach Russland selbst zu organisieren. Auch ein Sprecher des Außenministeriums in Washington warf Moskau "Filtrationen" in besetzten Gebieten vor. Insbesondere zielten diese Prozeduren auf Menschen, die eine Gefahr für die russische Herrschaft darstellen könnten.

Die US-Regierung verfüge über Informationen, dass Mitarbeiter des russischen Präsidentenbüros "Listen von Ukrainern" anlegten, die einer "Filtration" zu unterziehen seien, sagte der Sprecher. Der Kreml erhalte zudem Berichte über Ausmaß und Fortschritt dieser Prozeduren.

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensia wies die "unbegründeten" Anschuldigungen zurück und bezeichnete sie als "Legende". Freiwillig nach Russland fliehende Ukrainer würden lediglich registriert. "Soweit wir es beurteilen können, handelt es sich dabei um ein ähnliches Verfahren wie in Polen oder anderen EU-Ländern", sagte Nebensia.

Der Chef der Betreibergesellschaft des Atomkraftwerks Saporischschja, Petro Kotin, beschuldigte unterdessen die russischen Besatzer, ukrainische Mitarbeiter verschleppt, gefoltert und getötet zu haben. "Etwa 200 Leute sind bereits inhaftiert worden, von einigen wissen wir nicht, was mit ihnen passiert ist, es gibt keinen Hinweis, wo sie sind", sagte der Chef von Energoatom den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Einige Mitarbeiter seien getötet worden, sagte Kotin. "Wir wissen, dass Menschen gefoltert worden sind". Dem Energoatom-Chef zufolge versuchen die russischen Besatzer herauszufinden, welche Mitarbeiter pro-ukrainisch sind. "Es ist sehr schwierig für unser Personal, da zu arbeiten", sagte Kotin. Doch die Mitarbeiter wüssten, dass es wichtig für die nukleare Sicherheit und für den Brandschutz sei, vor Ort zu bleiben. "Sie erfüllen ihre Pflicht."

S.Urciuoli--PV

Empfohlen

Trump zieht nach Blockade von Dekret zu Briefwahleinschränkungen vor Oberstes Gericht

Die US-Regierung ist wegen der von einem Bundesgericht blockierten Pläne von Präsident Donald Trump zur erschwerten Briefwahl erneut vors Oberste Gericht gezogen. Mit einem vom Regierungsanwalt John Sauer am Donnerstag eingereichten Eilantrag will die Regierung die Umsetzung eines Dekrets erwirken, mit dem die Briefwahl zwei Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen zum US-Kongress strenger geregelt werden soll. Damit spitzt sich der Rechtsstreit wenige Tage vor dem Versand der ersten Briefwahlunterlagen an die Wähler in einigen Bundesstaaten deutlich zu.

Innenminister Dobrindt und EU-Kollegen beraten in Kopenhagen über Abschiebezentren

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und die für Migration zuständigen Minister Dänemarks, der Niederlande, Österreichs und Griechenlands beraten am Freitag in Kopenhagen über Abschiebezentren für Migranten außerhalb der EU. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums will Dobrindt als Gast beim dänischen Einwanderungsminister Morten Bödskov über den Plan zur Umsetzung der so genannten Return Hubs berichten (Pk. 13.30 Uhr). Bei dem Treffen wird demnach "die letzte Vorbereitungsphase" eingeleitet. Auch EU-Innenkommissar Magnus Brunner soll bei dem Treffen dabei sein.

Prägend für "Generationen von Frauen": US-Feministin Gloria Steinem mit 92 Jahren gestorben

Die US-Journalistin und feministische Galionsfigur Gloria Steinem ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Steinem starb am Mittwoch in ihrem Zuhause in New York, wie ihre Stiftung am Donnerstag im Onlinedienst Instagram mitteilte. In den 70er Jahren hatte Steinem die feministische Zeitschrift "Ms." gegründet. Sie gehörte zu den prominentesten Vertreterinnen der Frauenrechtsbewegung in den USA. Prominente US-Demokraten würdigten ihre Vorreiterrolle für "Genrationen von Frauen".

Polizeieinsatz wegen verdächtigen Gegenstands an Umspannwerk in Dormagen

Wegen eines verdächtigen Gegenstands ist die Polizei am Donnerstag zu einem Einsatz an einem Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Dormagen ausgerückt. Ein Spaziergänger habe den nicht näher benannten Gegenstand am frühen Abend im Bereich der Anlage im Stadtteil Gohr auf dem Boden gefunden, sagte eine Sprecherin der Polizei in Neuss. Das Fundstück sei beschlagnahmt worden. Zuerst hatte der Westdeutsche Rundfunk berichtet.

Textgröße ändern: