Pallade Veneta - Gestoppte Fregatte F126: Werft fordert Milliarden vom Bund

Gestoppte Fregatte F126: Werft fordert Milliarden vom Bund


Gestoppte Fregatte F126: Werft fordert Milliarden vom Bund
Gestoppte Fregatte F126: Werft fordert Milliarden vom Bund / Foto: FOCKE STRANGMANN - AFP

Der Stopp des F126-Fregattenprojekts könnte für den Bund teuer werden: Die niederländische Damen-Werft fordert wegen Vertragsbruchs mehrere Milliarden Euro. Ein entsprechendes Schreiben von Damens Anwalt Peter Gauweiler an den Haushalts- und Verteidigungsausschuss des Bundestags lag der Nachrichtenagentur AFP am Freitag vor. Die Werft macht demnach "Zahlungs- und Freistellungsansprüche in Höhe von rund 4,7 Milliarden Euro geltend".

Textgröße ändern:

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte das Vorhaben zum Bau von insgesamt sechs Fregatten des Typs F126 nach diversen Verzögerungen im Juni gestoppt. Stattdessen wurde inzwischen ein alternatives Beschaffungsprojekt für kleinere Fregatten auf den Weg gebracht. Die Bundeswehr wirft Damen unter anderem vor, vereinbarte Lieferfristen nicht eingehalten zu haben und für massive Mehrkosten verantwortlich zu sein.

Gauweiler spricht in seinem Brief von einer "rechtlich völlig unbegründete Entscheidung" Pistorius'. Durch diese seien der Damen-Werft "in verschiedener Hinsicht erhebliche Schäden entstanden". Über die 4,7 Milliarden Euro hinausgehende zusätzliche Schadensersatzforderungen würden deshalb aktuell geprüft, kündigte der Rechtsanwalt an. Er hielt dem Verteidigungsminister zudem "Amtshaftungsansprüche" vor.

"Dass sich ein Unternehmen dagegen zur Wehr setzt, dass ein Auftrag aufgekündigt wird, ist zunächst mal legitim", hatte Pistorius im Juli gesagt. Den Stopp des Projekts sei notwendig gewesen, "um weiteren Schaden für den Steuerzahler abwenden zu können", verteidigte er seinen Schritt.

Eine mangelnde Verantwortungsübernahme für den "Beschaffungsskandal" kritisiert der Grünen-Haushälter Sebastian Schäfer. "Obwohl der Schaden für den Steuerzahler bei dem kläglich gescheiterten Fregattenprojekt F 126 heute schon mindestens 2,3 Milliarden Euro beträgt, hat bisher niemand dafür die politische Verantwortung übernommen", erklärte er. "Leider hat auch das ausgewählte Alternativprojekt bereits zu Beginn gewaltige Kostensteigerungen zu verzeichnen."

Angesichts der desolaten Finanzsituation im Bundeshaushalt müsse auch im Verteidigungsbereich "jeder Euro hinterfragt und gerechtfertigt werden", betonte Schäfer.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Flydubai-Vorfall: Trump vermutet Beteiligung Irans und droht mit harten Konsequenzen

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran für den Fall einer Verwicklung in den mutmaßlichen Anschlag auf eine Flydubai-Maschine mit 174 Passagieren an Bord schwerwiegende Konsequenzen angedroht. "Sie werden sehr hart getroffen werden, keine Sorge", antwortete Trump am Donnerstag auf die Frage einer Journalistin zu möglichen US-Vergeltungsmaßnahmen gegen Teheran. Einem Bericht zufolge bauen die USA unterdessen ihre Militärpräsenz in der Golfregion weiter aus.

Topfkonzerte in Spanien vor Parlamentsabstimmung über Maßnahmen gegen Wohnungskrise

Kurz vor einer Abstimmung am Freitag im spanischen Parlament über Maßnahmen gegen die Wohnungskrise haben Demonstranten in mehreren Städten mit dem Schlagen von Töpfen ihre Unterstützung für die geplanten Regelungen bekundet. "Es ist an der Zeit, den Menschen auf der Straße zuzuhören und parteipolitische Kalküle beiseite zu lassen", sagte Alicia del Río von der Madrider Mietervereinigung am Donnerstagabend.

Öffentlicher Gesamthaushalt: Fast hundert Milliarden Defizit in erstem Halbjahr

Der öffentliche Gesamthaushalt hat im ersten Halbjahr 2026 rund zwei Prozent mehr eingenommen und rund sechs Prozent mehr ausgegeben. Demnach schlossen die Kern- und Extrahaushalte von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung mit einem Defizit von 98,8 Milliarden Euro ab, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Alle Ebenen des Gesamthaushalts waren demnach defizitär, wobei der Bund den größten Anteil hatte.

Rechtsrock-Razzia: Zehntausende Tonträger und hohe Vermögenswerte beschlagnahmt

Bei einer Razzia in der sogenannten Rechtsrockszene haben die Ermittler zehntausende Tonträger und Vermögenswerte in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro beschlagnahmt. Bei den Durchsuchungen wurden 33.000 CDs, LPs und Kassetten entdeckt, wie die Staatsanwaltschaft Rostock und das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern am Freitag gemeinsam mitteilten. Auch 130 sogenannte IT-Asservate wurden beschlagnahmt.

Textgröße ändern: