Pallade Veneta - Krise in Rumänien: Präsident nominiert vierten Kandidaten für Amt des Regierungschefs

Krise in Rumänien: Präsident nominiert vierten Kandidaten für Amt des Regierungschefs


Krise in Rumänien: Präsident nominiert vierten Kandidaten für Amt des Regierungschefs
Krise in Rumänien: Präsident nominiert vierten Kandidaten für Amt des Regierungschefs / Foto: Daniel MIHAILESCU - AFP/Archiv

Inmitten der anhaltenden politischen Krise in Rumänien hat Präsident Nicusor Dan zum vierten Mal einen neuen Regierungschef nominiert. Der Pro-Europäer Dan schlug am Montag den parteilosen 55-jährigen Diplomaten und ehemaligen Journalisten Luca Niculescu als neuen Ministerpräsidenten vor. "Ich habe den Menschen ausgewählt, der die besten Chancen hat, eine Mehrheit zu bilden", sagte Dan vor Journalisten.

Textgröße ändern:

Niculescu sei "Diplomat, also jemand, dessen Beruf darin besteht, Positionen in Einklang zu bringen", sagte der rumänische Staatschef weiter.

Als Staatssekretär im Außenministerium arbeitet Niculescu derzeit am Beitrittsprozess Rumäniens zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Zuvor war er unter anderem als Botschafter tätig, insbesondere in Frankreich.

Niculescu ist der vierte von Präsident Dan nominierte Kandidat seit dem Sturz der Regierung von Ilie Bolojan Anfang Mai. Bolojan übt die Amtsgeschäfte weiterhin geschäftsführend aus. Ein Kandidat hatte seine Bewerbung vor der Abstimmung zurückgezogen, ein weiterer scheiterte im Juni im Parlament, ein dritter Ende September.

Mit drei gescheiterten Kandidaten sind die rechtlichen Voraussetzungen für vorgezogene Neuwahlen bereits erfüllt. Präsident Dan lehnt diesen Schritt bislang jedoch ab. Mit der Benennung eines vierten Kandidaten hofft er, vorgezogene Neuwahlen zu vermeiden, aus denen die rechtsextreme Partei AUR gestärkt hervorgehen könnte. Dan hat wiederholt eine Regierung mit Beteiligung der AUR ausgeschlossen.

Seit dem Ende des Kommunismus 1989 hat Rumänien keine vorgezogene Parlamentswahl abgehalten. Die AUR verlangt vorgezogene Neuwahlen. Sie liegt in zwei jüngst veröffentlichten Umfragen mit 36 beziehungsweise knapp 40 Prozent vorn.

Die Krise in Rumänien hatte begonnen, nachdem die Sozialdemokraten (PSD) im April aus der pro-europäischen Regierungskoalition ausgetreten waren und gemeinsam mit der AUR Bolojan per Misstrauensvotum zu Fall gebracht hatten. Hintergrund waren unter anderem dessen Sparmaßnahmen zur Senkung des höchsten Haushaltsdefizits in der EU. Auch die Inflation in dem südosteuropäischen Land gehört zu den höchsten in der Europäischen Union.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Bericht: Zahl der Kriegsdienstverweigerer stark angestiegen

Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ist in diesem Jahr stark angestiegen. Von Januar bis August seien insgesamt 12.102 entsprechende Gesuche eingegangen, sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Dienstagsausgaben). Im gesamten Jahr 2025 gab es demnach lediglich 3879 Anträge, 2024 waren es 2249.

Trump: Haben Bomber nach "Drohungen" von britischem Militärstützpunkt abgezogen

Der Abzug von B-1-Bombern der US-Armee vom britischen Luftwaffenstützpunkt Fairford ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wegen "Drohungen" erfolgt. "Es gab Drohungen, also haben wir sie, statt den Feind in Versuchung zu bringen, ein wenig verlegt, nicht sehr weit", sagte Trump am Montag mit Blick auf die US-Flugzeuge vor Journalisten im Weißen Haus. Die Menschen, von denen diese Drohungen ausgegangen seien, "sind mit dem Iran verbunden", fügte Trump hinzu.

Iranischer Präsident nennt Verhandlungen mit den USA "sinnlos"

Die Verhandlungen zwischen Teheran und Washington über ein Ende des Iran-Krieges sind nach iranischen Angaben "sinnlos". "Bislang haben sie uns nach Gesprächen dreimal angegriffen. Das zeigt, dass sie keinen Dialog anstreben, sondern die Islamische Republik zerstören wollen", erklärte der iranische Präsident Massud Peseschkian nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna vom Montag.

Wadephul sieht "weitergehende Pläne" Moskaus über die Ukraine hinaus

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sieht "weitergehende Pläne" des Kremls über den Krieg gegen die Ukraine hinaus. Die Bundesregierung müsse davon ausgehen, dass zu diesen auch Ansprüche auf Georgien, Moldau und das Baltikum gehören könnten, sagte Wadephul am Montagabend in der ntv-Sendung "Pinar Atalay". "Und damit sind wir dann selbst auch betroffen als Alliierte", fügte er hinzu.

Textgröße ändern: