Pallade Veneta - Jugendproteste: Behörden warnen vor Extremisten - GEW betont Anliegen der "GenZ"

Jugendproteste: Behörden warnen vor Extremisten - GEW betont Anliegen der "GenZ"


Jugendproteste: Behörden warnen vor Extremisten - GEW betont Anliegen der "GenZ"
Jugendproteste: Behörden warnen vor Extremisten - GEW betont Anliegen der "GenZ" / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Die "GenZ" will für ihre Belange auf die Straßen gehen, die Sicherheitsbehörden warnen vor Unterwanderung: Vor den bundesweit geplanten Jugendprotesten ist eine Debatte über eine mögliche Vereinnahmung durch Extremisten entbrannt. Die Bildungsgewerkschaft GEW warnte am Mittwoch, dass "pauschale Warnungen" von den berechtigten Anliegen der jungen Menschen ablenkten. Ähnlich äußerte sich die Grüne Jugend. Der Verfassungsschutz warnte dagegen vor möglichen Ausschreitungen wie zuletzt in Frankreich.

Textgröße ändern:

Für diesen Samstag hat die Initiative "GenZ regelt" zu bundesweiten Protesten in 23 Städten aufgerufen. Sie fordert unter anderem mehr Investitionen in Bildung und Gesundheit, bezahlbares Leben und wendet sich gegen die neue Wehrpflicht. In ihrem Aufruf verwies die Initiative auch auf die Jugendproteste unter anderem in Frankreich.

Dort waren die landesweiten Großdemonstrationen für bessere Bildung und gegen hohe Lebenshaltungskosten zuletzt von schweren Ausschreitungen überschattet worden. Die französische Regierung macht Gewalttäter aus dem linksextremistischen Milieu und den migrantisch geprägten Vorstädten verantwortlich.

Vor diesem Hintergrund warnen die deutschen Sicherheitsbehörden vor einer Unterwanderung der bundesweiten Jugenddemonstrationen. "Teile der linksextremistischen Szene und vereinzelt Gruppierungen aus dem auslandsbezogenen Extremismus" könnten die Demonstrationsaufrufe aufgreifen "und sich an der Mobilisierung für diese Demonstration beteiligen", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums (BMI) in Berlin.

Es lägen jedoch bislang "keine weitergehenden Erkenntnisse über konkrete Gewaltaufrufe oder zu geplanten gewalttätigen Ausschreitungen" vor, betonte das Bundesinnenministerium. "Im Gegenteil" betonten die bisher bekannt gewordenen Mobilisierungsaufrufe "den friedlichen Charakter dieser Proteste".

Die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern tauschten sich eng aus, unter anderem im Gemeinsamen Extremismus- und Terrorismusabwehrzentrum (GETZ), sagte ein BMI-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Das Bundesamt für Verfassungsschutz verstärke zudem die Beobachtung einschlägiger Internetseiten und Social-Media-Kanäle, "auf denen Aufrufe zur gewaltsamen Teilnahme beziehungsweise zur Nutzung der Demonstrationen zur Verbreitung von Gewalt geteilt werden könnten".

Die GEW stellte sich vor allem hinter die Forderung der jungen Menschen nach einer besseren Bildungspolitik. Sie "kritisieren zu Recht unter anderem marode Schulen, die Kürzungen bei Bildung und den Fachkräftemangel an Schulen", sagte GEW-Chefin Maike Finnern. Die Botschaft sei klar - "in Bildung investieren statt weiter bei der jungen Generation kürzen".

Hinweise auf mögliche Vereinnahmungsversuche extremistischer und gewaltbereiter Gruppen müssten zwar "ernst genommen und konkret geprüft werden". Pauschale Warnungen seien jedoch nicht zielführend. "Friedlicher Protest braucht Rückhalt aus der Zivilgesellschaft", argumentierte Finnern. Je breiter er von demokratischen Organisationen getragen werde, desto schwerer könnten Extremistinnen und Extremisten ihn für sich vereinnahmen.

Vize-Regierungssprecher Sebastian Hille sagte dazu in Berlin, es müsse klar differenziert werden "zwischen legitimem Protest und möglichem Gewaltkrawall". Auf die Forderungen der "GenZ" angesprochen, verwies Hille auf jüngste Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): "Er möchte, dass es der jungen Generation so gut geht, wie es ihm in seiner Jugend und bisher in seinem Leben gegangen ist. Dafür machen wir Politik."

Die Grüne Jugend schloss sich dem Demonstrationsaufruf an. Sie begreife sich als Teil einer jungen Generation, "die dann auf die Straße geht, wenn sie mit so vielem, was im Status quo schiefläuft, unzufrieden ist", sagte die Ko-Bundessprecherin der Grünen Jugend, Henriette Held, der "Welt". Ihre Generation finde "keinen bezahlbaren Wohnraum, kann sich ihren Wocheneinkauf kaum noch leisten" und habe "Angst vor der nächsten Stromrechnung".

Sorgen vor einer Eskalation wies Held zurück. "Der klare Demonstrationskonsens bei 'GenZ regelt' ist, dass friedlich demonstriert wird." Sie finde es schade, "dass schon jetzt im Konjunktiv so viel darüber gesprochen wird, was da passieren könnte, dass mit Gewalt und Vereinnahmung gerechnet wird".

A.Rispoli--PV

Empfohlen

Putin umwirbt afrikanische Staaten bei Gipfel in Moskau

Der Kreml hat Vertreter von mehr als 40 afrikanischen Staaten zum dritten Russland-Afrika-Gipfel in Moskau empfangen und eine engere wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit in Aussicht gestellt. "Wir sind natürliche Verbündete beim Aufbau einer multipolaren Weltordnung", sagte Kreml-Berater Juri Uschakow am Mittwoch zum Auftakt des zweitägigen Treffens. Nach russischen Angaben nehmen auch 22 afrikanische Staats- und Regierungschefs an der Konferenz teil. Es ist der dritte Gipfel dieser Art seit 2019.

Israel: Arabische Listen legen nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen weiter zu

Bei der Parlamentswahl in Israel legen die Listen der arabischen Israelis nach Auszählung von 85 Prozent aller Stimmzettel offiziellen Angaben zufolge weiter zu. Gemeinsam kommen die Vereinigte Liste und Raam auf 19 der 120 Sitze im Parlament, wie die israelische Wahlkommission am Mittwoch mitteilte. Der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu kommt demnach auf 53, das Oppositionsbündnis unter Gadi Eisenkot auf 48 Sitze.

Brasilianischer Wahlverlierer Flávio Bolsonaro in Miami gelandet

Der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro ist in den USA gelandet. Er stieg am Mittwoch am Privatflughafen von Opa-Locka nördlich von Miami aus einem Flugzeug, wie AFP-Reporter berichteten. Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hatte Bolsonaro die Ausreise eigentlich untersagt, die Justiz ermittelt gegen den 45-Jährigen wegen des Verdachts auf Korruption und Geldwäsche.

"Unprofessionell": Grüne und Linke kritisieren Merz' Kurs bei Steinmeier-Nachfolge

Grüne und Linke haben scharfe Kritik am anhaltenden Schweigen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur Besetzung des Bundespräsidentenamts geübt. "Der Umgang der Union mit dem höchsten Amt im Staat ist ein weiteres Beispiel an fehlender Planung und Unprofessionalität", sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. "Ich erwarte von der Union und von Friedrich Merz einen Vorschlag für eine Frau, die bundesweite Bekanntheit und Anerkennung besitzt."

Textgröße ändern: