Pallade Veneta - Vor US-Zwischenwahlen: Gefälschte Umfragen aufgeflogen

Vor US-Zwischenwahlen: Gefälschte Umfragen aufgeflogen


Vor US-Zwischenwahlen: Gefälschte Umfragen aufgeflogen
Vor US-Zwischenwahlen: Gefälschte Umfragen aufgeflogen / Foto: KAMIL KRZACZYNSKI - AFP

Kurz vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress am 3. November sorgen gefälschte Meinungsumfragen für Unruhe. Das selbst ernannte Umfrageinstitut Wedgewood Polls räumte ein, dass seine Zahlen größtenteils frei erfunden waren. Die "New York Times" und andere Medien entfernten die Erhebungen daraufhin von ihren Webseiten. US-Präsident Donald Trump reagierte mit Häme. "Die New York Times ist erwischt worden!", schrieb er am Donnerstag in seinem Onlinedienst Truth Social.

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Der Fall kam Anfang dieser Woche ans Licht, nachdem dem Umfragedienst FiftyPlusOne Unstimmigkeiten aufgefallen waren. Wedgewood erklärte daraufhin im Onlinedienst X, "der Großteil" seiner Daten sei erfunden. Das Unternehmen habe testen wollen, wie leicht es für "ein vollständig erfundenes Umfrageinstitut" sei, "Fuß zu fassen" und "ernst genommen zu werden".

Wer genau hinter Wedgewood stand, ist unklar. Das Nutzerkonto auf X ist inzwischen gelöscht. Im August war bereits ein anderes Unternehmen namens Median Strategies aufgeflogen. Es nannte seine ebenfalls gefälschten Umfragen ein "soziales Experiment".

Politiker der Demokraten reagierten entsetzt. Die US-Senatsanwärterin für Michigan, Mallory McMorrow, sagte, die gefälschten Umfragen hätten zu ihrem Aus in der Vorwahl der Demokraten geführt. Wedgewood Polls habe die Zustimmung zu ihrer Bewerbung Ende Juni im einstelligen Bereich beziffert. Daraufhin hätten Spender ihre Unterstützung beendet und Reporter sie zum Aufgeben aufgerufen, erklärte sie im Onlinedienst X. Bei der Vorwahl setzte sich schließlich der Linkspolitiker Abdul El-Sayed durch.

Der von Trump ernannte Vorsitzende der US-Medienbehörde FCC, Brendan Carr, sprach von einem "erheblichen Anstieg" fingierter Umfragen. Trump sät bereits seit Wochen Zweifel an den Umfragen. Die meisten Institute sagen bei den Kongresswahlen zur Hälfte seiner zweiten Amtszeit eine empfindliche Niederlage für die Republikaner voraus. Auch Trump selbst sehen sie im Zustimmungstief.

"Es wird immer einfacher, minderwertige Umfragen durchzuführen – oder sie gleich ganz zu fälschen", kritisierte der Umfragedienst FiftyPlusOne. Der Verband der US-Umfrageinstitute (AAPOR) warnt vor einem allgemeinen Vertrauensverlust in Meinungs- und Wahlumfragen. Auch Künstliche Intelligenz erleichtere das Fälschen, erklärte der Verband.

L.Bufalini--PV

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