Pallade Veneta - Britischer Regierungschef bei Merz: Burnham will engere Zusammenarbeit mit Berlin und der EU

Britischer Regierungschef bei Merz: Burnham will engere Zusammenarbeit mit Berlin und der EU


Britischer Regierungschef bei Merz: Burnham will engere Zusammenarbeit mit Berlin und der EU
Britischer Regierungschef bei Merz: Burnham will engere Zusammenarbeit mit Berlin und der EU / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Bei seinem Antrittsbesuch in Berlin bei Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Großbritanniens Premierminister Andy Burnham für eine Wiederannäherung seines Landes an die Europäische Union plädiert. Er setze sich sehr dafür ein, im Zuge eines für November geplanten EU-Großbritannien-Gipfels eine engere Zusammenarbeit zu erreichen und zu prüfen, ob Großbritannien näher an Europa herangeführt werden könne, sagte Burnham am Donnerstag.

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Auch in den Beziehungen zu Deutschland standen die Zeichen rund zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum auf Annäherung: Burnham zeigte sich offen für eine Beteiligung Deutschlands an dem Kampfjet-Projekt GCAP. "Wir sprechen heute über die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich, und ich habe dem Bundeskanzler in unserem Gespräch im Vorfeld (...) unsere Offenheit signalisiert, dass Deutschland GCAP beitritt."

Burnahm nannte auch das Wirtschaftswachstum und die Zusammenarbeit beim Vorgehen gegen die irreguläre Migration als Bereiche für eine mögliche engere Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der EU. Zu einer möglichen Rückkehr Großbritanniens in die EU äußerte sich Burnham in Berlin nicht. Dies hatte er kürzlich, rund zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum, selbst ins Spiel gebracht.

Merz hob die Bedeutung eines deutsch-britischen Freundschaftsvertrags für junge Menschen hervor und sprach von einem "historischen" Tag. Beide setzten mit dem Austausch von Ratifikationsurkunden den sogenannten Kensington-Vertrag in Kraft. Der Vertrag sieht eine engere Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen vor, darunter in der Außen- und Sicherheitspolitik wie auch in der Wirtschaft oder Bildung. "Dieser Vertrag eröffnet Großbritannien und Deutschland neue Möglichkeiten in der Zusammenarbeit", sagte der Bundeskanzler. "Nachdem Großbritannien die Europäische Union leider verlassen hat, machen wir jetzt wenigstens bilateral einen Vertrag."

Das gemeinsame Kampfjet-Projekt GCAP sei etwas, "was wir in der kommenden Zeit gemeinsam mit unseren anderen Partnern Italien und Japan in diesem Zusammenhang vorantreiben möchten", sagte Burnham. Merz äußerte sich am Donnerstag nicht öffentlich dazu. Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, die Verteidigungsministerien seien beauftragt worden, Möglichkeiten zu erörtern, um eine Kooperation auszuweiten. Zugleich wurde betont, dass es sich dabei noch nicht um eine Entscheidung oder Vorentscheidung handele. Es sei "ein erster kleiner Schritt" auf dem deutschen Weg, eine neue Kooperation in diesen Bereichen zu suchen und eventuell auch zu finden.

GCAP (Global Combat Air Programme) ist ein geplanter neuer Tarnkappen-Bomber, an dem sich Großbritannien, Italien und Japan beteiligen. Es soll die japanischen F-2-Kampfflugzeuge sowie die britischen und italienischen Eurofighter ersetzen.

GCAP gilt als vergleichbares internationales Großvorhaben zum gescheiterten FCAS-Projekt zwischen Deutschland und Frankreich. Berlin und Paris hatten im Juni nach langen Streitigkeiten das Ende von FCAS zum Bau eines gemeinsamen Kampfjets beschlossen.

Burnham kündigte zudem eine engere Zusammenarbeit etwa bei der Abwehr hybrider Bedrohungen an. "Wir geben heute eine Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen bekannt, insbesondere in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit, sowie eine neue Partnerschaft zur Bekämpfung hybrider Angriffe", sagte er. Sowohl Deutschland als auch Großbritannien seien damit konfrontiert "und es ist sinnvoll, diesen Bedrohungen gemeinsam zu begegnen" und sich gegenseitig bei ihrer Abwehr zu unterstützen.

Der Kanzler hob zudem hervor, der im Juli 2025 von Merz und Burnhams Vorgänger Keir Starmer unterzeichnete Kensington-Vertrag beinhalte "vor allem für die Schülerinnen und Schüler einen besseren Zugang zu unseren beiden Ländern" - ohne Visum, auch für längere Schüleraufenthalte, Studentenaufenthalte und für den Schüleraustausch zwischen Großbritannien und Deutschland. "Wir machen das, damit die junge Generation auch in den bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland als Teil der Europäischen Union und Großbritannien einfach merkt, wie gut wir Europäer zusammenarbeiten und wie sehr wir auch zusammengehören."

O.Merendino--PV

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