Pallade Veneta - "Schande": Kritik an Altkanzler Schröder nach Besuch bei Putin

"Schande": Kritik an Altkanzler Schröder nach Besuch bei Putin


"Schande": Kritik an Altkanzler Schröder nach Besuch bei Putin
"Schande": Kritik an Altkanzler Schröder nach Besuch bei Putin / Foto: Vyacheslav PROKOFYEV - POOL/AFP

Am Besuch von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) bei Russlands Präsident Wladimir Putin hagelt es Kritik aus der Bundespolitik. "Scham ist kaum noch ein Ausdruck", schrieb CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann am Freitag im Internetdienst X. "Schampus, Kaviar und Bomben" - während Schröder mit Putin gefeiert habe, seien in der Ukraine Kinder durch russische Angriffe gestorben.

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Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt und die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann bezeichneten Schröders Besuch in Moskau als "Schande". Das sei auch "ein Verrat an Europa" und ein "Bärendienst für Frieden", schrieb Göring-Eckardt.

Strack-Zimmermann bezeichnete Schröder als "Deutschlands frechsten Rentner". Der Altkanzler sei "zu krank" für Untersuchungsausschüsse, aber für "gut dotierte Mandate in Russland und Geburtstagsparty" bei Putin reiche es dann doch.

Putin hatte Schröder an seinem Geburtstag am Mittwoch bei sich zu Hause empfangen. Wie der Kreml mitteilte, erfuhr Putin aus den Medien, dass sich Schröder "geschäftlich in Moskau aufhielt" und lud "seinen alten Freund ein". Putin feierte am Mittwoch seinen 74. Geburtstag. Der Kreml veröffentlichte Fotos, auf denen die beiden Männer sich lächelnd die Hände schütteln.

Russische Medien hatten in der vergangenen Woche berichtet, dass der 82-jährige Schröder, der seit langem Verbindungen zu Putin pflegt, in den Aufsichtsrat von Hyperglobus berufen worden sei. Die russische Supermarktkette gehörte früher zum deutschen Globus-Konzern.

Der SPD-Außenpolitiker und Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner verteidigte den Besuch hingegen. Schröder sei "als Privatmann dort" gewesen, sagte er dem "Tagesspiegel" und dem Portal t-online. "Wir sollten in Deutschland keine Teufelsaustreibung betreiben, wenn ein Altkanzler nach Moskau reist." Dafür sei die Lage zu ernst.

Schröder sei einer der wenigen in Deutschland, die noch Zugang zu Putin hätten. "Als Sozialdemokrat wird er Putin sagen, dass er den Krieg beenden soll", sagte Stegner t-online. Im "Tagesspiegel" ergänzte er: "Wir müssen in Russland mit denen reden, die da sind. Schröder kann Türen zu Putin öffnen." Wenn Schröders Besuch "dem Frieden nur einen Millimeter gedient hat, war dieser Besuch ein Erfolg".

M.Jacobucci--PV

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