Pallade Veneta - Länder fordern massive Anhebung von Bahn-Regionalisierungsmitteln

Länder fordern massive Anhebung von Bahn-Regionalisierungsmitteln


Länder fordern massive Anhebung von Bahn-Regionalisierungsmitteln
Länder fordern massive Anhebung von Bahn-Regionalisierungsmitteln / Foto: MIGUEL MEDINA - AFP/Archiv

Die Länder fordern in Verbindung mit dem geplanten neuen Entlastungspaket vom Bund die Übernahme erheblicher zusätzlicher Kosten. Wie Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) am Donnerstag nach Beratungen der Länder-Ressortchefs mitteilte, verständigten sich diese auf die Forderung nach einer deutlichen Erhöhung der Bahn-Regionalisierungsmittel durch die Bundesregierung. Die Beschlüsse dürften in das Bund-Länder-Spitzengespräch am Donnerstag kommender Woche einfließen.

Textgröße ändern:

"Wir begrüßen ausdrücklich, dass der Bund ein weiteres Entlastungspaket für die Bürgerinnen und Bürger geschnürt hat", erklärte Heinold. Das Ziel der Länder sei "eine faire Lastenverteilung zwischen Bund und Ländern". Dies betreffe besonders die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs, die Finanzierung von Integration und Unterbringung Geflüchteter sowie die Entlastung der Krankenhäuser wegen der hohen Energiekosten.

Konkret bekennen sich die Länder zu der geplanten Nachfolgeregelung für das Neun-Euro-Ticket, sofern dabei "Belange der Länderhaushalte" angemessen berücksichtigt würden. Der Bund will hierzu 1,5 Milliarden Euro im Jahr beisteuern.

Unabhängig davon fordern die Finanzministerinnen und -minister der Länder aber den Angaben zufolge eine strukturelle Erhöhung der Bahn-Regionalisierungsmittel um weitere 1,5 Milliarden Euro für einen Ausbau- und Modernisierungspakt im ÖPNV sowie für die Jahre 2022 und 2023 jeweils noch einmal Erhöhungen um 1,65 Milliarden Euro als Ausgleich für die massiven Erhöhungen der Energiepreise.

Zudem pochen sie auf einen höheren Anteil beziehungsweise möglichst eine vollständige Kostenübernahme des Bundes beim Wohngeld. Die Länder verweisen dabei auf die von der Bundesregierung geplante Reform mit einer zusätzlichen Heizkostenkomponente sowie einer Erweiterung des Empfängerkreises, was zusammen vier Milliarden Euro koste.

Außerdem solle der Bund ebenfalls wegen der hohen Energiekosten einen Entlastungsbeitrag für Krankenhäuser und Uni-Kliniken zahlen. Weiter verlangen die Länder Zusagen, dass der Bund sich auch weiterhin an den flüchtlingsbezogenen Kosten beteiligt und zwar unter Berücksichtigung der Inflation. Begrüßt werden Ankündigungen der Bundesregierung für weitere Wirtschaftshilfen in der aktuellen Krise.

Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) betonte, dass die Beschlüsse partei- und länderübergreifend einstimmig erfolgt seien. Damit hätten die Länder ihre in den vergangenen Wochen teilweise zutage getretenen Meinungsverschiedenheiten hinter sich gelassen. Dressel stellte dabei auch klar, dass den Ländern durchaus bewusst sei, dass sie für das Entlastungspaket "im Vergleich zu den Corona-Hilfen einen größeren Teil der Finanzierungslast tragen müssen".

Aus den Ländern gibt es scharfe Kritik daran, dass das Entlastungspaket vom Bund ohne Einbeziehung der Länder entworfen worden sei. Am kommenden Donnerstag will nun Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder über die finanzielle Lastenverteilung und weitere offene Fragen beraten.

R.Lagomarsino--PV

Empfohlen

USA greifen wieder Ziele im Iran an - Mehrere Tanker vor der Küste des Oman attackiert

Die US-Armee hat ihre Angriffe auf den Iran am Dienstag mit unverminderter Härte fortgesetzt und hat nach Angaben beider Seiten unter anderem die Stadt Buschehr mit dem einzigen aktiven Atomkraftwerk der Islamischen Republik angegriffen. Die Revolutionsgarden reagierten mit Angriffen auf US-Ziele unter anderem in Bahrain. Zudem wurden im Bereich der Straße von Hormus erneut Tanker angegriffen. Die USA wollten ihre Seeblockade gegen iranische Häfen am Abend gegen 22.00 Uhr MESZ wieder aufnehmen.

Merz und Selenskyj in Paris bei bislang größter Militärparade zum französischen Nationalfeiertag

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und zwei Dutzend weitere Staats- und Regierungschefs haben am Dienstag in Paris die bislang größte Militärparade zum französischen Nationalfeiertag mitverfolgt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte die Spitzenvertreter der 35 Partnerländer in der Ukraine-Koalition zu den Feierlichkeiten am 14. Juli eingeladen. Etwa 500 Soldaten aus Ländern der sogenannten Koalition der Willigen sowie 25 ukrainische Soldaten marschierten bei der Parade auf der Prachtstraße Champs-Elysées mit.

Nach Gewalttat an Gymnasium in Bayern Hinweise auf extremistisches Motiv

Nach der Gewalttat eines 16-Jährigen an einem Gymnasium im oberbayerischen Schongau gibt es nach Angaben der Ermittler Anhaltspunkte für ein extremistisches Motiv. Die Generalstaatsanwaltschaft München übernahm daher die Ermittlungen gegen den Beschuldigten wegen des Verdachts des zweifachen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung, wie die Ermittlungsbehörde am Dienstag mitteilte.

Neue Runde von israelisch-libanesischen Gesprächen in Rom begonnen

Vertreter Israels und des Libanon haben sich in Rom zu einer neuen Runde direkter Friedensgespräche getroffen. Delegationen beider Seiten trafen zum Beginn der zweitägigen Verhandlungen am Dienstagvormittag in der US-Botschaft in der italienischen Hauptstadt ein, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP feststellte. Beide Länder hatten sich Ende Juni unter Vermittlung der USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen ihnen ebnen soll.

Textgröße ändern: