Pallade Veneta - Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich - insgesamt 565 Festnahmen

Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich - insgesamt 565 Festnahmen


Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich - insgesamt 565 Festnahmen
Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich - insgesamt 565 Festnahmen / Foto: Sameer AL-DOUMY - AFP

Bei Ausschreitungen am Rande landesweiter Massenproteste in Frankreich sind am Samstag 565 Menschen festgenommen worden. Dies teilte das französische Innenministerium am Abend mit. In Paris wurden zudem fünf Sicherheitskräfte verletzt, darunter drei durch Molotowcocktails, wie die Polizeipräfektur mitteilte. Bei einem der Angriffe geriet die Uniform eines Gendarmen durch einen Molotowcocktail in Brand.

Textgröße ändern:

Innenminister Laurent Nuñez sprach mit Blick auf diesen Angriff von einem "versuchten Mord". Der Gendarm sei glücklicherweise nur leicht verletzt worden. Nuñez warf linksextremistischen Gruppen eine "ungeheuerliche Gewalt" gegen Sicherheitskräfte vor. Die Demonstrationszüge selbst seien dagegen weitgehend friedlich verlaufen.

Nach dem Ende eines Protestmarschs in Paris kam es zu heftigen Zusammenstößen. Vermummte lösten nach Beobachtungen von AFP-Journalisten mit Hämmern Pflastersteine aus dem Boden und bewarfen damit die Polizei. Diese setzte Tränengas ein und ging mit Schlagstöcken vor. Die Polizeipräfektur sprach von mehreren hundert Randalierern.

In Marseille kam es nach einem nicht genehmigten Protestzug mit rund 10.000 Teilnehmern ebenfalls zu Zusammenstößen. Bürgermeister Benoît Payan rief die Bevölkerung auf, sich in Sicherheit zu bringen und die Arbeit der Einsatzkräfte zu erleichtern. In Lyon wurden Polizisten mit Gegenständen beworfen, in Toulouse setzte die Polizei Wasserwerfer gegen eine nicht genehmigte Kundgebung ein.

Im Großraum Paris beruhigte sich die Lage nach Angaben der Polizeipräfektur bis zum Abend. Für die Viertel République und Châtelet-Les Halles war nachts eine Ausgangssperre vorgesehen. Landesweit waren 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Nach Angaben von Nuñez wurden bereits im Vorfeld rund 40.000 Kontrollen vorgenommen.

In Frankreich waren am dritten Samstag in Folge hunderttausende Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem auf die Straße gegangen. Nach Behördenangaben beteiligten sich landesweit 320.000 Menschen, davon 70.000 in Paris. Schüler- und Studentenorganisationen sprachen von knapp einer halben Million Teilnehmern.

Bereits am 17. Oktober war es bei den Protesten zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen gekommen. Die Bewegung, an der sich auch Gewerkschaften und ehemalige Aktivisten der Gelbwesten-Bewegung beteiligen, fordert inzwischen zudem mehr Schutz für das Demonstrationsrecht. Für die kommende Woche kündigten Studentenvertreter Schul- und Hochschulblockaden an. Am Donnerstag ist ein weiterer gewerkschaftlicher Protesttag geplant.

S.Urciuoli--PV

Empfohlen

Stichwahl ums Präsidentenamt in Bulgarien

In Bulgarien entscheidet sich am Sonntag in einer Stichwahl, wer künftig an der Spitze des Staates steht. Die russlandfreundliche derzeitige Präsidentin Ilijana Jotowa steht dabei ihrem prowestlichen Herausforderer Andrej Gjurow gegenüber. Im ersten Durchgang vor einer Woche lag Jotowa mit 35 Prozent der Stimmen nur knapp vor Gjurow, der auf 32 Prozent kam.

Trump bringt Angriffe auf weitere Ziele im Iran ins Spiel

US-Präsident Donald Trump hat mögliche neue Angriffe auf Ziele im Iran ins Spiel gebracht. "Wir haben ihr Atomprogramm ausgeschaltet. Wir müssen uns noch um, ich würde sagen, ein oder zwei Anlagen kümmern, aber das können wir in zehn Minuten erledigen", sagte Trump am Samstag vor Journalisten auf seinem Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida.

Ausschreitungen nach Jugendprotesten in Frankfurt - mehr als 30 Festnahmen

Nach zunächst weitgehend friedlichen Jugendprotesten ist es am Samstagabend in der Innenstadt von Frankfurt am Main zu schweren Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizisten und Plünderungen gekommen. Nach Angaben der Polizei bewarfen Randalierer Einsatzkräfte mit Molotowcocktails und schlugen die Fensterscheiben mehrerer Geschäfte ein, darunter die eines Waffenladens. Bis zum späten Abend wurden demnach mehr als 30 Menschen vorläufig festgenommen.

Ausschreitungen nach "GenZ"-Protest in Berlin: 27 leichtverletzte Polizisten und viele Festnahmen

Bei Ausschreitungen nach Jugendprotesten der bundesweiten Initiative "GenZ regelt" sind in Berlin nach Polizeiangaben 27 Beamte leicht verletzt worden. Ein Polizeisprecher sagte am späten Samstagabend, bei einer Versammlung mit bis zu 3500 Teilnehmern, die am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte begonnen hatte, sei es zu "zahlreichen Straftaten" gekommen. Darunter seien Sachbeschädigung, Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz.

Textgröße ändern: